Jaguar F-Pace – effizient und schick

Mit einem markanten Facelift und essenziellen Neuerungen unterm Blech hat Jaguar sein großes SUV, den F-Pace, für die nächste Runde fit gemacht. Die Leistungsspitze bilden ein Top-Benziner mit Sechszylinder-Reihenmotor sowie der jetzt erhältlichen Plug-in-Hybrid mit Schnellladefunktion.

Corona wirbelt vieles durcheinander – auch auf dem automobilen Sektor. So erhielt der modifizierte Jaguar F-Pace, der jetzt in die Auslieferung geht, seit September 2020 bereits die dritte Preisliste. Und wer die aktuelle aus dem März 2021 aufmerksam studiert, stellt fest, dass sich sowohl die ab 54.165 Euro startenden Vierzylinder-Diesel mit 163 PS respektive 204 PS (ab 57.027 Euro) als auch der mindestens 65.726 Euro kostende Sechszylinder-Selbstzünder neu präsentieren.

Sämtliche Triebwerke erhalten eine leichte Elektrifizierung, der Sechsender ist jetzt ein neu konstruierter Reihenmotor. Auch der Benziner mit sechs Töpfen im P400 AWD (ab 70.569 Euro) wechselte von der V-Bauform zum Reihen-Prinzip, allerdings gab der Turbo mit elektrisch angetriebenem Verdichter sowie Startergenerator schon sein Debüt im Range Rover Sport. Gleiches gilt für den mindestens 70.774 Euro teuren P400e AWD, der gemeinsam aus 143 PS starker E-Maschine sowie 300 PS starkem Zweiliter-Vierzylinder-Benziner einen Antriebsstrang mit 404 PS Gesamtleistung formt.

Plug-in-Hybrid mit Schnellladefunktion

Jaguar brachte jetzt die beiden Kraftpakete der 400-PS-Klasse zu ersten Testfahrten mit. Der Plug-in-Hybrid (PHEV) kann bei richtiger Nutzung tatsächlich sparsam gefahren werden. Sein rund 17 kWh großer Akku speichert Energie für gute 40 Kilometer realistische Reichweite, so dass mutmaßlich viele Käufer ihre Alltagserledigungen rein elektrisch bestreiten könnte. Einen Vorteil haben Eigenheimbesitzer mit Steckdose in der Garage, Laternenparker müssen Gebrauch vom öffentlichen Ladenetzwerk machen.

Erfreulich für einen Plug-in-Hybrid ist die Schnellladefunktion per Gleichstrom und CCS-Buchse, die könnte tatsächlich den einen oder anderen Lademuffel zum häufigeren Nachfassen elektrischen Stroms bewegen, zumal früher oder später – angesichts diverser Förderungen für Plug-in-Hybride – mit einem wie auch immer gearteten Monitoring zu rechnen ist. Selbst in der höheren Ausstattungsvariante „S“ unterschreitet der F-Pace P400e noch die maximal erlaubten 65.000 Euro Netto-Listenpreis und der Kunde käme beim Kauf in den Genuss der 5981 Euro Förderung. Firmenwagen-Nutzer müssten in diesem Fall ihren privaten Fahranteil pauschal nur mit einem halben statt einem ganzen Prozent des Brutto-Listenpreises versteuern.

Richtig Gaudi macht der PHEV unter Einsatz seiner vollen Pferdestärken, dann nämlich drücken E-Maschine und Benziner den 2,2-Tonner brachial nach vorn. In 5,3 Sekunden ist Tempo 100 erreicht. Da grinst der Fahrer, wenngleich der komplexe Antrieb in bestimmten Situationen auch mal eine Gedenksekunde einlegt. Es ist eben nicht immer einfach, mit den vielen Komponenten inklusive Achtgang-Automatik reibungslos zu jonglieren.

Während der PHEV-Strang für anspruchsvolle Rechner die erste Wahl ist, bleibt der P400 (8,9 Liter Super je 100 Kilometer gemittelt) mit seinem seidigen Sechszylinder die Alternative für automobile Genussmenschen. Im F-Pace lassen die Ingenieure das Hightech-Triebwerk ein bisschen kerniger klingen als beispielsweise im Range Rover, hier darf es auch mal brabbeln und sprotzeln, wobei das zivile Topmodell in der Grundausrichtung moderat bleibt und eher komfortabel als drahtig anmutet. Feuer frei bedeutet in diesem Fall, dass der Dreiliter die 100 km/h-Marke sogar eine Zehntelsekunde später erreicht als der PHEV, wobei der reine Verbrenner gefühlt druckvoller zu Werke geht. Vielleicht liegt es daran, dass er bei spontan angefragter Maximalleistung einfach einen Hauch schneller einsatzbereit ist, weil eben nur ein Aggregat mit dem Getriebe kommunizieren muss.

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