Rasend schnell im neuen James-Bond-Film, chillig-komfortabel beim Langstreckentest: Wir zeigen die andere Seite des Jaguar XF P300.
Im neuen James-Bond-Streifen „Keine Zeit zu sterben“ spielt er eine automobile Hauptrolle. Mit zwei Jaguar XF wird der Spion seiner königlichen Majestät durch die Straßen der italienischen Weltkulturerbe-Stadt Matera gejagt. Das spricht für die Fahrdynamik der englischen Limousine. Doch wieviel Langstreckenkomfort steckt in dem Luxus-Liner? Wir haben es ausprobiert. Bei einer einwöchigen Ausfahrt nach Südfrankreich.
Jaguar XF: Eleganz statt grober Klotz
Endlich wieder Limousine. Endlich wieder ein Auto, das nicht wie ein grober Klotz auf der Straße steht, endlich mal kein SUV. Elegant duckt sich der rote (Firenze Red) Jaguar XF auf der Straße, bereit auf den großen Sprung über die Alpen. Wir sind zu dritt – und bringen das Auto leider schon an seine Grenzen. Gerade, dass die Koffer und die umfangreiche Schuhsammlung (es sind zwei Damen an Bord) im knapp 460 Liter großen Kofferraum untergebracht werden können. Mäntel und Regenjacken sowie der Proviant landen schon auf der hinteren Rücksitzbank. Mehr passt hier auch nicht mehr rein. Vielleicht noch die ein oder andere Flasche französischen Weins auf der Rückfahrt…
Fast so breit wie ein BMW X7
Sitzprobe im Fond. Abgesehen von dem sich auftürmenden Kleiderbergen kann man sich ordentlich ausbreiten, die Polster sind bequem, aber nicht zu weich. Und auch die Beinfreiheit liegt mit 96 Zentimetern in einem ordentlichen Bereich. Vorne sind es knapp zehn Zentimeter mehr. Dass man jederzeit das Gefühl hat, ordentlich Platz zu haben liegt auch an den Fahrzeug-Dimensionen. Bei der Breite erreicht der Brite fast die Ausmaße eines BMX X7. Es fehlen nur zwei Zentimeter. Da kann man die knapp 1.000 Kilometer lange Fahrt entspannt angehen. Vor allem als Fahrer.
Live-Bilder auf dem Innenspiegel
Bei der umfangreichen Runderneuerung der Limousine Ende 2020 schenkten die Designer Innenraum und Cockpit ihre besondere Aufmerksamkeit. Großporiges Holz, feines Leder, Aluminium und Klavierlack erzeugen die Atmosphäre eines Londoner Clubs. Der 11,4 Zoll große und extrem flache Touchscreen in HD-Technik fügt sich dabei formvollendet und mittig in die Armaturentafel ein. Seine Bedienung ist im Gegensatz zum Vorgänger einigermaßen logisch. Übersichtlich auch der voll digitale Tacho im 12,3-Zoll-Format. Sein Layout passt sich der eingelegten Fahrstufe an. Eco leuchtet blau, Sport feuerrot. Aber eigentlich haben wir ihm keine große Aufmerksamkeit geschenkt. Die wichtigsten Infos gab es jederzeit klar, deutlich und nicht überfrachtet auf dem Head-Up-Display auf der Windschutzscheibe. Richtig gut ist auch die Sicht nach hinten. Hier überträgt eine in der Heckflosse am Dach angebracht Weitwinkel-Kamera ihre Bilder auf das Display. Fällt zunächst gar nicht auf. Erst als man vergeblich die Mitfahrerin auf der hinteren Sitzreihe sucht, wird einem klar: Technik ist keine Hexerei.


