Volvo war früher eine fast reine Kombimarke. Heute liegt der Schwerpunkt auf den SUV, doch der Kombi wird schon noch gepflegt. Als T8 hat der V60 gar 455 PS aus zwei Maschinen.
Volvo und Kombis, das gehört traditionell zusammen, auch wenn die schwedische Automarke inzwischen weitaus mehr SUV verkauft.
Wie für den V90 sind auch für den 18 Zentimeter kürzeren Kombi-Bruder V60 zwei leistungsstarke Plug-in-Hybrid-Versionen im Angebot. Die Spitzenversion, der allradgetriebene V60 T8 Recharge mit üppigen 455 PS, kombiniert einen 310 PS starken Zweiliter-Vierzylinder-Turbobenziner mit einem 145-PS-Elektromotor, der die Hinterachse antreibt. Statt vormals 11,6 kWh fasst die Batterie jetzt brutto 18,8 kWh. Damit soll eine Reichweite von bis zu 91 Kilometer im elektrischen Betrieb möglich sein. Wir kamen aber unter Verzicht auf den Verbrenner nie weiter als 64 Kilometer und verzeichneten 27 kWh statt der angegebenen 20 kWh je 100 Kilometer.
Wer oft mit Akku unterwegs ist, bewegt den 4,76 Meter langen und rund 2,1 Tonnen schweren Fünfsitzer trotzdem sparsam: 6,2 Liter Super plus Strom sind angesichts der gebotenen Leistung ein guter Wert. Zehn Liter forderte eine zügige Autobahnrunde ohne elektrische Unterstützung. Also heißt es fleißig laden. Leider tröpfelt der Strom nur mit schlappen 3,6 kW in die Batterie; eine Komplettladung dauert rund fünf Stunden.
Zügige Überholmanöver werden zur Fingerübung
Dagegen überzeugen die dynamischen Qualitäten des schicken Sportkombi, zumal in der Topausstattung „Polestar Engineered“ mit straffem, aber nicht unkomfortablem Sportfahrwerk und goldlackierten, fest zupackenden Brembo-Bremssätteln. Zwar wird auch der stärkste Vertreter der Baureihe wie alle Volvo-Modelle bei 180 km/h gnadenlos abgeregelt, aber bis dahin ist ordentlich Dampf im Kessel.
Für den Standard-Sprint von 0 auf 100 km/h benötigt der V60 T8 nur 4,6 Sekunden. Zügige Überholmanöver werden zur Fingerübung, und die satte Straßenlage begeistert in schnell durcheilten Kurven. Das Zusammenspiel zwischen beiden Motoren geht harmonisch und geräuschlos vonstatten. Kultiviert arbeitet die Achtstufenautomatik, Schaltwippen am Lenkrad haben wir nicht vermisst.
Stilvolles, hochwertiges Ambiente
Dabei ist der Kombi im Sportdress familientauglich und bietet ein gutes Raumangebot für vier Passagiere. Der Dritte im Fond weiß allerdings wegen der im Mitteltunnel untergebrachten Batterie nicht, wohin mit seinen Beinen. Angenehm niedrig ist die Ladekante, der gut zu beladende Kofferraum fasst 519 bis 1431 Liter auf ebener Fläche. Auch an praktische Taschenhaken, Verzurrösen und eine 12-Volt-Steckdose haben die Schweden gedacht. Leider ist für die Tasche mit dem Ladekabel unter dem flachen doppelten Boden kein Platz.
Tief platzierte, bequeme Sportsitze mit gutem Seitenhalt und ein stilvolles, hochwertiges Ambiente im gar nicht kühlen nordischen Stil prägen das Interieur. Die goldgelben Gurte der Polestar-Ausstattung sind allerdings Geschmackssache. Beim Bedienkonzept setzt Volvo auf einen schön eingepassten, hochkant stehenden Touchscreen-Monitor mit teils verschachtelten Menüs.




