Man sieht es ihm nicht an, aber im Volvo EX30 Cross Country toben 428 PS. Damit fährt das kompakte Elektro-SUV ziemlich rasant.
Cross Country hat Tradition bei Volvo. Seit 1997, um genau zu sein. Damals war der V70 der Erste, der mit dieser Typenbezeichnung kam. Aktuell gibt es auch den seit 2023 gebauten EX30 als Cross Country. Dafür bekam das kompakte, kantige Elektro-SUV unter anderem Unterfahrschutz vorn und hinten, verbreiterte Radhäuser und ein schwarzes Dach.
Im Fond wird es für Erwachsene eng
Das Platzangebot vorn ist klassentypisch ordentlich. Die Sitze sind schmal geschnitten, die (zu) kurze Auflage lässt sich nicht verlängern. Hinten wird es dann ernst: ziemlich eng hier.
Besonders der Platz für lange Beine ist wirklich knapp, besser sieht es mit der Kopffreiheit aus, die reicht auch für größere Staturen. Man sitzt sehr flach über dem Boden, die Auflage ist kurz – passt für Kinder und Heranwachsende, für Erwachsene ist es hier eher ungemütlich.
Eingerichtet ist der EX30 sehr, sehr reduziert, Volvo hat den Minimalismus hier auf die Spitze getrieben. Das ist grundsätzlich sympathisch, wirkt klar, aufgeräumt und unkompliziert. Es gibt kaum noch Schalter und auch kein Kombiinstrument für den Fahrer.
Sämtliche Funktionen werden über den Touchscreen gesteuert
Die Bedienung erfolgt praktisch komplett über den hochkant stehenden 12,3-Zoll-Touchscreen. Komplett heißt: egal ob Außenspiegel, Klima, Fahrassistenten oder Rekuperation – alles auf dem Display. Auch das Handschuhfach wird hier geöffnet.
Die Menüstruktur ist in Ordnung, die Grafik reduziert, es gibt Kurzwahltasten für schnellen Zugriff. Das Infotainment arbeitet mit Google, also mit Maps, Assistant, Play Store, sieht gut aus, reagiert flott, funktioniert bestens.
Nicht so toll: Die Bedienung der Fensterheber liegt in der Mittelkonsole statt in den Türen. Und es sind drei Tasten, zwei für die Ansteuerung rechts und links sowie eine zum Umschalten zwischen vorn und hinten.
Im Antrieb steckt richtig Dampf
Die Plattform (SEA) teilt sich der EX30 unter anderem mit Smart #1 und #3, Zeekr X und Lynk & Co 02. Volvo gehört ja seit 2010 zum chinesischen Geely-Konzern, wie zum Beispiel auch Polestar, Lotus, Proton oder Lynk & Co.
Das System arbeitet mit 400 Volt, im EX30 P8 AWD liefern ein E-Motor vorn und einer hinten (beides Permanentmagnet-Synchronmaschinen, PSM) eine Systemleistung von 428 PS. Damit sind rasante Fahrleistungen möglich: Der EX30 stürmt in sehr schlanken 5,2 Sekunden auf 100 km/h und in ebenso beeindrucken 9,1 Sekunden auf 160 km/h, bei 180 km/h wird dann abgeregelt. Witzig: Trotz der Offroad-Optik ist der XC30 damit einer der schnellsten Volvo.
Das System lässt sich gut dosieren, es gibt einen souverän funktionierenden One-Pedal-Modus bis zum Stillstand, und die Rekuperation lässt sich verstellen. Im Menü natürlich. Der 1,9 Tonnen schwere XC30 fährt sich schnell, sicher, unaufgeregt. Und leise. Die Lenkung arbeitet leichtgängig, könnte gern etwas mehr Rückmeldung liefern.
Akku reicht im Test für 328 Kilometer
Der Cross Country kommt mit einer auf 19 Zentimeter erhöhten Bodenfreiheit – statt 17,1 Zentimetern beim normalen XC30. Damit empfiehlt er sich mit seinem aufmerksamen Allradantrieb und sehr guter Traktion besonders für Waldwege, Schotterpisten, schlechte Nebenstraßen und knöcheltiefen Schnee.
Die Batterie im getesteten P8 ist 65 kWh groß (netto). Im Test schaffte er, bei angenehmen 16 Grad, eine Reichweite von 328 Kilometern, der Verbrauch lag bei 21,6 kWh/100 Kilometer. Geladen werden kann mit 22 kW an der Wechselstrom- und maximal 153 kW an der Gleichstrom-Säule.
Preisliste beginnt bei 54.990 Euro
Den EX30 Cross Country P8 AWD berechnet Volvo mit mindestens 54.990 Euro in der Plus Summer Edition. Der Testwagen mit der sehr umfangreichen Ultra-Ausstattung kommt auf mindestens 55.790 Euro.

