Jaguar erinnert mit seinem neuen F-Pace-Sondermodell an einen großen Triumph im Motorsport. Auch innen tritt die Edition 1988 im besonderen Outfit an.
Haben wir etwas verpasst? An die Tatsache, dass die Briten auf das wunderbar logische metrische System pfeifen und stattdessen weiter mit Wonne ihren krummen Meilen-, Gallonen- oder Pound-force-feet-Angaben verwenden, haben wir uns inzwischen gewöhnt. Aber verfolgen sie auf der Insel inzwischen auch eine eigene Zeitrechnung? Nicht, dass wir wüssten – auch dort drehen sich die Zeiger der Uhr unseres Wissens nach im Sekunden-, Minuten- und Stundentakt. Und das Jahr hat meist 365 Tage. Umso ungewöhnlicher wirkt es, dass Jaguar nun ein Ereignis feiert, das 34 Jahre her ist. Nicht 35, 30 oder 40 Jahre, sondern 34. Auch das ist irgendwie schräg.
Unbestritten ist freilich, dass Jaguar damals – im Jahr 1988 – ein großartiger Motorsport-Coup gelang. Am Wochenende des 11. und 12. Juni siegte der zusammen mit Tom Walkinshaw Racing eingesetzte Jaguar XJR-9LM beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans. Keine Selbstverständlichkeit, schließlich trat in diesem Jahr auch die geballte Motorsport-Macht aus dem Ländle beim Langstreckenklassiker an der Sarthe an. Mehrere Handvoll Porsche 962C machten den Briten den Sieg streitig, und auch Sauber-Mercedes wollte mit dem C9 zum großen Schlag ausholen.
Nachdem allerdings die schweizerisch-schwäbische Kombo vor dem Rennen ihre beiden Autos zurückzog, lief es auf ein Duell zwischen Jaguar und Porsche hinaus. Der beste Werks-Porsche mit Hans-Joachim Stuck, Klaus Ludwig und Derek Bell am Steuer trieb die Jaguar-Besatzung in einem 24-Stunden-Rennen im Sprinttempo an ihre Grenzen, doch Jan Lammers, Johnny Dumfries und Andy Wallace setzten sich schließlich durch. Im Ziel angekommen hatte das Gewinnerauto auf dem damals noch schikanenfreien Strecken-Layout fast 5.333 Kilometer absolviert – nur gut zwei weniger als der siegreiche Porsche beim bis dahin gültigen Rekordrennen 1971. Es war der erste Sieg eines Jaguars in Le Mans nach 31 Jahren.



