Erster Test Kia EV3 (2025): Kias Antwort auf ID.3 & EX30

Kia gibt Vollgas, oder besser gesagt: Vollstrom. Die Hyundai-Tochter bringt mit dem neuen EV3, noch unterhalb des Niro, ein weiteres Stromer-SUV in den Handel. Optisch selbstbewusst, mit gutem Platzangebot und zu fairen Preisen. Wir zeigen im Test, wo die Stärken und Schwächen des Kia EV3 liegen.

Mitbewerber & Preis: VW ID.3 und Volvo EX30 im Visier

Bei Kia geht es nun Schlag auf Schlag: Neben den beiden rein elektrischen 800-Volt-Modellen EV6 und EV9 hatten die Koreaner auch noch den zuletzt 2022 neu aufgelegten Niro EV im Programm. Letzterer wurde im November 2024 vom Markt genommen, um dem neuen Stern am hart umkämpften Kompakt-SUV-Firmament nicht die Schau bzw. die Kunden zu stehlen: Dem hier getesteten Kia EV3. Der Stromer konkurriert mit seinen 4,30 Metern in der Länge vordergründig mit dem (etwas teureren) Volvo EX30, aber auch mit dem (mittlerweile deutlich günstigeren) VW ID.3.

Leider können wir nicht allzu viel zur Grundvariante EV3 „Air“ (ab 35.990 Euro) erzählen, da uns bei ersten Testfahrten in und um Lissabon nur Fahrzeuge in der höchsten, dafür aber umfangreich ausgestatteten GT-Line zur Verfügung standen. Ein Blick in den Konfigurator offenbart zumindest, dass auch das Basismodell alles andere als nackt vorfährt. In der günstigsten Variante mit 58,3 kWh großem LFP-Akku kann der Wagen jedoch nur mit maximal 103 kW DC laden. Anders als bei den großen EV-Brüdern gibt es nur 400-Volt-Technik – Kia verspricht dennoch Ladezeiten von zehn auf 80 Prozent in knapp 30 Minuten. Immerhin zählen zum Serientrimm LED-Scheinwerfer, 17-Zoll-Räder, zahlreiche Assistenzsysteme und die beiden 12,3-Zoll-Displays mit kabelloser Apple CarPlay- und Android Auto-Anbindung.

Bedienung & Innenraum: Navi mit Schwächen

Bevor wir auf die Fahrqualitäten eingehen, werfen wir zunächst einen Blick auf das Bedienkonzept des Kia EV3: Es ist, so viel können wir nach den kurzen Testfahrten schon einmal sagen, deutlich konservativer gestaltet als das, was beispielsweise Volvo im EX30 anbietet. Es gibt noch vier echte Fensterhebertasten, richtige Knöpfe am Lenkrad, und auch die Klimaanlage lässt sich teils über separate Drücker bedienen. Lobenswert ist zudem, dass Kia weiterhin auf einen Verbund von mehreren Bildschirmen setzt. Hinter dem Lenkrad findet sich ein klar ablesbares 12,3-Zoll-Kombiinstrument, es folgt eine 5-Zoll-Einheit für die Klimaanlage (kennt man aus dem EV9) und schlussendlich weiter rechts der ebenfalls 12,3 Zoll große Infotainment-Screen.

Obgleich die Übersichtlichkeit im Cockpit des Kia EV3 eine seiner großen Stärken ist, arbeitete das Navigationssystem in Portugal eher schlecht als recht. Teils stimmte das GPS-Signal nicht, Kartenmaterial schien veraltet zu sein und die Darstellung wirkte insgesamt recht altbacken – oder eben konservativ. Derweil gibt es auch für den EV3 immer mehr Software-Erweiterungen, wie etwa Steaming-Dienste, zum Herunterladen. Für ordentlich was auf die Ohren sorgt das Harman Kardon Soundsystem, das insgesamt acht Lautsprecher umfasst, allerdings erst in der EV3 GT-Line (ab 48.960 Euro) erhältlich ist. Etwas weniger angetan waren wir indes von der Materialauswahl. Einfache Kunststoffe dominieren, das ausziehbare Schneidebrett unterhalb der Armauflage erinnerte uns qualitativ an den Waschtisch in einem Economy-Airbus, und die Kunstlederbezüge sind eher wenig atmungsaktiv.

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