Test: Ford Puma Gen-E

Auch mit Elektromotor ist der Ford Puma sportlicher unterwegs als fast alle anderen Fahrzeuge dieser Größe – und er hat mehr Kofferraum. Wer mit einer Reichweite von 300 Kilometern leben kann, bekommt einen praktischen kleinen Fahrspaß-Spezialisten zum attraktiven Preis.

Um wen geht es?

Der aktuelle Ford Puma ist 2020 gestartet und seit dem Facelift von 2024 in einer neuen, überarbeiteten Version verfügbar. Dazugekommen ist 2025 der vollelektrische Puma Gen-E (Generation Elektro): Jenny, wie man auch sagen könnte, wird im gleichen Werk wie die Verbrenner-Varianten gebaut. Technisch basiert also auch das Elektromodell auf der Plattform des inzwischen leider eingestellten, aber fahrdynamisch hochbegabten Fiesta – wobei für den Puma der Radstand und die Spurbreite ausgeweitet wurden. Wie bei den Mini-SUVs üblich, liegen die Abmessungen zwischen Kleinwagen und Kompaktklasse, mit 4,20 Metern Länge hält der Puma zu den Ford-Klassikern Fiesta und Focus jeweils rund 15 Zentimeter Abstand. Mitbewerber hat auch das elektrische Modell schon viele, zum Beispiel VW ID.3, Kia EV3, Peugeot 2008 und Jeep Avenger. Bisher konnte sich Ford im Konkurrenzvergleich immer auf guten alten Fahrspaß-Tugenden berufen, jetzt geht es für die Marke also darum, bei Handling und Abstimmung auch mit dem Elektroauto führend zu bleiben.

Wie schaut er aus?

Beim Menschen ist die Brille das vermeintliche Detail, das den Typ nachhaltig verändern kann. beim Auto ist der Kühlergrill ein neuralgische Punkt. Indem ihn Ford beim elektrischen Puma schließt und ein großes Markenlogo draufsetzt, bekommt das ganz Modell einen neuen Twist. Darüber hinaus unterscheidet sich der Gen-E nur in Nuancen wie den aerodynamisch optimierten Lufteinlässen und dem weißen Modellschriftzug am Heck. Der Puma bleibt also ein hochgestellter Kompakter mit gedrungenem Körper und starken Rundungen. Im Detail definiert Ford die Muskeln mit kräftigen Seitenschwellern, lackierten Radhauseinfassungen und dynamisch geformten Stoßfängern. Der Auftritt ist dabei relativ unabhängig von der Ausstattung, schon in der getesteten Einstiegsvariante Gen-E mit 17-Zoll-Felgen steht der Puma gut da. Wie gewohnt setzt Ford seine Autos mit speziellen Lackierungen in Szene. Während das edle Digital Aqua Blue des Testwagens 950 Euro extra kostet, gibt es zum Beispiel das kraftvolle Electric Yellow ganz ohne Aufpreis.

Überzeugt der Innenraum?

Innen ist der Puma seit dem Update von 2024 ein neues Auto. Harte Kunststoffe wurden zurückgedrängt, veraltete Zierleisten und Lüftungsdüsen eliminiert. Die neue Cockpitlandschaft hat gepolsterte Elemente in Türen und Armaturenbrett und modernere Belüftungsöffnungen. Die Informationsebene bilden ein freistehendes 12,8-Zoll-Fahrerdisplay und ein 12-Zoll-Touchscreen im Zentrum, darüber ein Soundbar-Element, dass in der höheren Ausstattung von der Edelmarke Bang & Olufsen bespielt wird. Für einige wird das neue Lenkrad gewöhnungsbedürftig sein, es ist oben wie unten abgeflacht und fühlt sich ein bisschen zu groß an. Man war ganz offensichtlich bemüht, freien Blick auf das digitale Fahrerdisplay zu gewährleisten. Der Schalthebel ist im Gen-E hinter das Lenkrad gewandert, das macht die Mittelkonsole freier und geräumiger. Unterschiedliche USB-Anschlüsse sind vorhanden. Apple CarPlay und Android Auto verbinden nun aber auch kabellos mit dem Multimediasystem. Tasten gibt es am Armaturenbrett fast keine mehr, was natürlich ein paar Nachteile in der Bedienung hat. Für die Temperatursteuerung oder das schnelle Ausschalten der Assistenten, speziell der Geschwindigkeitswarnung, wären zum Beispiel Knöpfe gut gewesen. Andererseits hat die Lenkradfernbedienung weiterhin konventionelle Tasten, es gibt einen Drehknopf für die Musik-Lautstärke, eine weiterentwickelte Sprachsteuerung mit Amazon Alexa-Integration. Die SYNC4 Software von Ford überzeugt mit nüchtern-modernem Layout, klarer Gliederung und guter Geschwindigkeit, über den größeren Touchscreen kommt sie nun auch besser zur Geltung. Insgesamt bleibt der Puma also ein gut zu bedienendes Auto.

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