Range Rover Sport im Test

Der neue Range Rover Sport macht dem Flaggschiff der Marke in der mittlerweile dritten Generation mit mehr Sportlichkeit und Fahrdynamik ordentlich Beine.

Land Rover präsentierte im Oktober 2021 die neueste Version des Range Rovers, seines Flaggschiffs. Wie es die Tradition auf der Insel besagt, folgt seit 2005 darauf eine sportliche Variante des großen SUVs, welcher mit dynamischen Fahreigenschaften punktet. Nun beerbt der neue Range Rover Sport seinen erfolgreichen Vorgänger und fährt mit allerlei Technik vor.

Wer auf der Suche nach einem ästhetischen SUV mit unverkennbarer Designsprache ist, kommt an den Modellen der britischen Offroad-Marke Land Rover kaum vorbei. Die dynamischere Version des Top-Modells punktet mit reduziertem Gewicht und knapperen Abmessungen sowie einem sportlichen Fahrgefühl. So zumindest die Grundidee der ersten Generation in 2005 – ganze 17 Jahre später hat nun die dritte Generation das Zepter übernommen.

Klare Linien und glatte Flächen

Das Exterieur des SUVs sucht in Sachen Abstraktheit seinesgleichen. Während die Konkurrenz auf auffällige Anbauteile setzt, um die Sportlichkeit seiner Modelle zu unterstreichen, verzichtet man bei Land Rover gänzlich auf markante Sicken und Kanten. So dominieren klare Linien in Kombination mit glatten Karosserieoberflächen das Erscheinungsbild. Die aufgeräumte Formensprache unterstreicht die gewollte Dynamik ungemein. Die Türgriffe tauchen nahtlos ins Blechkleid ein, der Heckscheibenwischer verbirgt sich unter dem Dachkantenspoiler und alle Spaltmaße sind vorbildlich klein gehalten.

Es wäre zwar vermessen, bei einem Fahrzeug mit diesen Abmessungen von Minimalismus zu sprechen. Obwohl die Designsprache genau darauf abzielt, darf man nicht vergessen, dass der Range Rover Sport ein mächtig großer Luxus-SUV ist.

Im Interieur geht es gleichermaßen aufgeräumt zur Sache. Die Mittelkonsole kommt mit wenigen Knöpfen und Drehreglern aus, alles kann über das 13,1 Zoll große Touchdisplay gesteuert werden. Auch hier wurden die Icons in ihrer einfachsten Form gestaltet, wodurch es sich kinderleicht zum gewünschten Menüpunkt navigieren lässt. Besonders chic sind die beiden Drehregler der Klimasteuerung, welche mit einem kleinen Display versehen sind. Diese können nicht nur die gewünschte Innenraumtemperatur einstellen, sondern steuern durch Drücken oder Ziehen auch die Sitzheizung oder die Gebläsestärke.

Die Haptik der Materialien sowie die hohe Verarbeitungsqualität sind im Range Rover selbstredend exquisit. Nennenswert ist die optional erhältliche Ultrafabrics-Ausstattung, womit ein pflanzenbasiertes Lederimitat Einzug hält und der Range Rover als vegan betitelt werden könnte.

Äußerst dynamisch oder beeindruckend sparsam

Das Fahrverhalten des Briten zeichnet sich durch eine gelungene Kombination aus souveränem Federungskomfort sowie straff abgestimmtem Fahrwerk aus. Möglich macht dies das serienmäßige Luftfahrwerk, welches sich per Drehregler auf die gewünschte Abstimmung konfigurieren lässt.

Dass ein Land Rover selbstverständlich über diverse Offroad-Fahrunterstützungen verfügt, ist hinlänglich bekannt, wodurch dem Abstecher ins Gelände nichts im Wege steht. Dank der variablen Bodenfreiheit erhebt sich der SUV auf satte 274 Millimeter und die 3D-Rundumkamera zeigt nicht nur an, was sich um das Fahrzeug herum befindet, sondern auch, was sich darunter befindet.

Wer die Geländegängigkeit in puncto Agilität noch erhöhen will, hat die Möglichkeit, mit der optionalen Allradlenkung den Wendekreis des Sports um 1,31 Meter zu verringern. Diese macht den SUV auch auf asphaltierter Straße ausgesprochen wendig, wodurch man im urbanen Umfeld schnell vergisst, dass man einen 2,20 Meter breiten SUV bewegt.

Unter der Haube werden ausschließlich Sechszylindermotoren verbaut, das Portfolio umfasst drei Dieselaggregate sowie zwei Benzin-Hybridmotoren. Letztere werden mit mindestens 116 Kilometern rein elektrischer Reichweite angegeben, wodurch einen Durchschnittsverbrauch von 0,7 Litern erreicht werden soll (WLTP). Der leistungsstärkere Hybrid (550 PS) durchbricht in 4,9 Sekunden die 100 km/h-Marke, passend dazu lassen sich im Display die G-Kräfte anzeigen. So macht das Abrufen der Leistung noch mehr Spaß.

Wer jedoch möglichst effizient im Luxus-SUV unterwegs sein möchte, kann per Knopfdruck in den rein elektrischen Antrieb schalten, wodurch es sich leise dahingleiten lässt. Für die Fahrten im Stadt- oder Überlandverkehr (elektrisch bis zu 137 km/h) ist das auch vollkommen ausreichend, jedoch sind die angegebenen 116 Kilometer nur schwer zu erreichen. Als realistisch sind circa 80 Kilometer zu betrachten, was den Bedarf an täglichen Fahrten in den meisten Fällen abdeckt.

Wer den elektrischen Modus vollends ausnutzt, kann die angegebenen 0,7 Liter Durchschnittsverbrauch mit behutsamer Fahrweise sicherlich erreichen. Dies ist jedoch kein Wert, mit dem gerechnet werden sollte – denn ist der Akku einmal leer, klettert der Durchschnittsverbrauch unweigerlich in den zweistelligen Bereich.

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