Gasthaus Steiner – Schwechat

Seit 2012 leb ich nun in Schwechat. 2007 bin ich nach Simmering gezogen und ich musste „gestern Jahre alt“ werden, bis ich ins Gasthaus Steiner eingeladen wurde und mich sofort verliebt hab.

Wer zum Teufel hat dieses kulinarische Kleinod jahrelang vor mir versteckt.

Das Gasthaus Steiner ist eines dieser Gasthäuser, die man noch aus dem Kindesalter kennt. Meist ging man da nur hin, um sich gschwind ein Eis zu holen, dort, wo die Alten des Dorfes die grossen Themen der Welt besprachen. Später dann, als man schon an Mopeds rumschrauben durfte, kehrte man mit dem letzten Zwanzger in der Tasche ein um sich ein Bier zu holen und gelegentlich verbrachte man den einen oder anderen Samstag abend dort beim Karten spielen.

Es ist quasi eine Zeitreise wobei hier nix, aber auch garnix altfadrisch oder heruntergekommen wirkt. Im Gegenteil. Man fühlt sich sofort wohl. Gemütliche Atmosphäre und ein Wirt, der dich begrüsst als wärst du eigentlich eh jeden Tag hier.

Für Gaststube wars dann aber, zum Glück, zu warm und somit durften wir auch den Gastgarten kennenlernen. Schattig, genauso eingerichtet wie ein Gastgarten sein muss. Nicht zu gross und richtig ruhig und gemütlich.

Die Karte bietet alles, was man von einem Gasthaus erwartet. Eigentlich hab ich zum Schnitzel ausgebacken im Butterschmalz tendiert, schwenkte dann um zum sommerlichen Cordon Bleu gefüllt mit Tomaten, Mozarella und Basilikum. Kartoffelwürfel frittiert gabs dazu und ein Salat durfte nicht fehlen (sagt der Doktor)

Kurz nach der Bestellung hörte man im Hof eifriges Schnitzelklopfen. Hier ist nix Konserve! Und etwas später wurde auch schon serviert.

Das Fleisch saftig, die Füllung leicht würzig, perfekt in der Menge abgestimmt. Die Panade wunderbar braun und kross. Die Kartoffelwürfel waren genauso wie ich sie mir vorgestellt hab. Pommes konnte ich nach den letzten Tagen ohnehin keine mehr sehen. Dazu gabs eine Kräutersauce die dem ganzen den letzten Schliff gab. Der Salat perfekt abgestimmt in der Säure. Ich war im 7. Himmel und obwohl ich eigentlich nicht mehr konnte, liess mir das angepriesene Dessert keine Ruhe.

Wassermelonen-Tiramisu mit Zitronensorbet ist ja vom Namen her schon mal schwer einzuordnen. Gekauft!

Ich liebe ja generell zitronige Süßspeisen. Im Sommer sowieso. Stillt den Durst und gibt nen zusätzlichen Sauer-Kick. Sauer macht ja bekanntlich lustig. Das Tiramisu selbst hat nur einen leichten Hauch von Wassermelone. Ist vermutlich auch schwierig, den Geschmack aus der wässrigen Melone rauszubekommen ohne dass die Konsistenz des Tiramisus bricht. Das Tiramisu selbst war wunderbar leicht. Eine hervorragende, ausgewogene Kombination.

Preislich befinden wir uns hier nicht im „3 Euro pro Kilo Schnitzelfleisch“-Bereich. Das schmeckt man und das ist es allemal Wert!

Es wird nicht das letzte Mal sein, dass ich in der Kammsetzergasse aufschlagen werd. Das Eierschwammerl-Cordon hat mich nämlich genauso angelacht wie die Kaspressknödel und das Butterschmalzrindsschnitzel muss ich auch noch testen.

Schön, dass ich nicht weit hinhab!

Wichtig: Die Öffnungszeiten sind so exklusiv wie das Gasthaus im Ganzen. Vorher , ob offen ist! Tischreservierung wär vermutlich auch kein Fehler!

 

Gemischter Salat
Sommer Cordon Bleu gefüllt mit Tomaten, Mozarella und Basilikum. Dazu Wildkräuter-Knoblauchsauce und frittierte Kartoffelwürfel
Wassermelonen-Tiramisu mit Zitronensorbet

 

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