Land Rover Serie 88/II A und Defender 90 3.0 D

Unser Vergleich mit dem fast 60-jährigen Vorbild zeigt: Die Neuauflage des kurzen Land Rover Defender bleibt der kantig-kultigen Optik treu und bietet auch sonst nette Eigenheiten.

Selbst der Besitzer des Serie 88/II A von 1964 staunt, als er seinen treu jeden Samstag im Wald dienenden Landy neben unseren 57 Jahre jüngeren Testwagen stellt. «Die unterscheiden sich optisch in Höhe und Länge ja kaum. Die grössten Differenzen liegen bei der Breite und natürlich im Innenraum», sagt Oldie-Besitzer Max und schmunzelt.

Stimmt, viel von der äusseren Optik des Urahns wurde für den neuen «kurzen» Landy übernommen. Die eckige Grundform natürlich oder das ausgeprägt kantige Heck mit der seitlich angeschlagenen Tür und dem Reserverad dran. Selbst die oberen «Alpine»-Fenster im hinteren Dachbereich fehlen nicht. Natürlich wurde für die Neuinterpretation alles etwas moderner. Die Anordnung der Heckleuchten stimmt noch ungefähr. Vorne gibts aber beim Neuen die für Land Rover heute typisch schmalen Matrix-LED-Scheinwerfer, der Kühlergrill ist glatt. Und auch die Frontscheibe steht im Vergleich zu einst heute aerodynamisch flacher.

 

Grösster Unterschied im Cockpit

Nicht wiederzuerkennen ist der neue Defender dagegen innen. Sein Cockpit präsentiert sich minimalistisch kühl – das hätten wir so eigentlich eher von Volvo, nicht aber von den Briten erwartet. Das Armaturenbrett mit grossem Defender-Schriftzug auf der Beifahrerseite steht flach. Statt kaschiert werden die groben Strukturen und Befestigungselemente explizit betont, die Oberflächen sind weich gummiert oder mit einem Material bespannt, das uns an Soft-Shell-Freizeitjacken erinnert. Alles wirkt robust und reduziert aufs Wesentliche. Dazu gibts ein gut ablesbares Volldigital-Cockpit und unter dem zentralen Display einen erhöht angebrachten Automaten-Hebel. «Gefällt mir», urteilt Ur-Landy-Besitzer Max. Er ist in seinem Cockpit Archaischeres gewohnt: «Da gibts in erster Linie praktische Ablagefächer und nur zwei kleine Rundanzeigen.»

Den kurzen Defender 90 (die Zahl steht für den Radstand in Zoll, es gibt ihn auch als längeren 110) gibts als Fünf- oder optionalen Sechsplätzer: Ein mittlerer Klappsitz ermöglicht dann Reisen zu dritt nebeneinander in der ersten Reihe. Das Einsteigen auf die hinteren Plätze gestaltet sich beim kurzen Zweitürer etwas mühsam, und die Kopfstützen der Rücksitze schränken die Sicht nach hinten ein. «Das war früher praktischer», sagt Max. Sein kurzer alter 88er bietet auf der Sitzbank vorne drei Plätze, hinten steigt man einfach durch die Hecktüre ein und nimmt auf nach unten klappbaren Seitenbänken Platz. «Ein Siebenplätzer – und keine die Sicht nach hinten einschränkende Kopfstützen», bemerkt er.

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