Wir fuhren den neuen Jaguar F-Pace

Jaguar verpasst dem F-Pace eine Modellpflege. Der Fokus liegt auf Neuerungen im Innenraum und bei der technischen Ausstattung. Auch ein Hybrid-Modul bekommt der einzige SUV der Marke dazu.

Wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe. Bei Jaguar Land Rover trifft dieser Spruch mehr denn je ins Schwarze. Der Land Rover Defender und der Jaguar F-Pace teilen sich samt dem Kürzel P400e das Hybridmodul bestehend aus einem 221 kW / 300 PS Ingenium Vierzylinder und dem 105 kW / 143 PS Elektromotor, was in einer Systemleistung von 297 kW / 404 PS resultiert. Damit hören die Gemeinsamkeiten aber auch schon auf. Der hochbeinige Schlammwühler Defender wird aufgrund der Reifen spätestens bei 209 km/h eingebremst, während der F-Pace bis 240 km/h weiter ballern darf. Könnte der Jaguar mit seinem breiten Kühlergrill grinsen, würde er das tun. Verschmitzt natürlich, wie es sich für einen Gentleman gebührt.

Feine Details im Innenraum

Die Freude ist aber nachvollziehbar. Denn der Jaguar-Crossover F-Pace führt seit dem Erscheinen des Konzernbruders Defender ein Schattendasein. Ein tiefgreifendes Facelift soll sicherstellen, damit das einzige Jaguar-SUV nicht im Hype um die wiederbelebte Geländewagen-Ikone untergeht. Äußerlich sind die Korrekturen eher kosmetischer Natur. Die LED-Scheinwerfer blitzen schmaler und damit angriffslustiger. Dazu passen der größere Kühlergrill, die vergrößerten Lufteinlässe und die etwas veränderte Frontschürze. Deutlich umfangreicher sind die Veränderungen im Innenraum. Auf den ersten Blick fällt auf, dass jetzt auch beim Jaguar F-Type das Pivi-Pro-Infotainmentsystem mitsamt dem großen 11,4 Zoll Touchscreen Einzug gehalten hat. Dass sich die Krümmung des etwas abstehende Tablet-Bildschirms perfekt an die Form des Armaturenbretts anpasst, lässt stilbewussten Briten seinen Windsor-Krawattenknoten gleich entspannter binden.

Dazu kommen feine Details wie der versenkbare Fahrmodus-Regler und der Automatikregler mit Lederbezug, der an einen Kricketball erinnern soll. Uns ist nur wichtig, dass er gut in der Hand liegt. Bei den Materialen geben sich die Briten ohnehin selten eine Blöße. Die metallischen Knöpfe oder die Applikationen aus Aluminium oder Holzfurnier und Klavierlack geben dem Ambiente einen edlen Touch. Keine Frage, das Interieur hat definitiv an Ausstrahlungskraft gewonnen und lädt zum Verweilen ein. Neben der gelungenen Optik ist auch die Funktionalität wichtig, denn die Unterhaltung wurde bei Jaguar-Land Rover bisher eher stiefmütterlich behandelt. Dank einer Pufferbatterie fährt das System jetzt deutlich schneller hoch und ein leistungsfähiger Prozessor lässt die vom Fahrer angestoßenen Aktionen geschmeidiger ablaufen. Die Grafik und die Benutzeroberfläche mit den Apps sind ein klarer Fortschritt. Ganz intuitiv geht die Bedienung nicht von der Hand, aber nach einer gewissen Eingewöhnungszeit findet man sich problemlos zurecht. Dass im Head-Up-Display ein recht kleiner Kartenausschnitt statt der Piktogramme oder gar fliegenden Pfeile angezeigt wird, lässt noch Raum für Verbesserungen. Dass auch beim Jaguar F-Pace jetzt ebenfalls aufgrund der zweiten SIM-Karte im Hintergrund drahtlose Updates möglich sind, ist ein echter Schritt nach vorne. Ebenso wie die Möglichkeit, das Smartphone per Apple CarPlay oder Android Auto drahtlos einzubinden.

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