Überhaupt setzt Polestar auf ein Maximum an Digitalisierung, analoges scheint der edlen Volvo-Tochter zu wider. Es gibt de facto keine Tasten, folglich erfolgt die Bedienung abseits der Sprachsteuerung via dem 15,4“ großen Touchscreen. Dazu gehören auch ungewohnte Schritte wie Einstellung der Lüftungsströme, Verstellung der Spiegel und des Lenkrades oder öffnen des Handschuhfaches. Das macht weder Spaß noch erleichtert es irgendwas, setzt man seine Unterschrift unter den Kaufvertrag, wird man aber eh wissen worauf man sich einlässt.
Und man bekommt ja auch etwas dafür. Das Interieur ist eine Wucht von reduzierter und leicht unterkühlter Eleganz. Neben dem zentralen Screen als Blickfänger ist die freischwebende Mittelkonsole mit dem darunter liegenden großen Ablagefach ein weiteres High-light. In Sachen Verarbeitung und Materialien lässt Polestar keinen Zweifel am Premium-Anspruch. Dass letztere auch noch zu einem wesentlichen Teil aus recycelten Materialien besteht, erfreut dann auch noch das Gewissen.
Sollte bei einem elektrischen Auto sowieso ein reines sein, bei mehr als 2,3 Tonnen Leergewicht ist eine leichte Trübung aber nicht ausgeschlossen. Sagen wir so, die CO2-Bilanz des Polestar 4 ist wahrscheinlich nicht hitverdächtig, aber unterm Strich dann doch grün. So wie das Gesicht des aus Spaß an der Freude bewusst im Unwissen gelassenen Beifahrers, wenn das rechte Pedal betätigt wird. In 3,8 Sekunden katapultieren 686 Newtonmeter und 544 PS den Polestar auf 100 km/h.
Spätestens jetzt ergibt das dynamische Design Sinn. Der Polestar 4 sieht nicht nur aus wie ein SUV-Sportler, er beschleunigt auch wie einer. Und das egal wann, egal wo. Die Krönung freilich ist seine Agilität und souveräne Straßenlage. 2,3 Tonnen? Mir doch egal. Na ja, nicht ganz. Der Verbrauch kann schon mal Richtung 30 kWh tendieren, das geht auch am mit netto 94 kWh eh großen Akku nicht ganz spurlos vorüber. Wie gut, dass es auch den Alltag gibt, wo sogar der Normverbrauch in Reichweite kommt und von 590 WLTP-Kilometern knapp 500 überleben.



