So fährt sich der neue Honda Civic Type-R

Es scheint zwar so, als würden in der Autowelt nur noch elektrische oder halbelektrische SUV gebaut. Doch es gibt auch ein paar Ausnahmen – wie den Honda Civic Type R. Der „Hot Hatch“ mit viel Leistung hat allerdings auch seinen Preis.

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Honda beweist ein Herz für Heißsporne und Petrolheads. Denn während das Gros der Autohersteller mit SUV und ähnlich familientauglichen Modellen die E-Wende vorantreibt, leisten sich die Japaner noch einmal ein bisschen Leidenschaft. Der Civic verwandelt sich wieder in einen heißblütigen Type-R: Das wilde Flügelwerk, der lautstarke Auspuff, das brettharte Fahrwerk und vor allem der PS-starke Motor machen den Wagen zu einem typischen Kompaktsportwagen – auch „Hot Hatch“ genannt.

Damit besetzt Honda eine Lücke, die Renault mit der Einstellung des Mégane RS und Ford mit dem Ende des Focus RS hinterlassen haben. Allerdings hat die Liebe zu Leistung und Drehzahl auch ihren Preis: Während der normale Civic bei 31.900 Euro startet, steht der Type R mit 58.500 Euro in der Liste.

Drehorgel mit Turbo statt E-Motor

Dafür gibt es dann allerdings statt eines Zwei-Liter-Hybrids mit einer Systemleistung von 135 kW/184 PS einen Vierzylinder gleichen Hubraums, der mit einem Turbo in dieser Klasse konkurrenzlose 242 kW/329 PS aufweist.

Als klassische Drehorgel ist die Maschine aber nicht nur auf Leistung, sondern auch auf Fahrspaß ausgelegt. Denn der rote Bereich beginnt erst jenseits von 6000 Umdrehungen. Und mit einem ausgesprochen knackig gestuften Sechsgang-Getriebe hält man das Triebwerk ordentlich auf Touren. Für die passende Stimmung sorgen flackernde LEDs im Cockpit.

Bereit für ein rasantes Spektakel

Hacke Spitze, Hacke Spitze – so fliegt der linke Fuß über die Pedale, während der rechte bleischwer am Bodenblech haftet. Angespornt wird man dabei von einem satten Zweiklang, den der Motor und der in die Mitte gerückte, dreiflutige Auspuff von sich geben. Kommt der Civic schließlich richtig in Fahrt, reißen 420 Nm an den Breitreifen an der Vorderachse und stellen das Reifenprofil auf eine harte Probe.

Aber wenn die Gummis genügend Grip finden, dann geht es ziemlich rasant zur Sache. Von 0 auf 100 km/h im 5,4 Sekunden und bei Vollgas 275 km/h – solche Eckwerte sind selten geworden in der Kompaktklasse. Und sie können nicht annähernd ausdrücken, wie es sich im Civic dabei anfühlt. Vor allem nicht, wenn sich auf der Strecke viele Kurven befinden – und die dürfen dank der guten Bodenhaftung auch gern sehr eng sein.

Starke Performance, wenig Komfort

Schon in der Grundeinstellung fährt der Honda Civic äußerst engagiert. Doch im R-Modus macht ihm wohl niemand mehr etwas vor. Schließlich hat er die Nordschleife des Nürburgrings gerade erst in 7 Minuten und 44,881 Sekunden umrundet und sich damit einmal mehr den Titel des schnellsten Fronttrieblers in der „Grünen Hölle“, wie der Abschnitt auch genannt wird, gesichert.

Trotz dieser Performance und seiner ungewöhnlichen Länge von mehr als 4,50 Metern wirkt der Spoiler an dem Kompakten allerdings etwas albern. Und das Fahrwerk ist so hart abgestimmt, dass einem schnell die Knochen schmerzen. Die knallroten Sitze könnten hier Abhilfe schaffen, bieten dafür aber einfach zu wenig Komfort.

Deutlich mehr hat der Civic an praktischen Tugenden zu bieten. So gibt es einen Kofferraum von 420 Litern, allerlei Assistenzsysteme, eine zugfreie Klimaanlage mit coolen Ausströmern und eine Rückbank mit reichlich Kniefreiheit. Daher eignet sich der Minisportler auch als Auto für den Alltag.

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