Mazda MX-5 RF gegen Toyota GR86:

Sauger, Handschaltung und Hinterradantrieb – MX-5 und GR86 verkörpern Fahrspaß reinsten Wassers. Wer fährt dem anderen um die Ohren?

Puristische Sportwagen sind rar geworden – und bezahlbare erst recht. Mazda MX-5 RF und Toyota GR86 halten die Spaß-Krone hoch. Wer gewinnt den sportlichen Vergleich?

Vergleich MX-5 RF gegen GR86

Wenn es nur darum ginge, wer überall die kleinsten Zahlen liefert – der MX-5 hätte schon gewonnen. Mit 3,92 Meter Länge stellt er den absoluten Minimalismus dar, auch von innen. Kein Handschuhfach, keine Ablagen in den Türen. Das einzige den Namen wirklich verdienende Staufach befindet sich zwischen den Sitzlehnen der Insassen. Deren Körperbau ebenfalls eine Rolle bei der Kaufentscheidung spielen sollte. Der Fahrer darf 1,85 Meter nicht überschreiten, sonst geht die Kopffreiheit aus. Der Beifahrer sollte noch kleiner sein, zumindest kurz bebeint, weil rechts der Fußraum begrenzt ist.

Aber irgendwoher muss die legendäre Leichtigkeit ja auch kommen. 1114 Kilogramm stehen am Ende auf der Waage. Und wir fahren hier schon die schwerere RF-Version mit elektrisch bedienbarem Klappdach und großem Benziner.

Wer direkt vom MX-5 in den GR86 umsteigt, kommt sich auf den ersten paar Metern vor, als würde er Bus fahren. Er bietet nicht nur mehr Luft über dem Scheitel, sondern ja sogar eine umklappbare Rückbank. Klar, der Raum hinten taugt allenfalls für Kinder. Aber vorn findet nahezu jeder Platz, sitzt besser integriert in den griffigen Sportsitzen, fühlt sich passend tief hinter dem Lenkrad positioniert. Und mit 4,27 Meter Länge bleibt der GR für sich genommen ebenfalls sehr kompakt. Gewicht: 1270 Kilogramm.

Die Instrumente haben bei beiden ihren Charme. Im Mazda sitzt ein mittiger Drehzahlmesser, dazu gibt’s eine kleine Ganganzeige. Das Kombiinstrument im GR fällt volldigital aus. Im Normalzustand stellt es mittig ebenfalls die Drehzahl im Kreis dar, verwandelt sich mit einem Druck auf den Track- oder den ESP-aus-Knopf aber in einen Balken im Motorsport-Style, einstellbarer Schaltblitz inklusive. Attacke!

Wie leicht der MX-5 ist, spürt man auf jedem Meter

Wer im MX-5 Platz nimmt, spürt die Leichtigkeit, auch im Antrieb. Die inneren Widerstände des Zweiliter-Vierzylinders sind gering, das Schwungrad ist leicht, der Motorlauf geschmeidig. Was zu einer herrlich frei drehenden Charakteristik führt, mit linearer Leistungsentfaltung: drehen, drehen, drehen bis zur 7500er-Grenze, klack, nächster Gang. Dazu kommt die für einen Sportwagen softe Aufhängung, die deutliche Roll- und Wankbewegungen zulässt. Im Alltag macht den MX-5 genau dieser Mix aus munterer Längs- und bewegungsintensiver Querbeschleunigung so unterhaltsam.

Auf der Autobahn geht es im RF zwar leiser zu als in der Roadster-Version, es bleibt aber immer noch recht geräuschvoll. Dem kräftigen Soundsystem ist es zu verdanken, dass längere Strecken erträglich bleiben. Allerdings ist der MX-5 so klein, dass man sich im toten Winkel gigantisch wirkender Lkw nun so gar nicht aufhalten möchte.

In Zahlen bleibt der Mazda ein Stück hinter dem GR86 zurück, kann das durch wenig aber zumindest teilweise wieder ausgleichen: 184 PS und 205 Newtonmeter stehen bereit, mit 6,4 Sekunden auf 100 km/h unterbietet der RF seine Werksangabe um vier Zehntel. Das Sechsganggetriebe flanscht sich direkt ans Gehirn an, die Wege sind kurz, die Übersetzung auch. Was die Verbindung Mensch und Motor angeht, schlägt den MX-5 so schnell keiner, auch der Toyota nicht.

Der Toyota ist gerade in mittleren Drehzahlen kräftiger

Die Fahrt im GR startet immer erst mal mit etwas notwendiger Geduld: Gehöriger Fahrfreude geht hier eine längere Warmfahrphase voraus, vorher ruckt der Boxer, es grantelt das Getriebe. Auch das Anfedern gerät im GR kna­ckiger, Rollen und Wanken sind reduzierter. Von dieser Eigenheit abgesehen, wühlt sich der rau laufende 2,4-Liter-Vierzylinder nicht nur vermeintlich kräftiger durch mittlere Drehzahlen als der Mazda-Motor, er ist es auch. Die vollen 250 Newtonmeter stehen an bei 3700 Touren, addieren sich zu 235 PS, wenn die ­virtuelle Nadel die 7000er-Grenze passiert. 100 km/h? 6,1 Sekunden.

Ein Extra-Lautsprecher erzeugt künstlich Sound im Innenraum – Puristen ziehen ihm den Stecker und lauschen dem reinen Boxer-Klang, der aus der zweiflutigen ­Abgasanlage schallt. Wobei der OPF-freie Klang des MX-5 noch ein wenig ungefilterter und hochfrequenter aus dem Doppelrohr trompetet, zumindest im Serienzustand.

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