Ist der neue Range Rover fit genug fürs Spitzenfeld?

Luxuriöse Geländewagen gibt es mittlerweile viele. Damit der Range Rover den Anschluss hält, ist die Muttermarke Land Rover beim Generationswechsel besonders gründlich vorgegangen. Mehr Glanz und mehr Power – so will der erste seiner Art weiter unter den Besten sein.

Heute über die teure Einkaufsmeile, morgen querfeldein zum Golfplatz, und auf dem Weg ins Gebirge schnell noch zum Grand Hotel: Vor mehr als 50 Jahren sollte der Range Rover als Luxus-Geländewagen eine Lücke auf dem Automarkt schließen. Der damals erste Spezialist für die noble Landpartie hat mittlerweile jedoch reichlich Konkurrenz bekommen.

Daher legt der einstige Wegbereiter nun nach: Wenn in diesem Frühjahr die fünfte Generation an den Start geht, wird der Range Rover nicht nur größer, komfortabler und digitaler, sondern auch dynamischer sein als zuvor. Allerdings wirkt sich das auch kräftig auf seinen Preis aus. Schon das Basismodell kostet mindestens 125.900 Euro und die Top-Version ist mit ein paar Extras schnell bei 300.000 Euro.

Ohne Kanten aber mit viel Charakter

Land Rover setzt bei seinem Edel-Abenteurer, der 1970 der erste seiner Art war, zwar auf Traditionen. Doch deshalb sträuben sich die Briten noch lange nicht gegen eine Modernisierung. Im Gegenteil: Mit seinen bündigen Scheiben, der glatten Front, den eingelassen Leuchten und den mikroskopisch feinen Fugen wirkt der Range Rover sogar seiner Zeit voraus. Treue Fans müssen aber nicht besorgt sein – wiederzuerkennen ist er natürlich trotzdem.

Auch innen haben die Ingenieure eine feine Balance gefunden zwischen Tradition und Moderne. Denn hier wechseln sich Leder- und Metall-Oberflächen mit großen Displays und Touchsensoren ab. Zudem gibt es jede Menge Luxus und elektrische Helfer für nahezu jeden Handgriff. Selbst die Deckel der Becherhalter schließen automatisch. So dürfte der Range Rover gehobenen und technischen Ansprüchen gleichermaßen gerecht werden.

Bei allem Prunk soll der Range Rover aber auch praktisch sein. So bieten die Briten für die um 20 Zentimeter auf 5,25 Meter gestreckte Langversion neben den Loungeliegen im Fond erstmals eine dritte Sitzreihe an. Der Kofferraum ist riesig. Und natürlich gibt es wieder eine Picknick-Bank in der Heckklappe und neuerdings auch ein pfiffiges System mit Klappdeckeln zur Ladungssicherung.

Wenn das SUV zum Sportwagen wird

Von einer neuen Seite erlebt man den Range Rover ebenso beim Fahren: Weil die Briten zur rasend schnellen Wankstabilisierung mit extrastarken 48-Volt-Motoren an speziellen Drehstäben erstmals auch eine Hinterachslenkung einbauen und die Räder damit um mehr als sieben Grad einschlagen, ist der Koloss fast so handlich wie ein Kleinwagen. Spätestens mit der Luftfederung im Dynamic-Modus wird er fast schon zum Gran Turismo und ähnelt dem Bentley Continental mehr als dem Bentayga.

Diese neue Sportlichkeit mindert aber nicht die alten Stärken. Im Gelände ist er nach wie vor besser als die meisten Konkurrenten und fährt weiter als man es den sündhaft teuren 23-Zill-Rädern zutrauen möchte. In und außerhalb der Stadt bewegt er sich vorwärts wie auf Luft gebettet. Komfortabler kann ein Geländewagen kaum fahren.

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