Vans sind eigentlich ein Auslaufmodell. In China geht Volvo einen anderen Weg und präsentiert mit dem EM90 den ersten Van der Marke. Der fühlt sich an wie ein rollendes Wohnzimmer.
Die Sitze bequemer als daheim im Wohnzimmer, das Ambiente wie in einem noblen Möbelhaus, mehr Elektronik als bei Media Markt und so viel Platz wie in einer Hotelsuite – wer zum ersten Mal in den Volvo EM90 einsteigt, der wähnt sich nicht in einem Auto, sondern einem Appartement.
Kein Wunder, schließlich ist der kantige Koloss von 5,21 Metern der erste Van aus Göteborg, mit dem die Schweden in ihrer neuen Heimat China als erste Europäer auf den Trend zur luxuriösen Raumfahrt reagieren. Denn immer öfter lasst die Elite in Shanghai oder Peking alten Protzlimousinen wie eine S-Klasse oder einen S90 links liegen und genießt stattdessen Stehhöhe und XXL-Beinfreiheit.
Freilich hat Volvo den EM90 nicht ganz alleine entwickelt und auch nicht aus eigenem Antrieb. Die Schweden haben sich unter dem Dach der chinesischen Mutter Geely an die Schwester Zeekr gehängt und deren 009 als Basis genommen. Er liefert die Skateboard-Plattform mit 116 kWh großem Akku, der – im etwas laxeren China-Zyklus – für imposante 738 Kilometer reicht und auch an der Ladesäule beeindrucken kann. Denn mit seiner 800 Volt-Architektur erlaubt er Ladeleistungen von bis zu 360 kW und schafft die üblichen 10-80 Prozent deshalb in 28 Minuten.
Weniger protzig ist dagegen der Antrieb. Denn auf dem Papier wirken die 272 PS des Heckmotors eher bescheiden bei einem Gewicht von 2,8 Tonnen. Doch mit der wie immer beim E-Motor fast explosiven Drehmomententwicklung reichen die 343 Nm allemal für ein dynamischeres Fahrverhalten, als es den Insassen in einem Van womöglich lieb ist.



