Volvo XC60 Recharge: ausgereift in Sachen Plug-in-Hybrid

Die Förderprämie für Plug-in-Hybride ist 2023 Geschichte. Warum Autos wie der Volvo XC60 Recharge T6 trotzdem weiter ihre Existenzberechtigung haben sollten.

Schad wärs scho, wie der Bayer sagt, wenn der Plug-in-Hybrid (kurz PHEV) nach seinem kurzen Höhenflug wieder in der Versenkung verschwinden würde. Warum er das tun sollte? Weil die deutsche Bundesregierung den Teilzeit-Stromern mit dem Stopp der Förderprämie ab 2023 – die ist beschlossene Sache – buchstäblich den Stecker ziehen könnte. Wenigstens die vergünstigte Versteuerung von PHEV-Dienstwagen (ein halbes statt ein Prozent) soll, Stand heute, aber vorerst erhalten bleiben.

Dabei wäre die Technik inzwischen durchaus ausgereift genug, um auch in der Breite dauerhaft Fuß zu fassen. Das stellen Wagen der neuesten Generation wie der Volvo XC60 Recharge unter Beweis. Ihr wichtigstes Plus gegenüber den Vorgänger-Baureihen: Sie verfügen inzwischen über durchaus respektable elektrische Reichweiten. Beim XC60 Recharge T6 sind es der WLTP-Norm nach 78 Kilometer, unter Optimalbedingungen sollen es sogar 92 Kilometer sein. Damit dürfte die durchschnittliche tägliche Wegstrecke, die in der Europäischen Union bei unter 40 Kilometern liegt, locker abgedeckt werden können, ohne dass Benzin verbrannt werden muss.

Mächtige Akkus beim Volvo XC60 Recharge

Die jüngste Reichweitensteigerung der PHEVs hat einen simplen Grund: Die Akkus sind mächtiger geworden. 18,8 kWh fasst die Batterie im Volvo XC60 Recharge. Sie ist im Mitteltunnel verbaut, sodass sie zum Beispiel im Kofferraum keinen Platz wegnimmt – auch das war ja eine Kinderkrankheit früherer Teilzeitstromer. Und nicht zuletzt spielt der Elektromotor selbst in einer anderen Liga. Im XC60 ist er auf 107 kW und 309 Newtonmeter erstarkt und damit durchaus in der Lage, das fast 2,2 Tonnen schwere Gefährt ganz alleine zu wuppen.

Da der Schwede dank starker Rekuperation auf Wunsch auch das Ein-Pedal-Fahren beherrscht, kommt das Fahrgefühl in diesem Plug-in-Hybriden dem eines reinen Elektroautos sehr nahe. Um nicht zu sagen: Es ist identisch. Trotzdem, der wahre Charme dieser Antriebstechnologie liegt in der Zusammenarbeit beider Aggregate. Schön, dass der Mischbetrieb dem SUV auf dem Papier einen märchenhaften WLTP-Normverbrauch von 1,1 Liter Super (und 20 kWh Strom) auf 100 Kilometern ermöglicht. Aber noch schöner, dass das kongeniale Duo dem Koloss Beine macht wie kein reiner Verbrenner zuvor. Geradezu leichtfüßig zieht der XC60 dank des Elektro-Boosts davon. Ansprechverhalten und Durchbeschleunigung sind vorbildlich. In 5,7 Sekunden sprintet der Wagen auf Landstraßentempo, das sind Sportwagen-Werte im SUV.

Ein Volvo mit Leistung satt

Kein Wunder, steckt doch Leistung satt dahinter: 253 PS konventionell plus 145 PS elektrisch, dazu ein Drehmoment von addiert 659 Newtonmetern. Es gäbe mit dem T8 sogar einen noch potenteren Kandidaten. Mit 310 plus 145 PS avanciert er sogar zum leistungsstärksten Volvo aller Zeiten. Auch das zeigt, welches Standing die Plug-in-Hybriden mittlerweile in den Modellpaletten einnehmen.

Nicht ganz so flink: die Ladeleistung des Volvos. Leider spendieren die Schweden ihren Stecker-Modellen keine Schnellader, sodass es selbst im Idealfall fünf Stunden dauert, bis die Batterie wieder gefüllt ist. An der Haushaltssteckdose hängt der Schwede sogar bis zu 13 Stunden. Zwischendurch an der Raststätte Strom „tanken“ funktioniert damit nicht.

Reichweitensorgen muss dank des 71 Liter fassenden Kraftstofftanks zwar niemand haben. Im reinen Benzinbetrieb jedoch steigt der Realverbrauch des SUVs schnell auf zehn und mehr Liter an. Hier haben weniger hoch bauende Modelle wie Kombis (von denen Volvo auch ein paar schöne, auch mit Stecker, im Programm hat) unzweifelhaft Vorteile.

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