Erster Test: Kia EV3

Dass der Premiumbegriff in der elektrischen Ära neu definiert und von anderen Marken aufgegriffen wird, zeigt Kia deutlich: Der EV3 setzt Designtrends und etabliert neue Technik-Standards im Segment. Reichweite und Fahrkomfort heben sich besonders ab. Weil es dazu erstaunlich viel Platz gibt, geht auch der selbstbewusste Preis in Ordnung.

Um wen geht es?

Der EV3 ist das dritte Modell im neuen EV-Portfolio von Kia. Das SUV reiht sich deutlich unter EV6 und EV9 ein, verwendet aber die gleiche Plattform (E-GMP) und bringt damit Technologien aus höheren Klassen ins Kompakt-Segment. Markenintern wird der 4,30 Meter lange EV3 den e-Soul und langfristig auch den e-Niro ersetzen. Direkte Konkurrenten sind zum Beispiel Volvo EX30, Renault Megane E-Tech, Smart #1 und Mini Countryman E, im weiteren Sinn auch Cupra Born und VW ID.3. Das beliebte Tesla Model 3 ist ein anderes Konzept, aber preislich nicht so weit weg.

Wie tritt der EV3 auf?

Das beim EV9 eingeführte Blockhaus-Design mit geraden Linien und großen ebenen Flächen setzt der EV3 im kleineren Maßstab fort. Von luxuriösen Cool Cars wie Mercedes G-Klasse und Land Rover Defender ausgehend hat sich der Verzicht auf Rundungen zu einem Designtrend entwickelt, der nun auch bei den Kompakt-SUVs ankommt. Neben der waagrechten Gürtel- und der ganz leicht abfallenden Dachlinie wurden auch die meisten anderen Striche quasi mit dem Lineal gezogen. Wo Autos etwas gegen Kanten haben, also bei den Rädern, halten die Designer mit kantigen Radhaus-Einfassungen und viereckigen Elementen in den Felgen dagegen. Nehmt das! Damit Kia trotz Box-Design respektable Aerodynamik-Werte erzielt, haben die Techniker tief in die Trickkiste gegriffen und unter anderem versenkbare Türgriffe, eine vollständige Unterbodenverkleidung und aktive Luftklappen integriert.

Schaut das ganze cool aus? Definitiv. Kia hat das Kanten-Design richtig gut umgesetzt und einen modernen „New Look“ kreiert, neben dem viele Kompakt-SUVS alt aussehen. Zudem wirkt die Ausführung hochwertig, das Erscheinungsbild hat Premiumcharakter – wobei die Ausführung schon noch einen Unterschied macht: Während man über ein Zusatzpaket auf die 19-Zoll-Räder sowie die Topversion der LED-Scheinwerfer und -Rückleuchten upgraden kann, bleibt der noch schickere Glossy-Look mit schwarzen Hochglanz-Elementen der höchsten Ausstattungsstufe „GT-Line“ vorbehalten.

Wie viel Platz bietet der EV3?

Für ein 4,30-Meter-Auto ist der Innenraum extrem geräumig, weil Kia die bauartbedingten Raumgewinnen einer reinen Elektro-Plattform mit neuen, kompakteren Komponenten – zum Beispiel für Heizung, Lüftung und Klima – noch zusätzlich steigert. Das niedrige Armaturenbrett und der freie Raum zwischen den Passagieren sorgen für luftiges Raumgefühl in Reihe eins, die schlanken Vordersitzlehnen holen wichtige Beinfreiheit-Zentimeter in Reihe zwei heraus. Dass sich größere Personen hinten über sprichwörtlich weite Strecken wohlfühlen, ist in dieser Klasse nicht selbstverständlich.

Großzügig ist aber auch der Kofferraum, vor allem das Basisvolumen von 460 Litern ist beachtlich und durch die praktische Form gut nutzbar. Der höhenverstellbare Boden ergibt nach Umklappen der im Verhältnis 60:40 geteilten Rücksitzlehne eine ebene Fläche, das maximale Ladevolumen beträgt 1.251 Liter. Auch nicht schlecht. Die Ladekante liegt auf 75 Zentimetern Höhe, die Ladeöffnung ist 1,13 Meter breit. Separaten Stauraum für die Ladekabel bietet der beleuchtete 25-Liter-Frunk unter der vorderen Haube.

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