Auftakt zum Dauertest für den Honda Civic e:HEV

Unser halbjähriger Dauertest des Honda Civic e:HEV soll beweisen, ob der aussergewöhnliche Hybridantrieb in der Praxis tatsächlich so effektiv ist, wie sich das Honda erhofft.

Beim Civic e:HEV geht Honda andere Wege als die Konkurrenz. Schon die Karosserie des Kompaktklasse-Modells ist irgendwie anders: kein Schrägheck à la VW Golf, eher eine gestreckte Limousine. Und der Hybridantrieb hat wenig mit jenem anderer Marken zu tun. Im Gegensatz zu konventionellen Vollhybriden wie dem Toyota Yaris Cross, bei denen in erster Linie der Benziner antreibt und der zusätzliche E-Motor nur unterstützend wirkt, funktionierts im Honda Civic e:HEV genau umgekehrt.

Bei gemässigtem Tempo, etwa in der Stadt, ist der Honda hauptsächlich mit seinem 184 PS-E-Motor elektrisch unterwegs – gespeist aus einer kleinen Batterie. Wird mehr Leistung benötigt, wechselt das System in den Hybridmodus: Gefahren wird per Elektromotor, aber der Benziner liefert über einen zweiten, kleineren E-Motor, der als Generator arbeitet, zusätzlich zur Batterie Strom. Nur bei konstantem Autobahntempo treibt der Zweiliter-Benziner die Vorderräder direkt an. Wird noch mehr Leistung gewünscht, unterstützt der E-Motor wieder zusätzlich als Booster.

Autobahnfahrten sind entscheidend

Was auf dem Papier kompliziert klingt, funktioniert in der Praxis nach den ersten 1500 Testkilometern erstaunlich unauffällig. Und ist tatsächlich effizient. Trotz nicht besonders sparsamer Fahrweise pendelten sich unsere ersten Verbräuche bei 5,2 Litern ein. Auf Etappen mit nur geringem Autobahnanteil sank der Schnitt gar auf viereinhalb Liter.

Was uns dabei vor allem erstaunt: Die Sparsamkeit erkauft man sich beim Civic e:HEV nicht mit lahmen Fahrleistungen. Im Gegenteil: Der optisch mit seiner Fliessheck-Karosserie an einen Tesla erinnernde Fünftürer bewegt sich richtig agil, spurtet in 8,1 Sekunden auf Tempo 100, lenkt und fährt äusserst präzise und federt knackig, aber nie holperig. Das macht mancher Konkurrent aus der Kompaktklasse nicht so gut.

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