Angekommen im Mekka der Country-Musik war der Schlachtplan klar: Erst die Kultur (okay, der Broadway), dann die Sofort-Ernährung.
Ein Stück abseits vom trubeligen Broadway stießen wir im Viertel The Gulch auf das „Peg Leg Porker“. Von außen? Tja, sagen wir mal… charmant unscheinbar. Ein klassischer Südstaaten-Schuppen, bei dem man auf den ersten Blick nicht weiß, ob man gleich das beste Barbecue seines Lebens bekommt oder eine Szene aus einem charmanten Roadmovie erlebt.
Drinnen wurde das architektonische Meisterkonzept konsequent fortgeführt: Minimallohn für den Innenarchitekten. Das „Designkonzept“ lautete schlichtweg Holz, Zweckmäßigkeit und Schwerkraft. Einfache Tische, stoische Stühle, eine Handvoll Flachbildschirme an der Wand, vorne eine Theke. Das war’s. Punkt. Keine Glitzerkugel, keine Plüschsessel.
Aber gut! Wir waren schließlich zum Futtern da und nicht für einen Architekturpreis.
Und dann kam das Essen…
Leute, was uns da aufgetischt wurde, war absolut sensationell. Es hat mir schlichtweg die Schuhe (und vermutlich auch die Socken) ausgezogen!
Ich entschied mich für die Pulled Pork Platter. Viel mehr Details weiß ich ehrlich gesagt gar nicht mehr – hey, es war Nashville und es war bereits Abend! Wer in dieser Stadt um diese Uhrzeit noch völlig nüchtern ist, war eigentlich nie wirklich da.
Als Beilage wanderten die Mac ’n’ Cheese auf meinen Teller. Und ich schwöre euch bei allem, was mir heilig ist:
Das Schweinefleisch war so herrlich rauchig, als hätte sich das Borstenvieh sein gesamtes Leben lang ausschließlich von rauchfreien Marlboro-Schachteln ernährt.
Und diese Mac ’n’ Cheese? Ein cremiger, käsig-geräucherter Traum! Ich habe in den Jahren danach nie wieder etwas Vergleichbares auf diesem Planeten gefunden.
Der Kampf gegen das Fresskoma
Ich musste wirklich all meine verbliebene Willenskraft zusammenkratzen, um nicht direkt die zweite Runde zu bestellen. Die Konsequenz wäre allerdings fatal gewesen: Sofortiges, irreversibles Fresskoma. Und damit wäre die Party-Nacht in Nashville gelaufen gewesen, bevor sie überhaupt richtig angefangen hatte.
So bleibt mir am Ende nur ein einziges, großes Lebensziel: Irgendwann muss ich wieder zurück nach Nashville – nur um mich im Peg Leg Porker hemmungslos mit geräucherten Mac ’n’ Cheese vollzustopfen.
(Ach ja, eine kleine Beichte noch zum Schluss: Da mein Promillestand zu diesem Zeitpunkt bereits im feucht-fröhlichen Bereich lag, musste ich die Fotos leider aus den tiefen Weiten des Internets stibitzen. Man möge mir verzeihen!) 🥩🧀🍺
💡 Fun Facts & Hintergründe: Wer steckt eigentlich hinter der Hütte?
Weil ich danach natürlich wissen wollte, wer mir da dieses göttliche Fleisch aufgetischt hat, habe ich nochmal nachgeforscht – und der Laden hat eine ziemlich irre Geschichte:
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Der Typ hinter dem Smoker: Der Besitzer heißt Carey Bringle. Nach einer Krebserkrankung im Alter von 17 Jahren musste ihm das rechte Bein amputiert werden. Hat ihn das gestoppt? Null. Er legte sich den Spitznamen „Peg Leg“ (Holzbein) zu, macht seit Jahrzehnten BBQ auf Weltklasse-Niveau und baute dieses Imperium auf.
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Keine Kühe erlaubt: Im Peg Leg Porker gibt es streng nach West-Tennessee-Tradition nur Schwein und Hühnchen – Beef/Rindfleisch suchst du hier auf der Karte vergeblich. Carey bringt es so auf den Punkt: „Wir bauen ein Erbe auf, keine Kette.“
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Preise über Preise: Der Schuppen wurde vom Magazin Southern Living bereits x-mal zum besten BBQ-Laden in Tennessee gewählt und landet regelmäßig in den Top 10 der gesamten USA.
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Eigener Bourbon! Carey ist der erste Pitmaster überhaupt, der seinen eigenen Whiskey auf den Markt gebracht hat. Und der Gag: Sein Peg Leg Porker Bourbon wird tatsächlich durch die Hickory-Holzkohle aus seinen eigenen Smoker-Grills gefiltert – und hat prompt Auszeichnungen als einer der besten Bourbons der Welt abgeräumt!
Wer also mal in Nashville ist: Hin da. Egal ob nüchtern oder schon leicht angedüselt!











