MITFAHRT LAND ROVER DEFENDER (2020)

Ist der neue Defender noch ein echter Geländewagen? Wir sind der Antwort auf diese Frage ein ganzes Stück nähergekommen – und haben auch auf befestigten Straßen erste Eindrücke gesammelt.

Wer ihn zuerst auf Fotos sieht, ist beim ersten echten Aufeinandertreffen überrascht: Der neue Land Rover Defender ist ein riesiges Auto. Klar, hoch war auch schon der Vorgänger – aber die Breite des Neuen beeindruckt. Während es der alte Defender gerade mal auf eine Breite von 1,79 Meter bringt, ist der neue mit über zwei Meter dabei – mit angeklappten Außenspiegeln. In der Höhe geht es für den Neuen um etwas mehr als drei Zentimeter auf 1,97 Meter runter. Und das ist immer noch hoch, wenn man an den Dachträger oder in sein Dachzelt möchte. Dafür gibt es eine nach unten ausfahrbare Leiter als Zubehör – aber selbst im ausgefahrenen Zustand ist noch ein sehr hoher Schritt nötig, um die erste Sprosse zu erreichen.

Am Heck fällt das Reserverad auf – schließlich sind Reserveräder zum einen und deren Aufbewahrungsort am Heck zum anderen aus der Mode gekommen. Land Rover ist das echte vollwertige Reserverad wichtig. Und wer den neuen Defender mit der weiß lackierten 18-Zoll-Stahlfelge bestellt, lässt das retro-schicke Rad auch von seinem Heck strahlen. In diesem Detail ist der Landy also ein waschechter Geländewagen.

Noch ein waschechter Geländewagen?

Um zu beweisen, dass das für das ganze Auto gilt, geht es auf dem Beifahrersitz auf einen heißen Ritt über das Testgelände in Gaydon in der Nähe von Birmingham. Am Steuer sitzt Mike Cross, Chefingenieur für die Fahrzeugintegration. Und der verliert keine Zeit. Immer höher klettert die Zahl im Digitalinstrument. 50, 55, 60. Als sie die 70 mph-Marke (knapp 113 km/h) passiert, richtet sich der Blick des Co-Piloten nach vorne. Irgendwo da vorne müssen sie sein. Die Kuppen, die bei diesem Tempo zu Sprungschanzen werden. Der Defender beschleunigt derweil weiter, kurz bevor er einen Satz macht. Und direkt danach den zweiten. Mike nimmt die Hügel ebenso stoisch wie der Geländewagen. Reaktionen? So gut wie keine. Weder beim Fahrer noch beim Auto, das diese Tortur mehrfach hintereinander klaglos über sich ergehen lässt. Nur der Journalist auf dem Beifahrersitz zeigt Emotionen. Erst Skepsis, dann Erstaunen. Und ja, Spaß hat die Übung auch gemacht.

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