Überraschendes Ergebnis bei einem klassischen Drag Race: Obwohl der Ferrari Purosangue auf dem Papier mit 3,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h schneller sein sollte als der Kia EV6 GT mit 3,5 Sekunden, sieht die Realität anders aus. Das Elektro-SUV deklassiert den V12-Boliden im direkten Vergleich. Angetreten ist der Kia mit einem 478 kW (650 PS) starken Allradantrieb und einer 77,4-kWh-Batterie, die eine WLTP-Reichweite von 424 Kilometern ermöglicht.
In mehreren Läufen über die Viertelmeile, die von Carwow durchgeführt wurden, benötigte der EV6 GT nur 11,4 Sekunden, während der Purosangue mit seinem 533 kW (725 PS) starken V12 und Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe 11,5 Sekunden brauchte. Ein entscheidender Faktor für den Sieg des Kia ist wohl das überlegene Drehmoment. Im Boost-Modus liefert der Elektromotor sofort 770 Newtonmeter, der Ferrari kommt hier nur auf 716 Nm.
Zudem dürfte der Gewichtsvorteil des Italieners nur theoretischer Natur sein. Ferrari gibt ein Trockengewicht von rund 2,0 Tonnen an, Kia nennt ein Leergewicht von 2,2 Tonnen. Doch das reale Gewicht beider Fahrzeuge liegt wohl eher bei rund 2,2 Tonnen; sie sind also etwa gleich schwer..
Die Überlegenheit des Kia zeigte sich auch in der Konstanz. Der EV6 GT lieferte seine Leistung wiederholt ohne Probleme ab, während der Ferrari nach einem Lauf überhitzte Bremsen meldete – ein Thema, das der Kia dank starker Rekuperation nicht kennt. Eine Niederlage musste der Kia nur einmal hinnehmen, als im manuellen Modus die Zugkraftunterbrechungen eines Verbrenners simuliert wurden. Bei einem rollenden Start über eine halbe Meile konnte der Ferrari allerdings seine höhere Leistung ausspielen und gewinnen.
Das Resultat über die Viertelmeile jedoch ist bemerkenswert. Und zwar umso mehr, als der Preisunterschied immens ist: Der Kia EV6 GT kostet rund 70.000 Euro, während für den Ferrari Purosangue weit über 300.000 Euro aufgerufen werden. Das italienische Sport-SUV ist also um ein Mehrfaches so teuer wie das koreanische Elektroauto. Einen unbestreitbaren Sieg sichert sich der Ferrari dann aber doch: Der Klang seines V12-Motors bleibt, wie im Video des Duells eindrucksvoll zu hören ist, eine Klasse für sich. Und auch bei der Optik kann der Ferrari punkten.



