Land Rover Range Rover Sport

„Gestatten, der Herr.“ „Jederzeit zu Diensten.“ „Gerne auf der Straße.“ „Gerne im Gelände.“ „Gerne rein elektrisch – und das ganz schön weit.“ „Und gerne auch hybrid – und dann noch weiter.“ Willkommen in der Welt des mondänen Range Rover Sport.

Es gibt Autos, in die verliebt man sich sofort. Da will man nicht aussteigen, vielleicht sogar drinnen schlafen/dösen – etwa bei einer Ladepause – und die will man herzeigen, weil sie so schön und einzigartig sind.

Ja; in diese Kategorie fällt der Land Rover Range Rover Sport. Warum? Weil er fast alle Bedürfnisse, die man an ein Auto haben kann, erfüllt. Okay, das mit der Parkplatzlücke in der Innenstadt vielleicht nicht, immerhin ist das massive SUV knapp 4,95 Meter lange und mit Spiegeln mehr als zwei Meter breit.

Aber sonst, erfüllt der sportlich erhabene Fünftürer, dem die klare, schnörkellose Linienführung gut zu Gesicht steht, so gut wie alle Wünsche der maximal fünf Passagiere.

„Nun gut“, könnte man einwenden. Das Teil kostet ja inklusive Extras fast 149.000 Euro. Das muss dann schon was können. Und ja, das ist ein gewichtiges Argument, das der 2,94 Tonnen schwere Range Rover Sport aber mit Leichtigkeit entkräftet.

Denn der noble, vernetzte Brite beherrscht das sanfte Spiel der E-Mobilität in der Stadt genauso, wie die ambitionierten, teilautonom durchgeführten Autobahnfahrten im halblegalen Geschwindigkeitsbereich, oder wie die sanften Ausflugsfahrten auf geschwungenen Landstraßen oder wie das dreckig-matschige Klettern über Stock und Stein und Furten durchwaten bei Nässe und Kälte.

Die Zutaten sind schnell zusammengefasst: 510 System-PS aus E-Motor und aufgeladenem, laufruhigem und akustisch dezentem Reihensechszylinder, pfeilschnelle, astreine Achtgangautomatik, 274 Millimeter Bodenfreiheit, sportlich-straffes Fahrwerk, famoser Wendekreis, 90 Kilometer E-Reichweite in der Praxis samt maximal 40 kWh Ladegeschwindigkeit sowie etliche wachsame, aber dezente Assistenzsysteme.

Die Lenkung ist zwar ein wenig synthetisch, aber ansonsten schreckt maximal noch der Verbrauch, wenn der Akku des Plug-ins leer ist. Dann geht´s auf zehn Liter hinauf und somit weit weg vom WLTP-Wert, der bei 0,9 Litern liegt. Während des VOLKSBLATT-Testzeitraums gönnte sich der mittlerweile optisch etwas abgerundete britische Evergreen 5,9 Liter.

Der Innenraum könnte auch als Wohnzimmer durchgehen. Bildschirme, wohin man blickt: hinter dem wuchtigen Lederlenkrad, mittig platziert im Dashboard, hinter den beiden elektrisch einstellbaren, weichen Komfortledersitzen, die natürlich beheizbar sind und auch eine Massagefunktion bieten.

Selbst der Rückspiegel ist bei Bedarf ein Bildschirm. Das ist ein feines Gimmick, bei Dunkelheit jedoch nicht so praktisch wie der gewöhnliche Spiegel. Ansonsten ist der großzügig dimensionierte Innenraum mit seinen zahlreichen Ablagemöglichkeiten nahe der Perfektion in Sachen Materialien, Verarbeitung und Haptik. Dass dann die Bedienung des Infotainmentsystems via Sprache, Tasten oder Touchbefehl prompt und zielsicher erfolgt, passt dann auch nur zu gut ins Bild.

Der Range Rover Sport ist zudem einer von wenigen Plug-ins am Markt, bei denen der 835 bis 1860 Liter fassende Kofferraum nicht durch den Akku kleiner wird. Unter den Kofferraumboden passt ein Reserverad, und zwar sogar ein vollwertiges Rad – das kann fast kein anderer Plug-in. Der Range Rover Sport kann auch bis zu 3000 Kilogramm an den Haken nehmen, das ist teils deutlich mehr als die allermeisten Mitbewerber-PHEVs schaffen.

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