Happy thanksgiving….

unter neuem vorzeichen.

grad gestern hab ich mich wieder bei der frage ertappt, wofür ich eigentlich in diesem jahr dankbar sein sollte. ich mein, wir haben ne pandemie, menschen verlieren ihre jobs, ihre existenzgrundlagen, ihre familien und viele sogar ihr leben. so gut 2020 also begonnen hat, so stark hats nachgelassen.

lassen wir das jahr seit dem letzten gobble day revue passieren. viel hat sich ja ende letzten jahres nicht getan. ich hab mich gut in der neuen nachbarschaft eingelebt. die wohnung ist, bis auf ein, zwei kleinigkeiten top. die ersten weihnachtsferien (ohne arbeiten zu müssen) seit 20 jahren haben ein plus an lebensqualität gebracht welches einen super start im neuen jahr ermöglichte.

dann kam der virus. der geplante schottland-urlaub in der karwoche musste storniert werden. kurz darauf kam der lockdown. mit seinen guten und schlechten seiten. gut, weil man den frühling am balkon geniessen konnte, nicht gut, weil man ihn eben nur am balkon geniessen konnte. zudem brachte die zwangssperre einen einbruch (no na ned) an verkaufszahlen und somit ein loch im budgetplan. gut, amerika war sowieso hinfällig, soviel war klar also ging sich die haushaltsrechnung irgendwie aus.

im juni gings dann, erholt und ausgeruht, in die kurzarbeit und überraschenderweise bzw auch glücklicherweise waren die kunden in kauflaune. hat meine zielvorgabe jetzt nicht grad gerettet aber zumindest vor nem desaster bewahrt. zumindest von den verkaufszahlen her. das echte desaster kam im juli als ich knappe zwei wochen im spital mit verdacht auf nierenversagen verbringen durfte. aber auch das ist nun überstanden und langsam aber sicher hat man sich, also ich zumindest, an die neue normalität gewöhnt.

masken waren standard, grosse parties ein no go und bussibussi war eh noch nie meins. gut das ist halt aber auch alles sehr egoistisch. anscheinend bin ich als einzelgänger doch zumindest puncto sozialem brimborium sehr genügsam. dorffussball war quasi meine massenveranstaltung, mehr brauch ich nicht.

amerika war bis dahin komplett vom tisch und somit gings mit freunden eine woche nach zell am see. war wunderbar, chillig, angenehm aber halt nicht amerika.

der herbst kam ins land, mit ihm die unsicherheit und die gewissheit, dass seitens der staatsspitze der einzige plan darin bestand, keinen plan zu haben. gut, experten ahnten dies schon vorher aber ich hab bereits im april begonnen, die täglichen pressekonferenzen, erklärungen, massregelungen und selbstbeweihräucherungen nicht ernst zu nehmen.

tja und so sitzen wir nun alle hier. in nem light lockdown, der eigentlich ein harter sein sollte (wegen der zahlen warads) und versuchen irgendwas zu retten. das weihnachtsgeschäft, die skisaison, unsere alten… wen oder was auch immer. einziger lichtblick ist die tatsache, dass es jetzt schon mal impfstoffe gibt die in greifbarer reichweite sind.

jo, also im grossen und ganzen ne ziemliche kacke die da am dampfen ist. wenn man aber im detail schaut, gibts vieles, wofür man sich bedanken muss was in „normalen“ jahren selbstverständlich ist.

danke für:

die gesundheit der menschen die mir nahestehen. in meinem engen freundeskreis gabs bis dato keinen einzigen positiven fall. (dürften wir also doch einiges richtig machen) leider mussten auch dieses jahr einige gehen und egal ob man sich persönlich gekannt hat oder der mensch nur am anderen ende einer datenleitung sass, man hat einander zeit geschenkt, aufmerksamkeit, interesse und emotionen. danke hierfür.

danke für meine freunde die wirklich in allen lebenslagen für mich dasind. die mich mit essen versorgen wenn mein knie spinnt und mich ans bett fesselt. die um halb vier in der früh vorbeikommen und dem ärztedienst die tür aufsperren oder die dir schokolade ins spital schmuggeln. (danke anke, du weisst echt, welche cookies was taugen und welche nicht!)

dankbar muss man, speziell in zeiten wie diesen, auch für den job sein. den rückhalt in der firma zu haben, selbst wenn die verkaufszahlen nicht dort sind, wo sie sein müssten, ist schon top. ist, wie man gesehen hat, nicht usus zumal ja nicht absehbar ist, wann und wie sich unsere branche in zukunft erholt.

tja also.. danke für gesundheit, freunde, job.

hoffen wir dass dieser pandemiescheiss bald durchgestanden ist und wir die neue normalität wieder gegen die alte tauschen können

happy thanksgiving

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