Kaufberatung Range RoverIm gebrauchten Range Rover ein bisschen wie die Royals fühlen – so geht’s

Der Range Rover gilt seit Jahrzehnten als die S-Klasse fürs Grobe. Kein anderer Geländewagen ist edler, schicker und exklusiver. Wer auf dem Gebrauchtwagenmarkt genau hinschaut, bekommt nicht nur einen zukünftigen Klassiker, sondern auch ein überaus bezahlbares Luxusmodell.

Bei der Beerdigung der Queen vor ein paar Wochen hatte Range Rover wieder seinen großen Auftritt. Im britischen Königshaus gehören die Range Rover Modelle seit den frühen 1970er Jahren zum ebenso elitären wie rustikalen Fuhrpark. Doch nicht nur das Königshaus und die britische Regierung setzt den Range Rover zu privaten wie offiziellen Anlässen – mit und ohne Panzerung – regelmäßig ein, sondern auch in den Nobelgegenden von Beverly Hills, Dubai oder Grünwald gehört der Range Rover zum alltäglichen Straßenbild.

Range Rover: V8-Diesel begehrt

Was als Neuwagen schnell 100.00 oder 150.000 Euro Kaufpreis kostet, ist als Gebrauchtwagen mittlerweile eine vergleichsweise günstige Alternative, ein solches Luxusmodell zu bewegen, denn der Wertverlust der Range Rover ist stattlich. Besonders die seinerzeit unter BMW-Führung entwickelte dritte Generation (interner Code L322) markierte einen deutlichen Sprung nach oben in Sachen Qualität, Verarbeitung, Komfort und Technik. Die 2002 vorgestellte Modellgeneration spielte technisch in der Kombination von selbsttragender Karosserie mit Einzelradaufhängung und Luftfederung in einer völlig anderen Liga als die bisherigen Baureihen; konnte ihren klassischen Charme jedoch behalten und wurde zum begehrten Luxusmodell.

Die exzellente BMW-Basis wurde im Laufe der Jahre jedoch verwässert, weil Range Rover mit der Muttermarke Land Rover nach dem Verkauf von BMW an Ford und deren Premium Group fiel. Das war der Grund dafür, dass Motoren und Getriebe bereits ab Ende 2004 / 2005 von Jaguar oder PSA stammten und die BMW-Module sukzessive ausgetauscht wurden. Hier war gerade der 177 PS starke Sechszylinder-Diesel deutlich zu schwach auf der Brust für den Luxuskoloss aus England. Der grundsätzlichen Qualität des Luxus-Geländewagens tat das jedoch keinen Abbruch und besonders der 2006 eingeführte V8-Selbstzünder von PSA erfreute sich großer Beliebtheit in Europa. Technisch ist der 3,6 Liter große Achtzylinder-Commonraildiesel der große Bruder des 2,7 Liter großen V6-Diesels, der in Modellen von Jaguar, Land Rover oder Peugeot verbaut wurde.

Range Rover Series 3: Preise ab 20.000 Euro

Besonders begehrt sind die finalen Range Rover Modelle ab dem Baujahr 2010, denn hier gab es leichte Retuschen am Außendesign, einen geänderten Innenraum sowie deutlich überarbeitete Triebwerke. Der 3,6 Liter große Commonraildiesel wurde auf 4,4 Liter Hubraum erweitert und leistete statt der bisherigen 200 kW / 272 PS nunmehr deutlich kraftvollere 230 kW / 313 PS / 700 Nm, die durch eine Achtstufenautomatik von ZF ausgewogener an beide Antriebsachsen gebracht wurden. Der Achtzylinderdiesel ist für den über zwei Tonnen schweren Luxusgeländewagen aus Großbritannien an sich die ideale Besetzung.

Leider gibt es vor Mitte 2010 keine Schadstoffeinstufung der Stufe fünf, weshalb der britische Selbstzünder aus einigen Umweltregionen mittlerweile draußen bleiben muss. Hier sind die Modelle der letzten drei Modelljahre 2011, 2012 und Anfang 2013 die beste Wahl oder man entscheidet sich für die starken V8-Benziner, denn das Problem mit Einfahrtskontrollen kennen die Achtzylinder-Benziner nicht. Der Achtzylinder-Sauger wurde im Laufe der Jahre zwar unwichtiger, sodass später insbesondere der bis zu 375 kW / 510 PS starke Kompressor-Motor aus dem Hause Jaguar für einen beeindruckenden Vortrieb sorgte. Er gilt jedoch als besonders durstig und wer sucht, ist mit dem normalen Fünfliter-V8 mit 276 kW / 375 PS / 510 Nm bestens bedient, der von 2009 bis zum Produktionsende 2012 gefertigt wurde.

Späte Baujahre gefragt

Auf dem Gebrauchtwagenmarkt ist die Nachfrage nach der dritten Generation des Range Rover eher überschaubar. Eine Ausnahme sind die Modelle nach der letzten Modellpflege und somit ab 2010. Der Großteil der Fahrzeuge auf dem europäischen Markt sind Achtzylinder-Diesel. Selbst für die besonders edle Autobiography-Edition oder den finalen Range Rover Westminster geht es bei einer Laufleistung von unter 150.000 Kilometern bei unter 25.000 Euro los. Die Ausstattung lässt zumeist keinerlei Wünsche offen, denn klimatisierte Ledersitze, DVD-Navigation, Dämmglas, LED-/Xenonlicht, Standheizung, Soundsystem und Luftfederung sind obligatorisch. So ist es zumeist der Zustand, die Wartungshistorie und die Farbe, die den Unterschied machen.

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