Erster Test: Kia EV4

Was wir bisher von einem 4,40-Meter-Auto erwartet haben, übertrifft dieser Kia teilweise deutlich: Außen mächtiger, innen luftiger und unterwegs komfortabler, bringt der EV4 neue Klasse in die Golfklasse. Dass er locker 500 Kilometer am Stück schafft, setzt ebenfalls Standards. Natürlich hat sich auch der Preis entwickelt.

Wo ist der EV4 einzuordnen?

Dass Kia sehr gute Fahrzeuge an den Start bringt, ist inzwischen keine Überraschung mehr, Elektroautos der Marke mischen in ihren Klassen beharrlich an der Spitze mit. Bis hinauf zum EV9 füllen die Koreaner ihr Portfolio derzeit mit familienfreundlichen Stromern, auch diese Dichte im E-Segment ist beispielhaft. Der EV4 Hatchback ist nun der erste elektrische Kia aus europäischer Fertigung, er wird unter Einsatz von österreichischem Voest-Stahl in der Slowakei produziert. Eine in Asien gefertigte Fastback-Variante steht zwar in der Preisliste, zum Verkaufserfolgt in Europa fehlt ihr aber wohl Coolness und Tradition.

Natürlich ist der EV4 für Kia zunächst einmal ein elektrischer Ceed: Das neue Angebot der Marke genau dort, wo die meisten Kunden kaufen, in der Golfklasse. Die Abmessungen der Hatchback-Karosserie passen ins Schema, selbst wenn sie mit 4,45 Metern Länge und 1,86 Metern Breite schon ein wenig über den Klassenschnitt hinausragt. Dass es sich um neue Standards handelt, macht dann der für Platzangebot und Fahrgefühl so entscheidende Radstand deutlich: 2,82 Meter zwischen den Achsen, rund zwanzig Zentimeter mehr als bei Verbrenner-Modellen wie Ceed und Golf. Das ist eine andere Welt beziehungsweise Komfort-Klasse. Es ist aber auch mehr als bei elektrischen Konkurrenten, zu denen neben Hatchbacks wie VW ID.3 und Opel Astra auch Crossover wie Renault Scenic und Skoda Elroq zählen. Im Kia-Portfolio bietet der EV3 ähnlich viel Platz (wenn auch etwas anders verteilt) zu ähnlichen Preisen – wesentlicher Unterschied ist neben dem Design die Frage, wo man sitzen möchte: Auf dem Auto, wie im Crossover EV3, oder im Auto, wie im Hatchback EV4.

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