Handgeschaltete Autos sterben langsam aus. Dabei bereitet das Schalten durchaus Freude, wie das angriffslustige Duo Ford Focus ST mit Track Pack und Honda Civic Type R im Vergleichstest beweist.
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Der Ford Focus ST und der Honda Civic Type R sind echte Klassiker ihres Segments. Dass der Kölner schon ein paar Jahre mehr auf dem Buckel hat, merkt man ihm dank noch frischem Facelift im Vergleichstest kaum an. Unter der Haube schlummert der bekannte 2,3-l-Vierzylinder-Turbo, der in der Vergangenheit auch schon dem Ford Mustang die Sporen geben durfte. Weil kein RS mehr vorgesehen ist, muss der ST mit 280 PS (205 kW) auf die Zutaten seines optionalen Track-Packs vertrauen, um dem 329 PS (241 kW) starken Honda Civic Type R Paroli bieten zu können: Semi-Slicks auf gewichtsoptimierten Felgen, Gewindefahrwerk und verstärkte Bremsen samt optischer Finessen für faire 3700 Euro Aufpreis. Honda hat bei der jüngsten Civic-Generation erneut alle Register gezogen und kitzeln per überarbeitetem Turbolader mehr Leistung denn je aus ihrem Pracht-Motor. Beide Fronttriebler sind mit einer Sechsgang-Handschaltung inklusive Zwischengasfunktion ausgestattet.
FAHRDYNAMIK: TROTZ SCHWÄCHEREM MOTOR HÄLT DER FORD FOCUS ST MIT
Wer glaubt, dass der Honda Civic Type R dank seines Leistungsplus im Vergleichstest Kreise um den Ford Focus ST fährt, wird sich verwundert die Augen reiben. Auf der Handling Strecke klebt der Focus im Vergleichstest dem Civic mit nur 0,2 s Abstand am Heck – lediglich ein Wimpernschlag, der die Funktionalität des Track-Packs im Focus ST unterstreicht. Die Pirellis bauen bei trockenen Bedingungen enormen Grip auf und funktionieren tadellos zusammen mit dem Gewindefahrwerk, bei dem sich Zug- und Druckstufe (mit dem entsprechenden Werkzeug) anpassen lassen. Die Lenkung gefällt mehr mit ihrer feinen Rückmeldung und weniger mit dem großen Rückstellmoment. Eine Eigenart, an die man sich gewöhnen muss, zumal sich der Wagen durch die Sperre an der Vorderachse regelrecht in Kurven saugt.
Der Honda hat ein ganz ähnliches Naturell, profitiert dabei aber stärker von seinem dreh willigen und stets kraftvollen Antrieb als von seiner Bereifung. Dank ausgeklügelter Aerodynamik samt riesigem Heckflügel besticht auch der Japaner mit jeder Menge mechanischem Grip. Sein Fahrwerk lässt mehr Aufbaubewegungen zu, was die rasante Fahrt im Grenzbereich anspruchsvoller macht. Gut, dass die Lenkung derart gefühlsecht ist. Dass der Kapitelsieg trotz des Leistungsdefizits und marginal schlechterer Rundenzeit an den Focus geht, liegt auch am Track Pack: Die Brembo-Anlage mit 363 mm großen Scheiben vorn verzögert kalt wie warm vehement – damit braucht der Ford für den Stopp aus Tempo 100 jeweils rund zwei Meter weniger Bremsweg. Das sind Welten in dieser Disziplin. Gut dosieren lassen sich beide Anlagen.
MOTOR/GETRIEBE: HONDA CIVIC TYPE R KANN VIELES DEUTLICH BESSER
Gäbe es den Honda Civic Type R nicht, würde einem beim Ford Focus ST wenig fehlen. Der 2,3-l-Turbo-Vierzylinder entwickelt jederzeit genügend Kraft, um den giftgrünen Kompakten sportlich ums Eck zu wuchten. Das Getriebe gefällt mit kurzen Schaltwegen, und die Messwerte sind über alle Zweifel erhaben. Das Problem des Ford: Der Honda kann alles – teils deutlich – besser. Das Getriebe ist eine ganze Spur knackiger, die Kraftentfaltung bis hoch in die japanischen Drehzahlberge vehementer, und auch die Laufkultur des kleineren Honda-Aggregats fällt etwas besser aus. Das Mehr an Feuer im Civic unterstreicht die Zwischengasfunktion, die deutlich aktiver die Drehmomenttäler zuschüttet als das softer agierende Pendant im Ford. Ob man die 275 km/h Höchstgeschwindigkeit des Honda Civic Type R wirklich braucht, sei dahingestellt – der Ford Focus ST könnte allerdings mehr, wenn man ihn ließe: Er wird bei 250 km/h eingebremst.



