Ford Mustang Dark Horse im Test: Neuer Name, altes Lied?

In Deutschland werden wir Anfang 2024 in den Genuss des neuen Mustang Dark Horse kommen. Unsere Kollegen von Motor1.com USA konnten die aktuell sportlichste Ausprägung der neuen Mustang-Generation bereits fahren. Offenbar waren sie ziemlich angetan.

Ford hätte auf seinen endlosen Namensschilder-Vorrat zurückgreifen können, ein historisches Abzeichen auf die Rückseite des neuen Mustangs klatschen und fertig. Aber nix da, das hier ist der erste Mustang seit der vierten Generation, der eine neue Performance-Variante erhält: Gewöhnen Sie sich schon mal an den Dark Horse, der im Prinzip sowas wie der Mach 1 der Vorgänger-Generation ist. Er sitzt also zwischen den GT-Modellen und den wilden Shelbys.

Was schon mal stark für ihn spricht: Er hat den stärksten 5,0-Liter-V8-Sauger in der Geschichte des Mustang unter der Haube. Und der Coyote-Motor ist liebenswert wie eh und je. Vermutlich sogar ein bisschen mehr als das. Geschmiedete Pleuelstangen aus dem aufgeladenen GT500 und eine spezielle Software-Abstimmung bringen ihn auf 507 PS und 567 Nm Drehmoment – das sind 20 PS und 5 Nm mehr als im aktuellen GT.

Klar, der Dark Horse haut bei niedrigen Drehzahlen nicht so mit Drehmoment um sich wie einige Konkurrenten mit Kompressor oder Turbo. Sagen wir es so: Er hat genug Dampf, um ordentlich aus dem Knick zu kommen, aber direkt ausbrechen, wenn du das Gas falsch anschaust wird er jetzt nicht – Cars&Coffee-Teilnehmer auf der ganzen Welt dürfen damit erleichtert aufatmen. Das Drehmoment steigt herrlich linear bis zu seinem Maximum von 4.900 U/min und so geht es mit der Leistungsentfaltung auch bis zur Drehzahlgrenze bei 7.500 Touren weiter.

Am besten performt der Dark Horse jenseits der 5.000 U/min. Bei hohen Drehzahlen geht er richtig auf und der V8 glänzt am meisten, wenn man ihm ordentlich einschenkt. Am besten funktioniert das Ganze im Zusammenspiel mit dem Tremec-6-Gang-Schaltgetriebe. Es klackt schwer, eng und schnell durch die Gassen, verfügt über eine Zwischengas-Funktion und endlich auch über No-Lift-Shift (was es bei Performance-Autos von GM bereits seit Jahren gibt). Ein Match made in Muscle Car Heaven. Man kriegt den Dark Horse auch mit einer 10-Gang-Automatik und selbige ist tatsächlich ziemlich gut – aber die manuelle Schaltbox bleibt das Setup der Wahl.

Die Straßen von Charlotte, North Carolina sind jetzt nicht das Aufregendste, was die Welt zu bieten hat, aber für den Beweis, dass der Dark Horse ein wunderbarer Alltagsbegleiter ist, taugen sie allemal.

Von außen sehen wir hier für meinen Geschmack die schönste Variante der siebten Mustang-Generation. Innen geht es eher asketisch als luxuriös zu. Im Basis-Dark Horse schafft man es kaum, sich die Knie nicht an irgendeinem Stück Hartplastik anzuhauen. Wer bessere Materialien will, muss zur Premium-Ausstattung greifen, die dann auch schöneren Ledertrimm mit Steppungen beinhaltet.

Die optionalen Recaro-Schalensitze sind ziemlich bequem und wer auch nur ein Fünkchen Wert legt auf Seitenhalt, sollte sie dem in dieser Hinsicht schwachen Standard-Gestühl vorziehen.

Vorne drin kombiniert Ford ein 12,4-Zoll-Instrumentendisplay mit einem 13,2-Zoll Infotainment-Screen. Das bedeutet gleichzeitig den Wegfall einiger Retro-Elemente. Das neueste Infotainmentsystem ist aber einfach in der Bedienung, stark konfigurierbar und ein paar Dark Horse-spezifische Grafiken gibt es auch.

Das serienmäßige MagneRide-Fahrwerk mit Adaptiv-Dämpfern federt jetzt nicht superweich, aber wir reden hier ja auch von einem Auto mit Track-Fokus. Sind die Straßen schlecht, wird es ein wenig ruppig, aber das ist schon alles noch sehr im Rahmen.

Der wahre Performance-Test folgt schließlich auf dem Charlotte Motor Speedway. Auch hier glänzt der frei saugende Achtzylinder mit seiner unnachgiebigen Kraft im oberen Drehzahlbereich und dem großartigen Röhren aus der Vierrohr-Auspuffanlage (sowohl den absolut irren Klangteppich als auch die vollen 507 PS werden wir in der Europa-Version wohl nicht erleben. Hier könnten die Emissionsregeln bis zu 60 PS kosten; Anm. d. Red.).

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