Polestar 4: Leistung satt – aber keine Heckscheibe

Der Polestar 4 bietet Leistung im Überfluss, aber keine Heckscheibe. Ob das ungewöhnliche Konzept aufgeht? Polestar gewährte einige Runden mit dem neuesten Modell auf der hauseigenen Teststrecke in Schweden. Testfahrt, Reichweite, Preise.

Speziell: Das Polestar-Konzept

Mit Konsequenz und mit Begeisterung – so beschreibt Polestar-Chef Thomas Ingenlath, wie der ehemalige Volvo-Tuner an die Entwicklung seines neuesten Modells gegangen ist, das schlicht auf den Namen „Polestar 4“ hört. Im Herbst 2023 zeigten die chinesischen Schweden – Polestar gehört zu knapp 80 Prozent der Geely-Gruppe, 18 Prozent hält weiterhin Volvo – das vollelektrische SUV-Coupé im D-Segment der Öffentlichkeit.

Im Sommer 2024 sollen die ersten Autos zu Preisen ab 61.900 Euro auf deutschen Straßen zu sehen sein. Was die potenziellen Kunden erwartet, ist durchaus spektakulär: ein 4,80 Meter langes, 2,14 Meter breites, aber nur 1,5 Meter hohes Auto, das keine Heckscheibe hat.

Was fehlt? Die Heckscheibe!

Chefdesigner Maximilian Missoni: „Wir sind den Weg einfach konsequent weitergegangen.“ Beim Zeichnen eines SUV-Coupés werde die Heckscheibe immer in Frage gestellt. Um die Coupé-Linie halten zu können, muss die Scheibe extrem flach gestellt werden und büße so zwangsläufig ihre Funktion ein. So entschied Polestar sich dazu, ganz auf den Ausguck zu verzichten und den Blick per Kamera nach hinten zu richten.

Pfiffigerweise bleibt es beim gewohnten Innenspiegel als Monitor für das künstliche HD-Auge. Das funktioniert nach etwas Eingewöhnung sehr gut, bei Nebel oder Dämmerung ist die Kamera dem menschlichen Auge sogar überlegen. In der nächsten Ausbaustufe sind, wie Vertreter des Zulieferers bei der Modell-Präsentation erklärten, auch Kameras mit der Qualität von Nachtsichtgeräten möglich.

Fahrerinnen und Fahrer müssen sich allerdings zunächst damit abfinden, nicht mal eben im Innenspiegel den Lippenstift oder die Rasur überprüfen zu können und für hinten Sitzende ist es zunächst etwas befremdlich, den Fahrer oder die Fahrerin nicht im „Spiegel“ zu sehen.

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