Range Rover Sport PHEV: Elektrisch durchs Gelände

Nur mit Strom auf steinigem Terrain? Egal. Der Range Rover Sport PHEV schlägt sich selbst da bestens, wo man kaum noch laufen kann.

Dass die britische Marke Land Rover wie kaum eine zweite nicht nur mit Afrika und Abenteuer, sondern auch mit exzellenten Offroad-Fähigkeiten assoziiert wird, ist hinlänglich bekannt. Als Symbol für den Alleskönner abseits des Asphalts gilt der legendäre Land Rover Defender. Geboren wurde er vor 75 Jahren. Und es gibt fast keine Ecke der Welt, in der ein Land Rover nicht schon sein Reifenprofil in den Sand gedrückt hat.

Doch nicht minder geländetauglich sind die modernen Luxus-SUV aus dem Hause Land Rover besonders jene mit elektrifizierten Antrieben. Jüngste Schöpfung ist der Range Rover Sport (RRS), der erst im vorigen Jahr sein Debüt hatte und mittlerweile in der dritten Generation unterwegs ist. Erneut gibt es ihn als Plug-in-Hybrid (ab 100.000 Euro als P440e AWD), mit deutlich verbesserter Reichweite. Dabei ließen es sich die Ingenieure im Entwicklungszentrum Gaydon nicht nehmen, gleich einen Rekord zu brechen: Kein anderes SUV der Welt kommt mit einer Batterieladung weiter. Land Rover verspricht nach WLTP 113 Kilometer.

Natürlich hat dieser Normwert nur bedingt etwas mit der Wirklichkeit zu tun, und überhaupt nichts mit einem Einsatz in schwierigem Gelände. Hier steigt der Stromverbrauch selbstredend in nie gekannte Höhen. Unabhängig davon – auch Verbrennungsmotoren sind im Geländeeinsatz über Gebühr durstig – zeigt der Range Rover Sport Plug-in Hybrid, dass mit ihm im elektrischen Fahrmodus offroad eine Menge anzustellen ist. Die Fortbewegung auf extrem widrigem Untergrund klappt sogar entspannter als mit einem klassischen Verbrenner.

Generell eignet sich ein Elektroantrieb besser fürs Gelände als herkömmliche Motoren. Sein hohes Drehmoment steht praktisch aus dem Stand heraus bereit. Zudem lässt sich mit einem Elektromotor sehr feinfühlig fahren. Stimmt dann noch der Rest im Allradantrieb (Untersetzung, Sperren, Luftfederung, Hinterachslenkung, Bodenfreiheit sowie Wattiefe), gibt es kaum noch Hindernisse für den großen Briten. Steigungen von 45 Grad (100 Prozent) sind genauso möglich wie Schräglagen bis zu 30 Grad.

Um das zu demonstrieren, hat Land Rover einen Off-road-Kurs in Les Comes, nördlich von Barcelona, abgesteckt. Leichtfüßig und souverän nimmt der fast drei Tonnen schwere Luxus-Liner Gelände unter die Räder, das man kaum zu Fuß erklimmen könnte. Staubdicht und klimatisiert lassen sich dabei die Bilder und Anzeigen auf dem Display verfolgen.

Dabei setzt der Range Rover Sport lediglich seinen Elektromotor ein, nur 105 kW (143 PS) und 275 Newtonmeter stark. Er sitzt zwischen dem Dreiliter-Sechszylinder und der Achtgang-Automatik. Verbrenner und E-Maschine leisten zusammen bis zu 510 PS und entwickeln 700 Newtonmeter an Drehmoment. Letzteres könnte noch höher sein, doch das Getriebe setzt ein Limit. Mehr Kraft würden auf Dauer die Wellen und Zahnräder nicht vertragen.

Auch autonom ins Abenteuer

Den Ritt durchs Gelände vereinfacht beim Range Rover Sport ein ganzes Bündel an elektronischen Assistenzsystemen, zusammengefasst unter dem Begriff „Terrain Response“. Mittlerweile ist es sogar individuell konfigurierbar. Jüngste Erfindung ist Adaptive Off-road Cruise Control, das in dieser Ausprägung in keinem anderen SUV zu finden ist. AOCC ermöglicht eine Klettertour, ohne selbst den Fuß am Fahrpedal zu haben. Autonom ins Abenteuer. Lediglich kleine Korrekturen am Lenkrad verbleiben als Fahraufgabe.

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