JAGUAR LAND ROVER REDUZIERT DURCH KONSEQUENTES RECYCLING VON ALUMINIUM DIE CO2-EMISSIONEN BEI DER HERSTELLUNG UM BIS ZU 26 PROZENT

Neue Jaguar Land Rover Forschungen haben ergeben, dass mit Hilfe eines innovativen Recyclings Aluminiumabfälle bei der Produktion von Neufahrzeugen wiederverwendet werden können.

  • Projekt REALITY hat das Potential, die bei der Produktion von Aluminium entstehenden Emissionen um bis zu 26 Prozent zu senken
  • Bahnbrechendes neues Recycling-Verfahren spendet hochwertigen Aluminium-Sorten ein zweites Leben in neu produzierten Jaguar Land Rover Modellen
  • Neue Alu-Legierungen erfüllen bei ersten Tests die Qualitätsstandards des Herstellers
  • Forschungsarbeiten helfen, im Rahmen der Jaguar Land Rover Vision „Zero Emissions“ Kreisläufe für wertvolle Rohmaterialien zu schließen

 

Neue Jaguar Land Rover Forschungen haben ergeben, dass mit Hilfe eines innovativen Recyclings Aluminiumabfälle aus Getränkedosen, Flaschenverschlüssen und ausrangierten Autos bei der Produktion von Neufahrzeugen wiederverwendet werden können. Den Ingenieuren gelang es, recycelte Aluminium-Teile mit einem verringerten Anteil an Primäraluminium zu mischen und damit eine neue und ausgetestete Prototypen-Legierung zu schaffen, welche die hauseigenen Qualitätsstandards erfüllt. Dank des so geschlossenen Materialkreislaufs könnten die beim Bau von Neufahrzeugen anfallenden CO2-Emissionen künftig um bis zu 26 Prozent gesenkt werden; bei zugleich verringertem Einsatz von Rohstoffen. Das REALITY Aluminium Projekt ist ein wichtiger Baustein in der Jaguar Land Rover Vision der „Destination Zero“. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, durch fortwährende Innovation Emissionen zu reduzieren und damit Gesellschaft und Umwelt sicherer und sauberer zu machen.

Aluminium gehört zu den weltweit am intensivsten recycelten Materialien. Es lässt sich einschmelzen und wiederholt reformieren, ohne dabei an Qualität einzubüßen. Wiederaufbereitetes Aluminium findet sich in Gütern des täglichen Bedarfs wie Getränke- und Sprühdosen, Folientabletts und Flaschenverschlüssen. Für höherwertigere Anwendungen wie zum Beispiel in der Automobilfertigung kamen sie jedoch bislang nur selten zum Einsatz.

Das Potential ist aber riesig, sind doch 75 Prozent des jemals in den USA und in der EU produzierten Aluminiums bis heute in Gebrauch. Zugleich verschlingt die Herstellung von recyceltem Aluminium rund 90 Prozent weniger Energie als die Gewinnung von Rohaluminium. (Quelle: The Aluminium Association)

Durch die Wiedergewinnung von hochwertigem Aluminium kann Jaguar Land Rover die hochwertigen Eigenschaften des Leichtmetalls so nutzen, dass im Materialmix der Anteil von „frischem“ Primär-Aluminium gesenkt werden kann. Heute werden Schrottteile ausrangierter Autos typischerweise nach Übersee exportiert, wo sie dann für minderwertigere Einsatzwecke verwendet werden. Doch dank neuer und fortschrittlicher Trennungsverfahren kann das Leichtmetall nun „upgecycelt“ und erneut in den automobilen Fertigungsprozess eingespeist werden. Folge: ein geschlossener Materialkreislauf und eine wesentlich geringere Beanspruchung für die Umwelt, denn die Aluminiumherstellung, insbesondere aus Bauxit / Aluminiumerzen, ist enorm energieaufwendig.

Dieses Projekt hat es uns zum ersten Mal erlaubt, für den Karosseriebau spezifizierte Premium-Legierungen aus ausrangierten Fahrzeugen aufzubereiten und ihre einzigartigen Eigenschaften erneut zu nutzen. Der neue Produktionsprozess ermöglicht CO2-Reduktionen und hilft uns, in Zukunft sogar noch mehr Aluminium neu zu verwenden.

Mit Blick auf eine autonome, vernetzte und elektrifizierte Zukunft sowie einem Szenario von massenweise außer Dienst gestellten Car Sharing-Flotten könnte Jaguar Land Rover das im geschlossenen Kreislauf gewonnene Aluminium gezielt dazu einsetzen, im Zuge einer eng gestaffelten Produktionsplanung die Effizienz und die Vorteile für die Umwelt weiter zu steigern
GAËLLE GUILLAUME
LEITENDER PROJEKTMANAGER FÜR REALITY BEI JAGUAR LAND ROVER

Das rund 2,2 Millionen Euro schwere Projekt REALITY wird von Innovate UK finanziell mitgetragen und läuft in Zusammenarbeit mit der Brunel University London. Die Wissenschaftler der Hochschule haben Festigkeitsprüfungen durchgeführt und einen Materialmix definiert, der verlässlich die geforderten mechanischen Standards für in Jaguar und Land Rover Fahrzeugen verbaute Karosseriebleche erfüllt.

Jaguar Land Rover hat seit 2007 seine globalen CO2-Emissionen aus dem operativen Geschäft um 50,7 Prozent pro Fahrzeug reduziert; das Unternehmen bleibt einem fortlaufenden Dekarbonisierungprozess verpflichtet. Zwischen September 2013 und März 2020 konnten rund 360.000 Tonnen Abfall aus geschlossenen Produktionskreisläufen wieder in die gewichtsoptimierten Rohkarossen der Fahrzeuge zurückfließen. Quer über alle Baureihen, inklusive des Jaguar XE. Das Jaguar Einstiegsmodell war 2014 das weltweit erste Fahrzeug, in dem die Aluminiumlegierung RC5754 für Karosseriebleche zum Einsatz kam – hergestellt mit einem 75-Prozent-Anteil an recyceltem Aluminium.

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