Kia Niro EV: Test, Eindrücke & Erfahrungen aus dem Alltag

Vier Jahre ist es mittlerweile her, dass die Vorgängergeneration des aktuellen Kia Niro EV, damals noch als Kia e-Niro bei uns zu Gast war. Seitdem hat sich einiges getan. Vor allem auch in puncto Optik. Mit der zweiten Generation des Crossover-Modells ändert sich eines allerdings nicht, die Tatsache, dass Kia ein Fahrzeug als „One Hero for Everybody“ auf die Straße bringen möchte.

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Die erste Generation blickt seit 2016 auf über 300.000 verkaufte Einheiten. Auch in der aktuellen Generation will der Hersteller nicht nur den Einstieg in die Welt der E-Mobilität ermöglichen, sondern jedem seinen Wunsch-Antrieb zur Wahl stellen. Diesen Einstieg stellt Kia unter das Motto: „There’s one hero for everybody“. Sprich für jeden gibt es genau den Grad der Elektrifizierung, den man sich wünscht. Denn eine Verbrenner-Variante gibt es nicht, doch dazu gleich mehr.

Bevor wir in den Test des Elektroautos von Kia eintauchen sei noch erwähnt, die Eindrücke sind vollkommen subjektiv und spiegeln demnach nur unsere eigene Meinung wider. Ich denke aber, dass die Informationen, Eindrücke und Fotos in diesem Artikel ihren Teil dazu beitragen können, um sich ein erstes Bild des Kia Niro EV zu verschaffen.

Wie immer gilt, somit auch bei diesem Test- und Erfahrungsbericht, sollten nach dem Lesen des Test- und Fahrberichts des Kia Niro EV von deiner Seite noch Fragen offenstehen, einfach melden und wir versuchen diese zu beantworten. Falls du deine Meinung zum Elektro-Crossover von Kia mit anderen Leser:innen teilen magst, macht dir gerne die Kommentarfunktion unter dem Review zunutze.

Der Kunde bestimmt über den Grad der Elektrifizierung

Eingangs bereits erwähnt bekommt der Kund:in die Wahl, wie stark oder weniger stark der Niro elektrifiziert daherkommt. Eine reine Verbrenner-Variante gibt es hingegen nicht. Als Hybrid (HEV), Plug-in-Hybrid (PHEV) und reines Elektroauto hingegen ist er erhältlich. Bietet der HEV lediglich elektrische Unterstützung beim Starten und Anfahren und bringt es im besten Fall auf zwei bis drei Kilometer elektrische Fahrt, soll der PHEV bereits um die 65 Kilometer nach WLTP erreichen. Die reine Elektrovariante bringt es ihrerseits auf bis zu 460 km Reichweite nach WLTP.

Eine ähnliche Abstufung hat Kia auch bei der Leistung der drei Antriebsalternativen gewählt. Bewusst habe man sich entschieden, die reine Elektro-Variante als performanteste Variante auf die Straße zu bringen. 150 kW Systemleistung treffen auf 135 kW bei PHEV sowie 104 kW Leistung beim Hybriden.

Optisch ähneln sich alle drei Varianten durchaus. Setzen im Detail dann aber eben doch Unterschiede. Die im Verlauf des Kia Niro EV Test noch herausgearbeitet werden. Gleich ist allen Antriebsarten, dass diese auf der dritten Generation der „K“-Plattform aufbauen. Dies mündet in einer Fahrzeuglänge des E-Autos von 4,42 Metern. Damit ist dieser, im Vergleich zur ersten Generation um 45 mm länger. Leicht zugelegt hat er auch in der Breite (1825 mm, plus 20 mm) und in der Höhe (1545 mm, plus 10 mm). Der Radstand ist, ebenfalls um 20 mm gewachsen. Wodurch der Niro EV auf eine Länge von 2720 mm kommt.

Bedingt durch den verbauten Akku muss die reine Elektrovariante des Kia Niro in der zweiten Generation im Innenraum Abstriche in puncto Fußraum hinnehmen. Dort ist beim HEV und PHEV ein wenig mehr Platz vorhanden.

Dennoch ist es so, dass genügend Stauraum vorhanden ist, um Gepäck, Einkäufe und mehr von A nach B zu transportieren. Jedoch ist anzumerken, dass mit steigendem Grad der Elektrifizierung Platz bei der Zuladung im umgeklappten Zustand verloren geht. Was ebenfalls auf den verbauten Akku zurückzuführen ist. Beim Hybriden ist Platz für 451 Liter Zuladung (umgeklappt 1445), beim Plug-In für 348 (1342) und beim E-Modell für 475 (1392) – plus 20 Liter „Frunk“ unter der Fronthaube. Der richtige Platz, um das womöglich auch mal nasse oder schmutzige Ladekabel unterzubringen.

Kurz zur Motorisierung und dem verbauten Akku. Richtig gelesen, Akku, den mit der zweiten Generation des Kia Niro EV gibt es keine Wahlmöglichkeit mehr bei der Batteriegröße. Künftig kommt der Niro EV nur noch mit einer Batteriegröße (64,8 kWh-Akku), im Vergleich zur Vorgänger-Generation, daher. Dieser ermöglicht dem Stromer eine Reichweite von bis zu 460 km nach WLTP.

Seine Kraft für den Vortrieb, bezieht das Elektro-Crossover aus einem 150 kW/ 204 PS starken Elektromotor mit 255 Nm Drehmoment. Mit diesem sprintet der Niro EV von 0 auf 100 km/h in 7,8 Sekunden. Bei 167 km/h Spitzengeschwindigkeit wird dann allerdings abgeriegelt. Unserer Meinung nach mehr als ausreichend für die täglichen Fahrten.

Fokus auf das Wesentliche. Jedes Design-Element setzt neben Optik auf Funktionalität

Das Design des Stromers folgt in der kommenden Generation noch stärker dem Ansatz: „Kein Design ohne Funktionalität, keine Funktionalität ohne Design“. Etwas, worauf man sich einlassen sollte. Aber was auch durchaus zu gefallen mag. Betrachten wir das E-Auto zunächst von außen, bevor wir den Blick in den Innenraum wagen.

Ganz klar, darf auch beim Niro EV das typische Kia „Tigergesicht“ nicht fehlen. Dies zeigt sich bei der vollelektrischen Niro-Variante dadurch, dass sich dies nun unterhalb der Motorhaube über die gesamte Breite des Frontstoßfängers zieht. Ferner hat der Automobilhersteller erstmals die Elemente des „Tigergesicht“ auch auf der Motorhaube und in der Dachkontur oberhalb der Frontscheibe fortgesetzt.

Weitere Akzente im Design werden durch die LED-Tagfahrlichter an der Front, in Form einer „Herzschlagkurve“, gesetzt. Welche sich in ähnlicher Art und Weise am Heck, in Form von Reflektoren zeigt. Klar, manchmal gehört ein wenig Fantasie dazu, um die Designsprache aus Testberichten, Pressemitteilungen oder aus Texten des Herstellers so zu deuten, wie sich dieser es wünscht. Im Fall des Niro EV gelingt dies aber durchaus.

Vor allem, wenn man den Vergleich zu ersten Generation des Crossover zieht. Dann wird schnell klar, dass dieser Erwachsener geworden ist. Die Linienführung wirkt markanter, stärker und trägt dazu bei, dass der Niro EV im Erscheinungsbild eher kantiger, markanter als gerundet erscheint. Hierbei hilft der angedeutete Kühlergrill mit dem breiten, in Wagenfarbe gehaltenen Stoßfänger. Dieser lenkt auch den Blick auf die Ladeklappe, welche sich dennoch fast dezent in das Erscheinungsbild unterhalb des Kia-Logo einfügt.

Ferner gelingt es dem E-Crossover durch verstärkten Einsatz von SUV-Designelementen sowie eine auffällig, farblich gesetzte C-Säule, seitlich am Heck, die Blicke auf sich zu ziehen. Ansonsten erscheint er schon fast minimalistisch. Ein Design-Ansatz, welcher sich im Innenraum des E-Fahrzeugs fortsetzt.

Auch hier gilt, das Design folgt noch stärker dem Ansatz: „Kein Design ohne Funktionalität, keine Funktionalität ohne Design“. Greifbares Beispiel hierfür ist sicherlich, die schlanke Gestaltung der Vordersitze, welche dadurch zum größeren Raumangebot für die Fondpassagiere beitragen. Des Weiteren sind in die Rückenlehnen der Sitze Kleiderbügel und USB-C-Schnellladeanschlüsse integriert. Unter dem mittleren Sitz, im Fond, ist eine Steckdose vorhanden, um technische Geräte zu laden. All dies sind spürbare Zeichen dafür, dass Kia seinen Worten Taten folgen lässt. Worten, die da lauten: „Jede Produktverbesserung dient einer maximalen Steigerung des Kundennutzens“.

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