Wer das echte, ungeschminkte Amerika abseits von polierten Touristenpfaden sucht, wird genau hier fündig. Der Oak Avenue Pub & Grill ist eine klassische, urige Dorfbar, wie man sie sich im Bilderbuch des Mittleren Westens vorstellt – ein traditionsreicher Familienbetrieb, der seit 1999 mit Herzblut von Junior und Carrie Clark geführt wird.
Hier betritt man keine anonyme Systemgastronomie. Man wird direkt von der Chefin herself herzlich empfangen. Die gesamte Einrichtung lässt unmissverständlich darauf schließen, dass hier die Zeit vor ein paar Jahrzehnten einfach stehen geblieben ist – und genau das macht den unverwechselbaren Charme aus.
Ein perfekter Tag am See und der Weg ins Nirgendwo
Um den Vibe dieses Ortes zu verstehen, muss man sich folgendes Szenario vor Augen führen:
Du verbringst den gesamten Tag mit deinen Freunden draußen auf dem Boot am Lake Shawano. Die Kühltaschen – eine einzige reicht für so ein Vorhaben bei weitem nicht aus – sind bis oben hin mit eiskaltem Miller Lite gefüllt. Gelegentlich beißt mal ein Fisch an, der aber entweder deutlich zu klein oder geschmacklich eher ungenießbar ist, weshalb er direkt wieder im Wasser landet. Ihr lasst euch treiben, diskutiert über Gott, die Welt und die Politik. Es geht um Frauen, großvolumige V8-Motoren und die anstehende Football-Saison. Die Welt da draußen steht für ein paar Stunden einfach komplett still.
Irgendwann senkt sich die Nacht über Wisconsin. Die Moskitos sind vom eigenen Blutalkoholspiegel mittlerweile vermutlich genauso betrunken wie man selbst, und eigentlich will man noch lange nicht nach Hause.
Du fährst über einsame, stockfinstere Landstraßen, vorbei an verschlafenen Nestern, in denen die Gehsteige längst hochgeklappt sind. Selbst die Dorfältesten haben ihre Schaukelstühle auf den Veranden verlassen und sitzen vor ihren Röhrenfernsehern im Wohnzimmer. Und genau dann flackert irgendwo am Straßenrand mitten in der Dunkelheit eine leicht verblichene Neonreklame auf, die dich auf ein letztes Absacker-Bier einlädt.
750 Gramm pures Rindfleisch: Die Burger-Herausforderung
Drinnen empfängt dich vertrautes Kneipenlicht: Eine Handvoll Einheimischer verteilt sich im Raum, ein paar verlorene Seelen sitzen vornübergebeugt am Tresen, und das Bier kommt aus massiven Kühlvitrinen, wie sie viele von uns noch aus den Dorfwirtshäusern der 70er-Jahre kennen.
Du setzt dich an einen Tisch und machst das einzig Richtige: Du bestellst den legendären Homemade Burger.
Gespart wird hier an rein gar nichts. In die große Variante packen sie satte drei Viertel Kilo bestes Rindfleisch. Das Patty wird auf den Punkt Medium gebraten, serviert mit massig Geschmacksträgern, herrlich krossem Bacon und saftigen Beilagen. Damit niemand vom Fleisch fällt, kommt das Ganze standesgemäß mit einem randvollen Korb heißer Fritten an den Tisch – sonst würde man ja verhungern.
Der Burger war eine absolute Grenzerfahrung und eine echte physische Herausforderung, aber er ging restlos rein. Danach war der Abend für mich allerdings endgültig gelaufen; an Bewegung war nicht mehr zu denken.
Mein Fazit
Man verlässt den Oak Avenue Pub & Grill pappsatt, wohlgenährt und mit dem unerschütterlichen Gefühl, im echten Amerika angekommen zu sein: The land of the free and the home of the brave.
Ich werde dort beim nächsten Trip in die Gegend definitiv wieder einkehren!
https://oakavepub.wixsite.com/oakavepub

