Honda e:Ny1: Das neue elektrische Kompakt-SUV im ersten Test

Es hat etwas gedauert, bis auch die Japaner dem Trend zur Elektromobilität gefolgt sind. Für Honda ist das vollelektrische Kompakt-SUV mit dem rätselhaften Namen e:Ny1 schon der zweite Stromer. Was er kann, was er bietet, was er kostet:

Was hat sich Honda nur bei diesem Namen gedacht? e:NY1 heißt das neue und zweite vollelektrische Modell der Japaner, „ih-en-wai-one“ soll man das mit deutsch-englischem Zungenschlag aussprechen, wenigstens der Doppelpunkt kommt da nicht vor.

Welch denkbar plakative Bezeichnung trägt da doch der erste Stromer des Hauses: Honda-e heißt er schlicht und einfach, erhältlich ist er nach wie vor. Von einem Erfolgsmodell kann jedoch keine Rede sein. Der Honda-e ist zwar ein schicker und lifestyliger Kleinwagen, vor allem in Weiß sieht er ein bisschen so aus, wie man sich immer ein Apple-Auto vorgestellt hat, im Innenraum gibt es ein tolles Breitbild-Cockpit, zudem sind Gimmicks wie die digitalen Außenspiegeln zu buchen. Doch die betrüblich geringe Reichweite – unser Test des Honda-e ergab in der Praxis lediglich 135 Kilometer – führte in Verbindung mit dem hohen Preis von 39.900 Euro dazu, dass nur wenige Kunden einen Kaufvertrag unterschreiben mochten.

Der e:NY1 soll das jetzt besser machen. Schon rein formal ist er ein ganz anderer Typ – ein 4,39 Meter langes Kompakt-SUV nämlich, das auf einer neu entwickelten Frontantriebsplattform namens „e-N Architecture F“ basiert und in China über ein Joint Venture mit Dongfeng produziert wird.

Der spezielle Charme des Honda-e geht dem deutlich konventionelleren und dem bereits bekannten Honda HR-V recht ähnlichen e:Ny1 allerdings ab; mit den vielen ähnlich gearteten Konkurrenten von Opel Mokka Electric über Hyundai Kona Elektro und Kia Niro EV bis Volvo EX-30 oder MG ZS EV muss er sich messen, ohne dabei herausragende Besonderheiten ins Feld führen zu können.

Ein sehr solider Stromer ist das elektrische City-SUV aber allemal geworden. Die Motorleistung von 150 kW/204 PS reicht mehr als aus, die Akkukapazität von 68,8 kWh ermöglicht nach Norm bis zu 412 Kilometer Strecke, in der Praxis dürften 300 bis 350 Kilometer zu bewerkstelligen sein. Auf ersten Testfahrten blieb unser Verbrauch von 15,1 kWh/100 km sogar unterhalb des werksseitig angegebenen Werts von 18,2 kWh. Das ist löblich, muss aber mit dem Hinweis verbunden werden, dass der e:Ny strikte Tempolimits zu respektieren hatte und es auch nicht mit stromfressenden Herausforderungen wie Bergaufstrecken zu tun bekam.

Apropos stromfressend: Der sogenannte Econ-Modus ermöglicht insofern eine niedrigere Wärmeleistung der Klimaanlage, als er automatisch das erwärmt, was in unmittelbarem Körperkontakt zum Fahrer beziehungsweise der Fahrerin steht, die Sitze und das Lenkrad also.

Wie der erfahrene E-Langstreckenpilot weiß, ist die Reichweite jedoch nur ein Faktor, mindestens ebenso sehr kommt es auf die Ladeleistung an, sprich, wie schnell sich Strom nachfassen lässt. Blick auf die Daten: An der DC-Schnellladesäule, wie es sie vornehmlich entlang der Autobahnen gibt, „tankt“ der e:Ny1 mit bis zu 78 kW. Das ist nicht sonderlich stark, es dauert eine Dreiviertelstunde, um von 10 auf 80 Prozent Füllstand zu gelangen. Dafür, heißt es bei Honda, verlaufe das Ladeprozedere gleichmäßig konstant, was wiederum eine vorzeitige Abnutzung des Akkus verhindere. AC-Laden an der Wallbox beziehungsweise konventionellen Ladestation funktioniert mit maximal 11 kW, der leere Akku ist nach sechs Stunden wieder voll.

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