VOLVO V90 RECHARGE T6 IM TEST

Seit 2016 gebaut, kontinuierlich gepflegt und elektrifiziert – was kann der Kombi als 350 PS starker PHEV? Test.

Gleich rumpelt es. Muss ja. Passiert hier meistens, gerade in einem Volvo. Auf ebenjenem Autobahnabschnitt Richtung Norden, dem Zeit und Verkehr ein paar tückische Wellen in den Belag geknetet haben, kommen einige Fahrwerke zuweilen an die Grenzen ihrer Abstimmung. Im V90 Recharge T6 AWD jedoch: Ruhe. Na ja, vergleichsweise zumindest, denn Federungskomfort zählte bislang nicht zu den Stärken der großen Baureihe.

Doch nach nun fast sechsjähriger Bauzeit erreicht der Kombi eine bemerkenswerte Reife, zeigt durchaus Talent – zumindest mithilfe der Luftfederung –, selbst kurze, kräftige Unebenheiten ordentlich zu absorbieren. Und auch die Lenkung zeigt sich inzwischen deutlich kooperativer, gibt mehr Rückmeldung als bislang, bleibt auf der Langstrecke zugleich entspannt. Wenn der Kombi jetzt noch mit der Kraft seiner zwei Motoren (daher auch Allradantrieb) und Unterstützung der großen 20-Zoll-Räder auf den Lieblingslandstraßen durch Kurven fegt wie ein …Na, so weit geht es dann doch nicht. Handling? Überlässt der Volvo weiterhin anderen, bleibt hier auf untersteuernder Distanz zum Fahrer.

Macht nichts, dafür spielt der V90 die Rolle des souveränen Reisebegleiters so gut wie nie zuvor. Die Kombination aus 253 PS starkem Turbo-Kompressor-Vierzylinder-Benzinmotor und 107-kW-E-Aggregat bringt den 2.155 kg schweren T6 ordentlich in Schwung (0–100 km/h in 5,6 s) und hält sich insgesamt akustisch zurück – erst recht im reinen E-Betrieb. Und der kann dauern: dank des statt 11,4 jetzt 18,8 kWh großen Akkus nun bis zu 80 km. Wer die E-Reichweite nutzt und brav lädt, kommt mit 2,2 l plus 16,9 kWh/100 km gut über die Runden, wer nicht lädt, braucht 9,7 l/100 km. Systemdrehmoment? Gibt Volvo nicht an. Aber 350 Nm vom Verbrenner und 309 Nm vom E-Motor sollten eine ausreichende Summe ergeben.

Irgendwas ist immer

Jedenfalls fährt der V90 sehr lässig, der Fahrer genießt den unverändert bequemen Sitz und die gute Basis-Ergonomie, regt sich nicht mehr über die verschachtelte Infotainment-Bedienung auf, nutzt stattdessen den in diesem Testwagen zuverlässigen Sprachassistenten. Die Mitreisenden freuen sich ebenfalls über Platz und bequeme Sitze, nur allzu viel einpacken dürfen sie nicht, denn das Design kostet Laderaum.

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