Superbowl LV (Lager – American Light)

Nachdem ich mich mit dem Christmas Eve langsam wieder an die Materie herangearbeitet habe und den Brauvorgang nochmals durchgegangen bin, hab ich mich entschlossen, das ganze mit Sud „Superbowl LV“ jetzt wirklich regelmässig zu betreiben. So hab ich mir zu Weihnachten selbst eine Flaschenwaschmaschine geschenkt weil dieses Bürsten und Schrubben in der Badewanne einfach nix für Menschen mit 40+ ist.

Das nächste Bier ist, wie der Name, „Superbowl LV“, schon sagt, die Begleitung für den Superbowl Abend. Gesucht habe ich nach einem American Lager nachdem mir aber die hopfigen Biere keiner angreift, hab ich etwas experimentiert. Die Hopfenmenge halbiert und gestopft hab ich mit „Hallertauer Mandarina“ was dem ganzen ein bisschen eine Zitrusnote verleihen soll. Man darf gespannt sein.

Plus: Diesmal hab ich dran gedacht und nicht die im Rezept angegebene Wassermenge sondern die von Grainfather vorgeschriebene verwendet. Bin somit auch erstmals mit der Stammwürze in die Nähe der Rezeptur gekommen.

Stammwürze: 13,4% | Bittere: 14,7 IBU | Farbe: 10,3 EBC | Alkohol: 5,5 %

BRAUWASSER

Hauptguss:
23,36 L

Nachguss:
11 L

SCHÜTTUNG

Pale:
2.56 kg

Pilsner:
2.55 kg

Weizenmalz hell:
1.23 kg

Carahell:
0.128 kg

Mais, flaked:
0.9 kg

Gesamt:
7.2 kg

MAISCHPLAN

Einmaischen:
61 °C

1.Rast:
57 °C für 10 min

2.Rast:
62 °C für 20 min

3.Rast:
67 °C für 60 min

4.Rast:
72 °C für 20 min

Abmaischen:
78 °C

WÜRZEKOCHEN

Würzekochzeit:
90 min

Amarillo:
15 g,
7,7 % α-Säure , 60 min

Mandarina Bavaria:
10 g,
8 % α-Säure , 10 min

GÄRUNG UND REIFUNG

Hefe:
Mangrove Jack’s M54 Californian Lager

Stopfhopfen:
10 g Bavaria Mandarina

Gärtemperatur:
19 °C

Endvergärungsgrad:

Karbonisierung:
7.5 g/l

Der Brautag ging diesmal super von der Hand. Ich hab diesmal alles sorgfältig vorbereitet und wirklich nach Plan gearbeitet. Etwas sorge hatte ich, ob die Cornflakes auch wirklich im Grainfather schön durchlässig sind.

Das Rezept schreibt ja vor, die Cornflakes vor dem Einmaischen separat in 2 l Wasser auf 100° zu erhitzen und dann abgekühlt zum restlichen Malz zu geben. Nachdem dies eine ziemliche Pampe war, war ich mir nicht sicher, ob das so klappt.

Ansonsten verlief der Brauvorgang super strukturiert. Die Aufheizvorgänge und das Temperatur halten mit dem Brauautomat hab ich nun auch schon heraussen. Einzig Sorge macht mir die Tatsache, dass nach Ende des Brauvorgangs immer irgendwelche Trubstoffe an der Heizplatte angebrannt sind. Wenn das mal zuviel wird, führt das wieder dazu, dass der Grainfather in Notaus geht, man alles rausnehmen, putzen und neu beginnen muss. Die letzten beiden Male war das zum Glück nicht der Fall aber da muss ich mir nochwas einfallen lassen.

Abmaischen, Whirlpool und Überführen in den Gärbottich verlief alles wie geplant und ich war echt happy.

Nachdem die Würze dann einen Tag Zeit hatte um abzukühlen, kam die Hefe rein. Die liess sich nicht lange bitten. Montag abend Hefe rein, Donnerstag früh war das Blubbern im Gärröhrchen schon relativ schwach und somit schon fast durch.

Eine erste Kostprobe verlief vielversprechend. Ich hab dennoch mit etwas Hopfen nachgestopft. Mal schauen, wie sich das auf den Geschmack auswirkt. Danach hab ich mich in die Weihnachtsferien verzupft und bin gespannt auf das Ergebnis wenn ich zurück bin.

Ich denke aber, dass wir bereits am Sonntag, also eine Woche nach dem Brautag, abfüllen können.

Der Plan war es, am Sonntag, also eine Woche nach dem Brautag abzufüllen. Die Hefe war mehr als durch, die Flaschen alle gereinigt, desinfiziert und mit Zuckerlösung versehen. Los gings.

Nach den ersten paar Flaschen stellte sich raus, dass die Korken nicht richtig schliessen, schwer aufzudrücken sind oder den Flaschenhals gar zerbrechen. Kurz überlegt dann fiel mir ein, dass ich ja für die Abfüllung 0,33 l Flaschen einer anderen Brauerei gesammelt hab. Blöderweise waren die allerdings mit Drehverschluss und somit nicht mit traditionellen Kronkorken kompatibel.

Also alles wieder zurück zum Start und neue Flaschen bestellt.

Am 6. Jänner war es dann endlich soweit. Glücklicherweise ging beim letzten Versuch alles steril vonstatten somit hab ich mir keine Infektion ins Bier reingebracht.

Abfüllen klappte diesmal wunderbar und die neuen Flaschen lieb ich jetzt schon sehr.

Am 12. hab ich mir dann eine Flasche auf Eis gelegt. Kohlensäure war, laut Flaschendruckmesser, schon im Bier und ich konnte einen Versuch wagen.

Heute, am 14. wars dann soweit. Die erste Flasche wurde geköpft. Wunderbare Farbe (bis dato hatte ich ja nur dunkle Biere), Schaum passt auch, Geruch vermittelt die Zitrusnote, die ich mit dem Hopfen erreichen wollte. Der Hopfen selbst hält sich geschmacklich dabei dezent im Hintergrund.

Wunderbar süffig. Mal schauen, was die weitere Lagerungszeit noch bringt

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