Bezahlbarer Einstiegspreis, großer Akku, alltagstaugliche Reichweite: Der Kia EV3 gibt ein großes Versprechen ab. Im Langstreckentest muss er es einhalten.
Lange gab bei E-Autos nur diese Wahl: Entweder entschied man sich für einen bezahlbaren Stromer und musste dafür geringere Reichweiten und niedrige Ladeleistungen in Kauf nehmen – oder man musste deutlich mehr Geld ausgeben. Mittlerweile scheint es so, als würden auch Kompaktmodelle wie der Kia EV3 die Langstrecke beherrschen – mit großen Akkus und Ladeleistungen, mit denen die Ladestopps kaum länger als eine Kaffeepause dauern. Funktioniert das in der Realität? Ein Wochenendtrip von Berlin nach Passau (rund 620 Kilometer) soll es klären.
Als der Testwagen vorrollt, fällt zunächst auf, wie kompakt der Kia EV3 tatsächlich ist. 4,30 Meter lang, 1,85 Meter breit – typische Maße für seine Klasse. Doch der Innenraum wirkt deutlich luftiger als bei vielen Konkurrenten: Ein flacher Boden, keine Wulst eines Mitteltunnels, klar strukturierte Flächen, viel Kopffreiheit – all das verleiht dem Innenraum eine Weite, die man bei diesen Außenmaßen nicht erwarten würde.
Positiv fällt der Instrumententräger auf: Mit seiner Stoffbespannung wirkt er deutlich hochwertiger als auf den Fotos. An der Verarbeitung gibt es wenig zu meckern: Nichts klappert, nichts knarzt. Kia montiert sauber. Aber bei näherem Hinsehen bleiben kleine Schwächen nicht verborgen: Die Türtafeln etwa sind weich unterschäumt, sehen jedoch sehr schlicht aus – ein bisschen, als wären sie aus Legosteinen zusammengesetzt. Auch die Türöffner aus schlichtem Kunststoff und die zentrale Lautstärkewalze könnten hochwertiger wirken – gerade bei einem Testwagenpreis von über 50.000 Euro. Die Ausstattung GT-Line kommt mit einigen hellen Kunstleder-Elementen, wie etwa am Lenkrad oder an den Armauflagen in den Türen – Geschmackssache, der Hausmann im Tester sieht hier Fleckenpotenzial.



