Range Rover Sport: Plug-in-Hybrid auf die feine englische Art

Wer SUVs ablehnt, dürfte einen wie den Range Rover Sport als ultimatives Feindbild sehen. Allzu oft dürfte man ihn aber ohnehin nicht auf der Straße sehen, denn preislich bewegt er sich in erhabener Höhe. Das gilt auch für die beiden Plug-in-Hybride.

Er fährt sich nicht nur majestätisch, man sitzt auch so im Range Rover Sport. Die leicht abflachende Dachlinie bringt keine Einschränkungen für das Gepäck und die Insassen. Sie sitzen weiterhin erhaben in herrschaftlicher Höhe.

In diesen Tagen startet der „Sport“ mit eigener Karosserielinie und auf neuer Plattform in den Handel. Bei der jüngsten Auflage des SUVs legt der britische Hersteller nicht nur außen und innen nach, es tut sich auch einiges unter der Motorhaube. Zwei Plug-in-Hybride werden angeboten, der P440e einerseits und der P510e andererseits. Neben einem turbogeladenen Dreiliter-Sechszylinder ist jeweils ein Elektromotor installiert. Die Systemleistung liegt bei 324 kW/440 PS beziehungsweise 375 kW/510 PS.

Innen bietet der „Sport“ eher Luxus anstelle von Sport – bis hin zu den überaus komfortablen Sitzen und den Kopfstützen, deren Seitenflügel sich in der „First Edition“ serienmäßig anpassen lassen und so optimalen Seitenhalt bereitstellen.

Was aber an dem 4,95 Meter langen und 2810 Kilo schweren Premium-SUV überrascht, sind die 105 kW/143 PS starke E-Maschine und eine Batterie, die eine beachtliche Kapazität von 38,2 kWh aufweist, nutzbar sind davon 31,8 kWh. Für die neue Plug-in-Variante P510e gibt der Hersteller Land Rover 70 bis 113 Kilometer elektrische Reichweite an, realistisch erweisen sich auf der ersten, zurückhaltend gefahrenen Praxistour, überwiegend im Stadtverkehr, knapp 90 Kilometer. Wie bei Plug-in-Hybriden üblich, liegt der ziemlich unrealistische WLTP-Normverbrauch bei nur 0,9 Litern Super plus 30 kWh Strom auf 100 Kilometern, entsprechend ab 18 g/km CO2-Emission. Das gilt freilich nur mit den bekannten Einschränkungen – nämlich auf kurzer Strecke, piano pilotiert und wenn die Batterie vollgeladen ist.

Besonders auf der Autobahn ist der Verbrenner dann dauernd gefordert und konsumiert wesentlich mehr, erst recht, wenn der Fahrer öfter aufs Gaspedal drückt und vor allem dann, wenn mal die Spitze von 242 km/h angepeilt wird oder das Sprintvermögen ausgereizt wird, von Null auf Tempo 100 geht es binnen 5,4 Sekunden. Elektrisch läuft der Range Rover Sport P510e bis 150 km/h schnell.

Strom laden, das dauert seine Zeit. Zuhause an der Wallbox AC (7,2 kW) soll der Ladevorgang bis 100 Prozent etwa fünf Stunden in Anspruch nehmen. Immerhin, und das ist für einen Plug-in-Hybrid nicht selbstverständlich, gibt es die Möglichkeit des DC-Schnellladens (50 kW), in diesem Fall muss laut Hersteller mit etwa einer Stunde gerechnet werden.

Auf den Haken nehmen kann der Plug-in eine Menge, nämlich 3000 Kilo gebremst und 750 ungebremst. Zudem wissen viele Range Rover-Fahrer die hervorragenden Geländefähigkeiten zu schätzen. Ins Gepäckabteil passen bis zu 1860 Kilo, wenn nur die Sitze in der ersten Reihe genutzt werden. Bei zweireihiger Bestuhlung sind es noch beachtliche 835 Liter. Nicht zuletzt kommt der Range mit seinem 71,5 Liter-Tank recht weit. Ausgerüstet ist er außerdem mit Zweikammer-Luftfedern ringsum, 48-Volt-Wankstabilisierung und Hinterachslenkung. Was uns besonders gefiel, ist der geschmeidig abgestimmte Hybrid-Modus.

Die serienmäßige Allradlenkung ist beim P510e serienmäßig an Bord. Sie reduziert den Wendekreis, der dann bei knapp elf Metern liegt und sich im Gelände ebenso wie auch im Stadtverkehr bewährt. Preislich ist der P510e ab 138.500 Euro eingestuft, auch der P440e bleibt mit einem sechsstelligen Preis nur gutbetuchten Kunden vorbehalten, aufgerufen werden mindestens 100.200 Euro. Stolze Preise also, deren Höhe auch schon vor Beendigung der staatlichen Plug-in-Hybrid-Förderung jegliche Subventionierung ausgeschlossen hätte. Doch die Konkurrenz – Audi Q7, BMW X5, Mercedes GLE und Porsche Cayenne – bewegt sich in ähnlichen Regionen.

Eine Antriebsalternative soll hier nicht ganz übersehen werden: Die drei Diesel-Varianten Range Rover Sport D250, D300 und D350 arbeiten mit starken und verbrauchsgünstigen Sechszylindern und sind „schon“ in der Spanne zwischen 93.000 Euro und 122.100 Euro erhältlich. Und für 2024 ist eine vollelektrische Version geplant.

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