Ford Focus Turnier, VW Golf Variant: Kombi, Test, Motor, Preis

Viel Platz und viel Ausstattung: Der unlängst überarbeitete Ford Focus Turnier tritt gegen den Platzhirsch VW Golf Variant im AUTO BILD-Vergleich an.

Was für ein Luxus: Sitzheizung hinten, Drei-Zonen-Klima, Matrix-LEDs und sensorgesteuerte, elektrisch aufschwingende Heckklappen – vor ein paar Jahren waren das Features, die wir bestenfalls in der Oberklasse erwartet hätten. Aktuell sind es tatsächlich Auszüge aus den Preislisten dieser zwei Kandidaten: Ford Focus Turnier und VW Golf Variant.

Die kompakten Kombis bieten also nicht nur viel Platz, sondern auch viel Ausstattung zum durchaus fairen Preis. Ja, im Testwagentrimm werden bei beiden um die 40.000 Euro fällig – günstig geht anders. Doch die SUV-Alternativen Kuga und Tiguan kommen auf jeden Fall noch mal teurer. Wo gibt es also den besten Gegenwert fürs Geld?

Dem Focus haben die Kölner gerade ein Update verpasst. Lässt sich von außen leicht erkennen, die Front wirkt nun ruhiger, die Ford-Pflaume steckt im Grill statt wie ehemals obendrüber. Die neuen Scheinwerfer stehen etwas horizontaler, bieten gegen 1150 Euro Aufpreis einen blendfreien Fernlichtassistenten. Was funktioniert, gelegentlich allerdings etwas hektisch wirkt. Im Golf gibt’s die Technik zwar auch, ist aber zurzeit nicht konfigurierbar.

Richtig interessant wird’s im Innenraum. Dabei hat sich am Platz für die Passagiere nichts verändert. Hier muss sich der Focus noch immer knapp hinter dem VW einreihen, dessen Sitze außerdem mehr Halt bieten. Hinten fällt im VW zudem der Einstieg noch leichter.

Bei den Laderäumen, der Kombi-Paradisziplin, liegen beide volumenmäßig gleichauf. Der Focus bietet mit 635 bis 1653 Litern minimal mehr als der Golf mit 611 bis 1642 Litern. Subwoofer in der Reserveradmulde klauen jeweils ein paar Liter. Dafür haben uns aber sowohl das B&O-System im Ford als auch die Harman-Kardon-Anlage im VW gut gefallen – da scheppert nix.

Neu im Cockpit des Focus ist das gesamte Infotainment. 13,2 Zoll misst nun die Bildschirmdiagonale des zentralen Screens, dem es allein durch seine schiere Größe etwas schwerfällt, sich ins Cockpit zu integrieren. „Gelöscht“ haben die Kölner das analoge Tastenfeld für die Klimabedienung, die gibt es nun digital und permanent eingeblendet am unteren Bildschirmrand. 

Für die Bedienbarkeit des neuen Systems kann man Ford insgesamt loben. Die Menüs sind übersichtlich geordnet, die Grafiken gelungen. Lediglich die gut und gern 20 Sekunden Zeit für den Systemstart sehen wir kritisch. Den äußeren rechten Bildschirmrand zu treffen, verlangt zudem einen langen Arm.

Beides kann der VW besser. Der etwas kleinere Bildschirm guckt leicht zu uns, mittlerweile (nach zahlreichen Software-Updates) ist alles fast sofort nach dem Einstieg einsatzbereit.

Der Golf hat andere Probleme, und die heißen sensitive Touchflächen. Deren Bedienung bleibt auch mit Übung frustrierend – jedem Jetzt-hab-ich’s-raus-Moment folgt eine versehentliche Eingabe und abschließend die Zahlung von 50 Cent in die Schimpfwörterkasse.

Auch woanders ist der VW überkomplex: Alternativ zum normalen Klimamenü gibt es noch „Smart Climate“, wo man anstatt auf einen Pfeil nach unten auf „Füße wärmen“ drückt. Wir hätten es smart gefunden, dieses Menü einzusparen.

Die Stunde des Golf schlägt auf der Straße. Er rollt mit 1,5-Liter-Benziner, DSG und wie Ford mildhybridisiert zum Test – eine Kombination, die richtig Freude macht. Der Vierzylinder gibt sich im Teillastbereich beinahe lautlos, das Getriebe verwaltet seine sieben Gänge ruckfrei. Beim gemütlichen Dahinrollen erinnert das an ein E-Auto.

Das im R-Line mit sportlicher Grundabstimmung versehene adaptive Fahrwerk spreizt weit, allenfalls kleine Kanten wie Gullideckel nimmt der Golf nicht ganz so gelassen wie der Focus. Bemerkenswert ist außerdem, wie still es in der Kabine zugeht: Beim VW haben wir bei 160 km/h bescheidene 71 Dezibel gemessen, beim Focus 74 Dezibel. Selbst bei Vollgas (224 km/h) wird es nicht richtig laut.

weiterlesen auf autobild.de

Diese Woche meistgelesen:

Tag 3 und 4… Smooth like Tennessee Whiskey

Gestern hab ich ausgelassen, in allen Richtungen. Aus Gründen.Der...

Volvo Cars strukturiert Executive Management um

Volvo Cars strukturiert mit Wirkung zum 14. April 2020...

Volvo EX30 spielt „zufällig“ Stärke der E-Plattform aus

Mit dem EX30 hat Volvo ein kleines, stylisches SUV...

Elektrifizierter Bestseller:

Volvo lädt seinen Bestseller weiter auf: Der Volvo XC60...

Volvo Cars verdreifacht Produktionskapazität für Elektrofahrzeuge im Werk Gent

Volvo Cars verdreifacht die Produktionskapazitäten für Elektroautos im belgischen...

FORD LÄSST IN GOODWOOD DIE MUSTANGS LOS UND ZEIGT AUFREGENDE WELTPREMIERE

Beim Goodwood Festival of Speed lässt Ford vom 13....

HENNESSEY H850 AUF BASIS FORD MUSTANG DARK HORSE

Tuner Hennessey kündigt an, wie er dem neuen Ford...

Zuletzt gepostet

Vereinfachte Bedienung: Volvo bringt sein größtes Over-the-Air-Update aller Zeiten

Volvo rollt sein bislang größtes Over-the-Air-Update aus. Millionen Kunden,...

Vollelektrischer Volvo EX30 gewinnt renommierten „Good Design®“-Award

Nächste Auszeichnung für den Volvo EX30: Das kleinste Modell...

Der Volvo EX30: Mehr Auswahl für den Kleinsten

Der Volvo EX30 startet ins neue Modelljahr 2027: Eine...

Test Volvo XC60: Keine Experimente beim Mittelklasse-SUV

Der Volvo XC60 wurde für das Modelljahr 2026 überarbeitet,...

Volvo ES90: Leiser Riese kann alles, außer Gefühle

Volvo setzt sein schwedisch-kühles Crossover-Flaggschiff ES90 gegen die deutsche...

Volvo EX90: Komfortabler Elektro-Riese im Test

Größer, edler und rein elektrisch: Volvos großes Elektro-SUV EX90...

Volvo V60 im Deutschland?Check: Lohnt sich der Kombi 2026 noch?

Der Volvo V60 gilt als einer der letzten echten...

Sitzprobe im neuen Volvo EX60: Die elektrische Mitte

Der große Abschied vom Verbrenner war bei Volvo längst...
spot_img