Erste Fahrt im neuen Land Rover Defender

Sumpf, Wüste, Dschungel: Der 2015 eingestellte Land Rover Defender meisterte (fast) alles. Jetzt kommt die neue Generation – wird der Extrem-Offroader zum Weichei?

Vier Jahre mussten die Defender-Jünger auf die vierte Generation des legendären Geländewagens warten. «Wir haben das Auto sehnsüchtig erwartet», heisst es auch bei Land Rover. 48 Monate ohne ein Auto, das mehr als zwei Millionen Mal verkauft wurde und perfekt zum SUV-Hype passt, da geht eine Menge Geld verloren.
Image sowieso: Ab 1948 brachte der erste Defender – damals noch einfach Land Rover genannt – Bauern sonntags in die Kirche und montags aufs Feld. Über mehr als 70 Jahre verdient sich das Einfach-Auto mit ab Werk schon welliger Alukarosserie den Ruf eines Sackmessers auf Rädern. Schleppt alles, schafft alles, nicht kaputtzukriegen. 2015 war dann Schluss. Kaum zu glauben, wie anders jetzt die Offroad-Ikone wirkt. Angeblich haben sich die Engländer beim Design des neuen Defenders schwergetan. «Das Design respektiert die Vergangenheit, lässt sich aber nicht von ihr einengen», sagt Chef-Designer Gerry McGovern.

Allradler mit allem

Auch dieser Defender muss im Gelände mit den Besten mithalten können. Wie es sich gehört, hat der Defender einen permanenten Allradantrieb, zwei Sperren (Mitte und hinten), Untersetzungsgetriebe und Geländeprogramme. Schnee und Eis, Schlamm, Schotter und Sand werden mit dem linken Drehregler der Klimaanlage ausgewählt, nachdem man den einen Knopf rechts daneben gedrückt hat. Wer der Technik traut, schaltet auf Auto und lässt den Defender wählen. Profis stimmen Motorleistung, Getriebe, Differenziale und Fahrwerk manuell ab.

Dank Luftfederung, maximaler Achsverschränkung von 50 Zentimetern und 90 Zentimetern Wattiefe kommt der Defender fast überall hin. In schwierigem Gelände hilft – wie im Range Rover Evoque – der Trick mit der durchsichtigen Motorhaube dank Frontkamera. Das Cockpit bietet nicht den überbordenden Luxus eines Range Rovers, aber das Infotainment mit 12,3-Zoll-Touchscreen und virtuellen Instrumenten ist zeitgemäss. Sogar Head-up-Display und Lederausstattung sind auf Wunsch erhältlich.

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