Audi Q4 e-tron, Volvo C40: Elektro-SUV, Test, Motor, Preis, Reichweite

Schöne Autos hießen früher Avant. Heute Audi Q4 e-tron oder Volvo C40. AUTO BILD hat die beiden elektrischen Fließheck-SUV verglichen.

Erinnern Sie sich an den Mitsubishi i-MiEV oder den Renault Twizy? Zwei Pioniere der E-Mobilität, allerdings: hübsch geht anders. Inzwischen klappt das besser. Zum Beispiel mit Audi Q4 e-tron und Volvo C40 Recharge.

Bei Audi trifft SUV Coupé-Linie und Neuzeit – so die Formen-Formel für den Q4 e-tron Sportback. Ganz ähnlich hat auch Volvo gerührt, dem C40 Recharge eine fließende Silhouette gegönnt. Schicke Dinger, die beiden. Doch taugen sie auch?

Über 200 PS an der Basis

Ins Rennen schicken wir die Basismotorisierungen der Modellreihen: den neuen Volvo als C40 Recharge Pure Electric Single Motor Ultimate und den Audi Q4 Sportback 40 e-tron.

Hinter der langen Bezeichnung des Schweden steckt der C40 mit nur einem Motor, Vorderradantrieb, der „kleinen“ Peakleistung von 231 PS und dem Top-Ausstattungspaket. Auch Audis Kürzel übersetzen wir: Basis-Linie, Hinterradantrieb und eine E-Maschine im Heck mit 204 (Spitzen-)PS.

Hinten ist es eng im Volvo

Den Trick mit der fließenden Dachlinie zieht Volvo konsequenter durch. Mit Folgen für das Raumangebot im Fond, Große haben es hier schwer. Wenn sie denn hineinkommen.

Der Zustieg an den ausladenden Radhäusern vorbei und unter dem flachen Dachholm hindurch grenzt an eine Würde raubende Zeremonie. Auch vorne im C40 fühlt es sich enger an, als es die 4,44 Meter Außenlänge erwarten lassen.

Die Sicht ist bei beiden SUV eingeschränkt

Im Audi geht es rundum luftiger zu, Passagiere in der zweiten Reihe fühlen sich ebenfalls wohler. Für beide Autos gilt: Der Fahrer muss bitte schön schwer konzentriert bleiben, um die Preziosen durch dichten Verkehr zu bugsieren. Denn die Autos sind enorm unübersichtlich, speziell nach schräg hinten reicht es von verschleiert (Q4) bis Blindflug (C40). Immerhin spendiert Volvo dem C40 ein brauchbares Rundum-Kamerasystem, das minimiert die Fallen beim Rangieren.

Ebenfalls klarer Pluspunkt bei Volvo: Die Innenraumanmutung haben die Schweden fein hinbekommen, Materialien wirken hochwertiger, Baugruppen solider ins Auto montiert.

Als Lastesel macht sich der Volvo ebenfalls ein wichtiges Quäntchen besser – er darf bis zu 1500 Kilogramm schwere Anhänger ziehen, bei Audi dürfen Trailer nur eine Tonne wiegen. Trost kommt aus dem Gepäckabteil: Hier passen rund 150 Liter mehr Ladung hinein als beim Volvo.

Im C40 steckt ein wenig mehr Punch

Über 200 PS sind eine Ansage. Jedoch treffen die Leistungsspitzen jeweils auf rund zwei Tonnen Masse. Heißt: Es geht voran, jedoch nicht inklusive des beeindruckenden E-Prankenhiebs anderer Modelle. Beide Autos sind auf 160 km/h limitiert – das finden wir brauchbar für dieses Segment, jedoch eher mickrig für diese Preislage.

Der über 100 Kilogramm leichtere und rund 30 PS stärkere Volvo zieht etwas druckvoller durch, dafür verbraucht er mehr Energie. Der Audi gleitet entspannter über Bodenwellen, lenkt sich feiner, reagiert präziser, spurtet auch da noch trittfest aus einer Kehre heraus, wo der C40 bereits scharrend mit den Vorderreifen rotiert. Man könnte auch sagen: Wer Fahrspaß sucht, spricht lieber beim Audi-Händler vor.

Audi liegt bei der Reichweite vorn

Ebenfalls ein Minuspunkt beim C40: Das auf Ganzjahresreifen (ab Werk) geeichte Auto benötigt 38 Meter Weg, um aus Tempo 100 zum Stehen zu kommen. Gleichzeitig geht dem Volvo früher die Puste aus, wenn es um die Reichweite geht. Statt nach WLTP versprochener 433 Kilometer Maximalentfernung schafften wir nur 320 Kilometer. Aus den Akkus des Audi lässt sich für 70 zusätzliche Kilometer Fahrt Leistung pressen.

In der Praxis sollten diese Differenzen noch etwas verschwimmen, denn der Volvo darf dank eingebautem 150-kW-Lader an den Zapfstellen größere Energiemengen nachfassen. Die Technik des Audi erlaubt nur eine maximale Ladeleistung von 135 kW. Weitere Details zum Test gibt es in der Bildergalerie.

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