Der große Moment für Jaguar rückt näher: Die Enthüllung eines komplett neu entwickelten Modells, das nicht weniger als eine neue Ära der Marke einläuten soll. Kann die Limousine halten, was das Marketing verspricht? ntv.de ist sie gefahren.
Was haben die da bei Jaguar bloß geraucht? Immer wieder beteuern hochrangige Manager, dass das Serienauto wirklich so kommt, wie das Concept Type 00 aussieht. Nur eben mit vier Türen, ist klar. Eigentlich wollte der Hersteller das Modell ja schon enthüllt haben, aber erstens will gut Ding Weile haben und zweitens ist ja ein bisschen Spannung und Vorfreude auch ganz schön.
Stück für Stück kommen allerdings immer mehr Informationen zum Fahrzeug ans Licht. Und inzwischen gibt Jaguar selbst in bestimmten Abständen Wasserstände durch. Sogenannte Erlkönigjäger haben längst schon Entwicklungsfahrzeuge abgeschossen, die derzeit überall unterwegs sind – selbst in unseren Gefilden, beispielsweise am Nürburgring.
Doch jüngst hatte der Hersteller nach Gaydon geladen, wo er vielseitige und weitläufige Testfacilities unterhält. Genau die richtige Spielwiese, um sich einmal am Steuer des neuen Jaguar auszutoben, dessen Name übrigens auch noch eine ganze Weile unter Verschluss bleiben wird.
Um welche Kategorie Auto handelt es sich überhaupt? Grand Tourer, sagen die Marketingverantwortlichen, und außerdem sprechen sie von einer Höherpositionierung. Höher als die bisherige Oberklasselimousine XJ? Nun ja, was man sagen kann, ohne die genauen Spezifikationen zu kennen, ist, dass die Limousine ein ganz schöner Brocken von Auto ist. Die genauen Abmessungen verraten die Briten noch nicht, aber das Augenmaß müsste schon arg täuschen, wenn hier nicht satt über fünf Meter anlägen.
Was haben Alt und Neu gemein?
Und jetzt darf tatsächlich eingestiegen werden, um die ersten Runden auf dem Testtrack zu absolvieren. Doch einen kleinen Moment dauert es noch, denn das Entwicklungsteam hat dem Autor ans Herz gelegt, zunächst das zu tun, was auch die Ingenieure getan haben bevor und während der Arbeit mit und an der neuen Limousine: ganz viel mit dem historischen Jaguar herumprobieren. Jetzt könnte man sagen, das sei ein wenig naiv, denn was haben schon frühe E-Type oder diverse XJ-Limousinen oder -Coupés aus den 1970er-Jahren mit dem hypermodernen neuen elektrisch angetriebenen Flaggschiff zu tun?
Konstruktiv sicher so ziemlich nichts, aber was die Techniker versuchen können, ist, den Charakter des Neulings an der Philosophie der historischen Vorbilder auszurichten. Interessant dabei ist, dass sich beim XJ sogar bereits die Serie II eklatant von der Serie I absetzt, obwohl die beiden sich optisch massiv ähneln und nur wenige Jahre zwischen ihnen liegen.




