Der neue Polestar 3 wird ein Luxus-E-SUV mit zig Sensoren, einem außergewöhnlichen Allrad-Antrieb und einem dicken Akku. Der Preis ist so hoch, dass der Schwede keine E-Auto-Förderung erhält. Sieht man genauer hin, erinnert der Polestar 3 stark an einen noch kostspieligeren bayerischen Konkurrenten: den BMW iX.
Unser Fazit: Der günstigere BMW iX
In Kopenhagen, wo ihn Polestar am 12. Oktober vorstellte, durften wir den Polestar 3 noch nicht fahren, daher stammt unser Eindruck rein vom statischen Vorzeigemodell.
Zunächst unsere Meinung rein zur Optik: Der Wagen wirkt etwas gedrungener als ein normal hochgewachsener SUV. Und tatsächlich ist er fast 9 Zentimeter niedriger als beispielsweise der ansonsten sehr ähnliche BMW iX. Damit will Polestar eine bessere Aerodynamik erreichen. Auch die etwas eingedrückte Schnauze soll für einen besseren Luftstrom sorgen. Insgesamt empfinden wir die Silhouette des Schweden stimmig, mit seinen einfahrbaren Türgriffen glatt und frontal gesehen mit den Lichtern, die stark an das Polestar-Logo erinnern, sehr schnittig. Innen geht es mit einem sehr aufgeräumten Cockpit, dem zentralen großen Display samt neuer Android-Autoversion und einem riesigen Panoramadach weiter. Materialien wie Flachs, Wolle und tierfreundliches Leder geben dem ganzen die passende skandinavische Note.
Die Ausstattung des Polestar 3, der auf einer der neuen Volvo-Plattform SPA2 beruht, ist allererste Sahne: Ein Dual-Motor, eine 111 kWh große Batterie, die die 600-km-Reichweitenmarke laut WLTP knacken soll, 490 PS (in der Performance-Version sogar 516 PS), Brembo-Bremsen, Wärmepumpe, eine adaptive Zweikammer-Luftfederung, bidirektionales Laden und massig Sensoren für Außen- und Innenraum zeigen, dass der Spaß nicht billig wird: Mindestens 89.900 Euro werden für den Polestar 3 fällig. Die Performance-Version kostet dann nochmals 6.600 Euro Aufpreis, das Pilotpaket mit LiDAR-Sensoren bittet nochmals extra zur Kasse (Aufpreis noch nicht bekannt). Und damit rangiert der flotte Dreier in der Oberklasse der E-SUVs zwischen Audi e-tron 55 und BMW iX, wobei der Schwede schon sehr viel mit dem iX gemein hat, etwa Akkugröße, Leergewicht, Reichweite usw. Lediglich Höchstgeschwindigkeit, Drehmoment und PS sind einen kleinen Ticken höher. Insofern relativiert sich der Preis von knapp 90.000 Euro im Vergleich zum BMW, der bei 100.000 Euro startet.
Wenn man das Haar in der Suppe sucht, dann findet man es beim Laden: Wir hätten uns ein 800-Volt-System gewünscht, angeblich sollen aber bis zu 250 kW über DC drin sein. Beim AC-Laden müssen Sie sich mit 11 kW begnügen, einen optionalen 22-kW-Bordlader wird nicht angeboten.




