Ford Ranger und VW Amarok:

Pick-ups sind wahre Multitalente und richten sich als kernige Alternative zum üblichen SUV zunehmend an Privatkunden. Das gilt auch für den Ford Ranger und den VW Amarok. Was unterscheidet die beiden?

Für die einen sind sie Nutzfahrzeuge, für die anderen Ausdruck von Abenteuer. Deshalb kommen Pick-ups nicht nur in Handel und Handwerk zum Einsatz. Als leistungsfähige Offroader werden sie auch für Freizeitaktivitäten gern genommen.

Zwar führen die Pritschenwagen bei uns – anders als in den USA, in Südamerika oder Asien – nur ein Nischendasein. Doch mit zwei prominenten Premieren fällt gerade wieder einmal viel Rampenlicht auf das Segment. Während der neue Ford Ranger seit Kurzem zu Preisen ab 40.210 Euro erhältlich ist, schickt VW die zweite Generation des Amarok erst im Mai an den Start. Kostenpunkt: mindestens 48.000 Euro.

Technisch sehr ähnlich, optisch verschieden

Waren diese beiden in Deutschland meistverkauften Modelle bislang erbitterte Konkurrenten, sind sie diesmal eng miteinander verwandt. Um die Stückzahlen zu erhöhen und so an den Kosten zu sparen, hat sich VW mit Ford zusammengetan und den Amarok auf Basis des Rangers entwickelt. Technisch sind sich die Pick-ups deshalb sehr ähnlich.

Neben dem Leiterrahmen und dem Fahrwerk teilen sie sich die meisten Antriebe und Assistenzsysteme. Auseinanderhalten lassen sich beide Modelle dennoch. Zwar laufen sie gemeinsam in Südafrika vom Band, doch hat VW bis auf die Türen und das Dach nahezu jedes Blechteil modifiziert. Auch das Cockpit wurde zugunsten des eigenen Markenbildes mit einem individuellen Lenkrad und einigen eigenen Schaltern versehen.

Amarok wächst, bleibt aber kleiner als der Ranger

Von der Allianz profitieren vor allem die VW-Kunden. Denn mit der neuen Plattform legt der Amarok in jeder Dimension deutlich zu. Er wird zehn Zentimeter länger und bekommt sogar 18 Zentimeter mehr Radstand. Vor allem die Hinterbänkler haben nun spürbar mehr Platz, und die Pritsche des nun 5,37 Meter langen Kleinlasters wächst ebenfalls. Außerdem steigt die Nutzlast um 15 Prozent auf bis zu 1,2 Tonnen. Beim Ford haben sich die Maße kaum verändert, allerdings war bereits der Vorgänger etwas größer als der Amarok.

Dafür setzt Ford auf mehr Auswahl: Während der VW bei uns ausschließlich eine Doppelkabine mit vier Türen und fünf Sitzplätzen trägt, bietet der Ranger zwei weitere Varianten. Hier gibt es auch eine Einzelkabine mit zwei Türen und zwei Plätzen oder eine Extrakabine mit zwei Notsitzen im Fond. Beides schafft etwas mehr Platz auf der Pritsche und drückt vor allem den Grundpreis unter das VW-Niveau.

Großzügige Ausstattung, nobles Ambiente

Den Pick-ups gemein ist das vornehme Ambiente. Zwar gibt es jeweils auch die günstigeren Nutzfahrzeugvarianten. Aber wer am oberen Ende der Modellhierarchie einsteigt, der ist nicht nur von hochwertigen Materialien umgeben. Der Fahrer blickt auch auf ein tabletgroßes, vertikal installiertes Display in der Mittelkonsole – und bekommt viel elektronische Unterstützung. In beiden Fällen gehören etwa eine Panorama-Kamera und ein Tempomat mit Abstandsregelung zum Fahrzeug. Insgesamt machen mehr als zwei Dutzend Assistenzsysteme die Dickschiffe zu ausgesprochen smarten Abenteurern.

Während die gewerblichen Versionen nahezu austauschbar sind, positionieren sich die Zwillingsautos gegenüber den Privatkunden sehr unterschiedlich. So bieten die Niedersachsen den Amarok in einer besonders noblen Aventura-Version an, die fast an das Offroad-Flaggschiff VW Touareg herankommt. Bei 3,5 t Anhängelast nimmt der Amarok auch große Jachten und schwere Pferdeanhänger an den Haken. Und auf der Pritsche lässt sich sogar mehr Gepäck unterbringen als im Kofferraum des Touareg.

Ford dagegen rüstet den Ranger als Raptor zum Sportwagen für die Schotterpiste auf. Das zeigt sich vor allem beim rustikalen Design und beim besonders geländegängigen Fahrwerk. Zudem gibt es einen aufwendigen Allradantrieb, stark konturierte Sitze und ein halbes Dutzend Offroad-Assistenten. Damit wird er zum Rallye-Profi, der sich in der Wüste oder auch im Steinbruch wohler fühlt als in der Stadt.

V6-Turbo-Benziner nur bei Ford

Einen eigenen Ansatz verfolgt Ford auch bei der Motorisierung: Der Raptor bekommt exklusiv einen drei Liter großen V6-Turbo-Benziner mit dem kraftvollen Sound und dem aggressivem Antritt eines ungestümen Sportwagens. Der V6 verfügt über 215 kW/292 PS und 491 Nm. Damit beschleunigt der Ford in 7,9 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht bei Vollgas maximal 180 km/h. Der stärkste Motor beim Amarok ist ein V6-Diesel. Der Dreiliter-Motor steht mit 177 kW/240 PS und imposanten 600 Nm in der Liste und dürfte bis zu 190 km/h schaffen.

Spätestens an der Tankstelle zeigen sowohl Raptor als auch Amarok wieder ihren wahren Charakter. Denn beide Pick-ups verbrauchen schnell 30 bis 50 Prozent mehr als ein Sportwagen oder SUV. Jedoch geht es auch etwas sparsamer: Alternativ gibt es für den Amarok und die anderen Ranger-Varianten noch zwei 2,0-Liter-Diesel mit 125 kW/170 PS oder 151 kW/205 PS. Beide stammen von Ford und werden wahlweise mit Handschaltung oder einer zehnstufigen Automatik sowie mit Heck- oder Allradantrieb angeboten. Zudem hat Ford noch einen V6-Diesel mit 177 kW/240 PS im Programm.

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