Zwischen Weinbergen, Dachpool und meiner ganz persönlichen Labyrinth-Gefahr
Ganz oben im Waldviertel, malerisch eingebettet in sanfte Weinhügel direkt an der tschechischen Grenze, liegt das beschauliche Retz – und mitten in dieser ruhigen Altstadt der Althof Retz. Perfekt gemacht, um mal wieder ein paar Tage komplett auszuspannen und die Seele baumeln zu lassen. Wer mich kennt, weiß: Ich komme seit Jahren immer wieder hierher, um einfach abzuschalten. Die Gegend lädt zwar traumhaft zum Radfahren und Wandern ein, aber mal ehrlich: Ich bin zum Ausspannen hier, nicht für sportliche Höchstleistungen. Ich genieße hier lieber die absolute Ruhe, das hervorragende Essen und den wunderbaren Wein. Da darf es am Abend auch mal ein Flascherl mehr sein – was allerdings mit Vorsicht zu genießen ist, denn das Hotel im alten Schloss ist ziemlich verwinkelt und birgt für jemanden mit meiner legendären Orientierungsgabe (nämlich exakt null) eine echte Gefahr: das Verlieren.
Zimmer mit Winzer-Patenschaft: Vorsicht, Weinfalle!
Unsere Erwartungen an dieses lange Wochenende im Winzerhaus wurden jedenfalls mehr als übertroffen. Von den Mitarbeitern an der Rezeption über das Spa-Team bis hin zum Service war alles absolut top – durchweg zuvorkommende Menschen, die eine Herzlichkeit versprühen, wie man sie so nur am Land kennt. Ein absoluter Pro-Tipp (und gleichzeitig eine kleine Prüfung für die Leber) sind die Winzerzimmer: Hier ist jedes Zimmer einem Winzer aus der Region gewidmet, der den Weinkühlschrank im Zimmer großzügig mit seinen besten Produkten ausstattet. Ein Angebot, dem man einfach nicht widerstehen kann!
Kulinarik, die ihresgleichen sucht
Bereits das reichhaltige Frühstücksbuffet entschädigt problemlos für die Anreise, die aus Wien ohnehin nur knapp 70 Minuten dauert. Und das Abendessen? Das sucht ohnehin seinesgleichen: Die Menüs sind wie eine perfekte Komposition aufeinander abgestimmt, auf den Punkt gekocht und mit regionalen Spitzenweinen begleitet. Ein ganz besonderes Lob geht hier an Jan, der die Weinbegleitung mit einer derartigen Kompetenz und Liebe präsentiert hat, als hätte er eigenhändig jede einzelne Traube persönlich ausgepresst. Da schmeckt man die Retzer Weinhang-Tradition in jedem Tropfen.
Der Spa-Bereich: Dachpool mit Aussicht und Schneegestöber
Der Spa-Bereich ist klein, aber fein. Zwar kann es in den Ruhezonen am Wochenende mal etwas voller werden, was der Entspannung dank der entspannten Atmosphäre aber keinen Abbruch tut. Grenzgenial ist vor allem der kleine, aber feine Pool am Dach mit Blick auf die Weinberge und die historische Windmühle, die über Retz wacht. Speziell im Winter ist die Atmosphäre magisch: Wenn die Altstadt romantisch beleuchtet ist und man im warmen Wasser bei leichtem Schneefall den Abend genießt, ist die Welt absolut in Ordnung.
Kurzum: Ein perfektes Refugium, um ein paar Tage die Beine hochzulegen, das Leben in vollen Zügen zu genießen – und hoffentlich mit Google Maps oder einer Knäuel Wolle bewaffnet den Weg aus dem Hotelzimmer zurück zum Empfang zu finden.












