Range Rover Sport: Elegant bis ins Detail

Der Range Rover Sport ist ein großes Auto. Den Zusatz Sport in der Modellbezeichnung sollte man aber nicht zu ernst nehmen.

Mit der dritten Generation des Range Rover Sport setzen die Briten mehr denn je auf cooles Design, makellose Verarbeitung und hohen Komfort. Mittlerweile ist die einst so stolze britische Automobilindustrie auf wenige Marken geschrumpft, die sich dazu noch in indischer (Land Rover, Jaguar) oder deutscher Hand (Mini) befinden. Hinzu kommen noch einige japanische Hersteller.

Unter den britischen Marken ist Land Rover/Range Rover sicher die für ihr Herkunftsland typischste, da Jaguar sich gerade im Umbruch befindet und seinen Weg sucht und Mini zu einer mehr oder weniger beliebigen Lifestyle-Marke geworden ist, die kaum noch Anbindung an ihre britische Herkunft hat und in ihrer blassen Internationalität aus so ziemlich jedem Land kommen könnte.

Wenig Ecken und Kanten

Wir aber holen endlich mal wieder unser Tweed-Jackett aus dem Schrank und steigen in den Testwagen ein – ein Range Rover Sport. Die seit kurzem erhältliche dritte Generation des kleineren Range überzeugt mit einem sehr eleganten Design, das Markenpuristen vielleicht sogar zu wenige Ecken und Kanten aufweist.

Die hochwertig verarbeitete Karosserie gibt sich cool und verzichtet auf einen protzigen Auftritt. Man könnte ihn vielmehr fast dezent nennen, wären da nicht die schieren Ausmaße des Fahrzeugs, das in der Länge 4,95 Meter und in der Breite selbst mit angeklappten Außenspiegeln noch 2,04 Meter misst.

Intuitive Bedienung

Innen setzen die Designer ebenfalls auf zurückhaltenden Komfort bei höchster Verarbeitungsqualität. Der Fahrer schaut aus seinem hochwertigen Sitz auf große Displays und ein gestochen scharfes Head-up-Display. Bis auf wenige Kleinigkeiten gibt die Bedienung keine Rätsel auf.

Allerdings zeigt sich die Spracherkennung für ein Auto mit einem Basispreis von fast 100.000 Euro allzu schwerhörig. Gut fanden wir dagegen die vielen Assistenzsysteme, vor allem, weil sie sich ähnlich dezent geben wie das ganze Fahrzeug und den Fahrer nicht mit ständigem übervorsichtigem Piepsen oder ähnlichen Warntönen malträtieren. 

Aus diesen ersten Eindrücken wird schon deutlich: Den Zusatz „Sport“ sollte man bei diesem Range Rover nicht allzu wörtlich nehmen. Diese Version ist in erster Linie 10 Zentimeter kürzer als das große Original, die Dachlinie fällt leicht nach hinten ab und daher geht es ein ganz kleines bisschen weniger luftig zu. Das fanden wir aber eher angenehm, weil der Innenraum immer noch großzügig ist, aber letztlich etwas gemütlicher wirkt. Platz für Gepäck gibt es immer noch reichlich. Wer den Skiurlaub in St. Moritz zu Zweit antritt, kann Ski und Champagner im gepäcklichen Umfang von fast 1.900 Litern mitnehmen. Viel Spaß und wohl bekommts.

Dieselmotor mit 300 PS

Zum erhabenen Auftritt und dem ebensolchen Sitzgefühl passt der von uns gewählte Motor: Der Name 300d deutet schon auf die PS-Leistung hin, das schon bei 1.500 Umdrehungen anliegende maximale Drehmoment von 650 Newtonmetern erzieht den Fahrer unaufdringlich zu einer gelassenen Fahrweise, zumal man den Diesel selbst kaum hört.

Lange Strecken gleitend zurücklegen, dabei möglichst nicht über 180 km/h kommen – denn dann nehmen die Windgeräusche deutlich zu – das passt zum Fahrzeug, zur sanften Achtgang-Automatik und schont zudem den Geldbeutel. Mit rund 10 Litern Diesel für 100 Kilometer, sicher auch dank der Mildhybrid-Unterstützung, waren wir sehr zufrieden, zumal man bei noch etwas mehr Zurückhaltung auch Werte zwischen 8 und 9 Litern herausfahren kann. Für ein Fahrzeug mit 2,5 Tonnen Gewicht nicht schlecht.

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