Drei ganz unterschiedliche kompakte Elektro-SUV ringen um den Titel des Alltagshelden. Wie schlagen sich Kia Niro, Skoda Enyaq und SsangYong Korando?
Auch das elektrische Alltags- und Familienauto ist interpretationsfähig – Kia Niro, Skoda Enyaq und SsangYong Korando verfolgen völlig verschiedene Konzepte.
Der Jüngste im Test, der Kia Niro EV, gibt den schwierig einzuordnenden Crossover aus SUV und Kompaktem und ist auch als Hybrid oder PHEV zu haben, alles auf gleicher Plattform. Der Skoda Enyaq, als Einziger als reines Elektroauto konzipiert, ist mehr Großkombi als SUV und das längste Auto im Vergleich (4,65 Meter).
Im Korando steckt viel Geländewagen
Der SsangYong Korando e-Motion ist auch als Verbrenner zu haben, trotz hier fehlender Allrad-Option eindeutig ein SUV mit noch immer erkennbaren Geländewagen-Genen, kantiger Grundform und hohen Sitzpositionen vorn wie hinten.
Der Kia repräsentiert mit seinen zwei 10,25-Zoll-Schirmen ganz die schöne neue Autowelt. Zwar übernimmt er nicht das ladefreudige 800-Volt-Bordnetz des teureren EV6, aber anders als sein Vorgänger bringt er jetzt einen dreiphasigen Bordlader fürs Wechselstrom-Laden mit, lädt also viel flotter an der Wallbox.
Der Niro wirkt aus der Perspektive der vorn Sitzenden durchaus großzügig. Hinten wird schnell offenbar, welche Nachteile das Umstricken eines Verbrenners auf Elektro bergen kann. Die Fondpassagiere sitzen arg nah am Fahrzeugboden. Das Resultat ist eine Sitzposition mit froschig angewinkelten Beinen.
Kia hat hier das leichtfüßigste Auto
Im Slalom ist der kompakte, nicht sonderlich hoch bauende Kia erwartungsgemäß das leichtfüßigste Auto. Allerdings wirkt die Lenkung playstationartig leicht und synthetisch, sodass sie dem Fahrer wenig Gefühl dafür vermittelt, was das Auto macht. Die Feder-Dämpfer-Kombi wurde offenbar vom Verbrenner übernommen und spricht wegen des erhöhten Gewichts besser an.
Unterdämpft und mit zu schwacher Zugstufe federt der Kia arg heftig nach oben heraus – grenzwertig beim Ausnutzen der immerhin 477 Kilogramm Zuladung. Auf der Autobahn ist er mit maximal 167 km/h unterwegs (Tacho: 175), legt dann aber seine zuvor gezeigte Sparsamkeit ab. Der Kia ist hier der Einzige mit bis zum Stillstand reichender Rekuperation, erlaubt Ein-Pedal-Fahren.
Der Skoda profitiert in zweifacher Hinsicht davon, dass er von vornherein als Elektroauto ausgelegt wurde: Die Raumökonomie erreicht fast Van-Niveau. Und beim Fahren verleihen ihm der tiefe Schwerpunkt und sein Heckantrieb (!) ein besonders agiles Kurvenverhalten, auch wenn das ESP früh eingreift. Leider wirkt er auf schlechten Wegen zittrig, knarzt und knistert leicht. Und auf Kopfsteinpflaster klötern alle Simply-Clever-Nettigkeiten wie der in der Tür versteckte Regenschirm oder die Ladekabeltasche vor sich hin.




