Mazda CX-60e Skyactiv D: Kann denn Sechszylinder Sünde sein?

Der Verbrenner gilt als Auslaufmodell, insbesondere der Diesel, und der Sechszylinder sowieso. Mazda denkt da anders. In ihrem Midsize-SUV CX-60 verbauen die Japaner einen brandneuen Reihensechszylinder-Selbstzünder mit stattlichen 3,3 Litern Hubraum.

In aller Welt setzen Autobauer auf den Elektroantrieb. Dennoch gilt der moderne Diesel bei SUVs, zumal den größeren Modellen, weiterhin als sinnvolle Antriebsart. Das sieht auch ein japanischer Hersteller so, nämlich Mazda. Die Motorenentwickler aus Fernost haben jetzt sogar einen komplett neuen Diesel entwickelt und das erstaunlicherweise mit sechs Zylindern und großem Hubraum. Zum Einsatz gelangt die Maschine im SUV-Flaggschiff von Mazda, dem CX-60, der im vergangenen Jahr bereits als Plug-in präsentiert worden ist. Der 3,3-Liter-Sechszylinder leistet 147 kW/200 PS und 450 Newtonmeter Drehmoment. Etwas später – im April – folgt die stärkere Ausbaustufe mit 187 kW/254 PS und bulligen 550 Newtonmeter, kombiniert wird sie mit Allradantrieb.

Niedrige Verbrauchswerte

Schon der Einsteiger besticht dadurch, dass er seine reichlich vorhandene Leistung bei geringem Verbrauch erbringt. Besonders beeindruckend: Der sparsame Umgang mit Treibstoff gilt auch für die Fahrpraxis. Hier ergeben sich Werte, die nahe an den 5,0 Litern pro 100 Kilometern liegen, die als WLTP-Norm angegeben werden. Auf ersten Testfahrten über Autobahnabschnitte und bergige Landstraßen wurden am Ende einer insgesamt über rund zweihundert Kilometer langen Strecke Verbräuche zwischen knapp vier und sechs Litern gemessen – bei normaler, dem Verkehr angepasster Fahrweise. Im Schnitt erreichten wir sehr maßvolle 4,86 Liter, das ist Kompaktklassen-Niveau.

Entsprechend niedrig fallen auch die Emissionen (127 Gramm CO2 je Kilometer) aus. Aufhorchen lässt zudem: Der Mazda-Diesel unterbietet laut Hersteller die absehbaren künftigen Euro-7-Limits bei allen (anderen) Emissionen.

Wie Heiko Strietzel, Leiter der Antriebsentwicklung im Mazda-Center Oberursel, betont, will die Marke weiterhin in Verbrenner investieren, wobei künftig noch wesentlich effizientere Motoren zur Nachhaltigkeit beitragen sollen.

48-Volt-Mildhybridsystem

Aber bereits in den neuen CX-60-Diesel haben die Ingenieure eine Menge technischer Feinheiten hineingepackt. Das fängt bei der besonderen Einspritzung in die Brennräume und einem für Dieselmotoren neuen Brennverfahren an, geht weiter über speziell geformte Kolben und gipfelt in einem 48-Volt-Mildhybridsystem. Es sitzt ähnlich wie beim Plug-in-Modell des CX-60 zwischen dem Motor und der Achtgang-Automatik. Mit bis zu 12,4 kW/17 PS und 153 Newtonmetern gibt es einen spürbaren Boost (Zusatzschub). In 8,4 Sekunden sprintet das Mazda-SUV aus dem Stand auf Tempo 100. Die Spitze erreicht es bei 212 km/h.

Auf unserer Ausfahrt fiel auf, dass der Reihensechszylinder leise und vibrationsarm arbeitet. Dank des guten Raumangebotes, der bequemen Sitze und des großen Gepäckabteils von 570 Litern (erweiterbar bis auf 1726 Liter) übernimmt der grundsolide auftretende Mazda gerne die Rolle des idealen Langstrecken-Reisewagens. Nicht zuletzt genießen Fahrer und Insassen eine formidable Reichweite, die kein Batterieauto bieten kann. Auf kurvenreichen Strecken wünscht man sich aber eine etwas direktere Lenkung. Und wer besonders komfortbewusst unterwegs sein will, dürfte auf schlechten Fahrbahnoberflächen eine weniger straffe Fahrwerksdämpfung und Federung bevorzugen. Vorteilhaft für Fahrer von Gespannen: Die Anhängelast beträgt 750 bis 2500 Kilo (gebremst).

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