Fahrbericht: Land Rover Discovery D350 MHEV – Ein Mildhybrid für den Jubilar

Die Lücke war eklatant: Hier das rustikale Arbeitstier Defender (damals noch Land Rover), dort der noble Range Rover. Exakt dazwischen platzierten die Briten vor 35 Jahren den Discovery, von seinen Fans liebevoll „Disco“ genannt. Er markiert seitdem so etwas wie die natürliche Mitte: Geräumig, durchaus auch fein ausgestattet, aber im Gelände praktisch auf dem Niveau des Defender. Sieben Sitze, die alle für die die meisten ausgewachsenen Menschen passen, feine Offroadtechnik und eine sehr ordentliche Anhängelast machen die bei Land Rover jüngst zur eigenen Marke erhobene Discovery-Familie zum beliebten Untersatz für große Familien und Menschen mit hohem Transport- und Schleppbedarf.

Allerdings sollten die ein gut gefülltes Bankkonto mitbringen. Denn unter 77.800 Euro geht gar nichts. Für diese Summe gibt es den Discovery S D250 AWD MHEV mit 183 kW/249 PS starkem Dreiliter-Turbodiesel mit Mildhybridtechnik. Wer das Jubiläumsmodell ordern will, muss mindestens 107.400 Euro beiseitelegen. Dafür gibt es dann aber auch die stärkere D350-Version mit 257 kW/350 PS und einem maximalen Drehmoment von 700 Newtonmeter, das schon ab 1.500 U/min anliegt. Das spürt man beim forcierten Start, der vom Mildhybridsystem unterstützt wird. Außer beim Kickdown bleibt der Disco-Motor dabei mustergültig kultiviert und schnurrt speziell bei mittleren Drehzahlen leise vor sich hin. Besonders sparsam ist das Aggregat trotz der dezenten E-Unterstützung nicht: Der WLTP-Verbrauch liegt bei 8,5 bis 8,6 Liter Diesel je 100 Kilometer. Auffällig bei der ersten Testfahrt: Das anfangs etwas indifferente Bremsgefühl, wenn das System Energie rekuperiert. Daran muss man sich erst gewöhnen.

Ansonsten tut der „Disco“ in der 35th Anniversary Edition so ziemlich genau das, was man von ihm erwartet. Er rollt auf Asphalt geschmeidig ab, verwöhnt dank des adaptiven Fahrwerks mit Luftfederung und der vielfach verstellbaren, heiz- und klimatisierbaren Sitze mit einer Extraportion Komfort, der durch den üppigen Platz und die hochwertigen Materialien im Innenraum noch gesteigert wird. Mit an Bord sind in der Jubiläums-Edition grundsätzlich ein Head-up-Display, ein beheizbares Multifunktions-Lederlenkrad, das „intelligente“ Umklappen der Sitze und die Luftionisierung im Innenraum. Dazu kommen die Mittelkonsole mit Armlehne und integriertem Kühlfach, eine Vier-Zonen-Klimaautomatik und Sitze in gestepptem, perforiertem Windsor-Leder. Das Infotainmentsystem stellt niemanden vor unüberwindbare Schwierigkeiten, eine hilfreiche Taste am Lenkrad stellt unerwünschte Warntöne im Nu ab.

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