Mit dem neuen Mazda CX-80 strebt der asiatische Hersteller die Premiumklasse der SUV an. Ob der Anspruch Bestand hat, muss der Große als Plug-in-Hybrid e-Skyactiv PHEV im Vergleichstest gegen den BMW X3 30e xDrive unter Beweis stellen.
Im Vergleichstest: Mazda CX-80 fordert BMW X3 heraus
Die Premiumklasse ist ein eingeschworener Club. Eines der langjährigen Mitglieder bei den Mittelklasse-SUV ist der BMW X3. Der Bayer fährt von Erfolg zu Erfolg – doch nun muss er sich gegen einen neuen Anwärter behaupten: Mazda will sich nämlich ein Stück vom lukrativen Kuchen abschneiden und bringt neben dem CX-60 auch den längeren Mazda CX-80 ins Rennen. Attraktiver Preis, gute Ausstattung, edles Auftreten und viel Platz stehen bei ihm im Bewerbungsschreiben für den elitären Club. Ob er sich damit als e-Skyactiv PHEV gleich eine Führungsposition gegen den BMW X3 30e xDrive sichern kann, klärt der Vergleichstest.
Karosserie: Der BMW patzt mit mangelnder Verarbeitungsqualität
Warum Mazda dem CX-80 üppige 25 cm mehr Radstand gegeben hat? Damit er mit einem Ladevolumen von 687 bis 1971 l und Platz für bis zu sieben Personen auftrumpfen kann – die dritte Sitzreihe mit zwei Sitzen ist dabei sogar bereits im Serienumfang enthalten. Das drückt den BMW gleich in die Defensive. Auch wenn er im Fond etwas mehr Luft überm Scheitel lässt, knausert er im Vergleich mit Knieraum. Eine dritte Sitzreihe ist für den BMW X3 nicht erhältlich. Ohnehin wäre sein Ladeabteil mit im Vergleich bescheidenen 460 bis 1600 l dafür nicht geeignet.
Vorn zeigt BMW allerdings, dass man doch etwas von guter Ergonomie versteht. Dank großer, gut aufeinander abgestimmter Einstellbereiche von Lenkrad und Sitz reist man im X3 sehr bequem. Die Integration der fahrenden Person gelingt auch dem Japaner gut, allerdings bieten die Einstellungen nicht so viele Möglichkeiten wie die des Bayern. Zudem hat Mazda die Vordersitze etwas dichter an die Tür gerückt, was auf das Raumgefühl drückt. Dass Mazda sich gern mit BMW vergleichen lässt, zeigt die Bedienung. Vor allem der Dreh-Drück-Steller auf der Mittelkonsole des Mazda CX-80 und dessen Funktionslogik sind dem iDrive-Controller im BMW X3 sehr ähnlich. Erst der Menüaufbau und dessen Pfade verlangen nach einer besseren Ordnung, die sich die Japaner:innen gern bei den Münchner:innen abschauen können. Auch der Sprachbedienung fehlt das blinde Verständnis, wie es im X3 zwischen Nutzer und System der Fall ist.
Die klassischen Tasten und Regler und das wunderschöne digitale Infodisplay mit runden, exzellent ablesbaren Rundinstrumenten des CX-80 sollte sich im Gegenzug ruhig die Entwicklungsabteilung von BMW als Vorbild nehmen und den zu verspielten Grafiken im X3 wieder mehr Sachlichkeit spendieren. Selbstverständlich gehört zum Premiumanspruch auch eine vorbildliche Material- und Verarbeitungsqualität. Auf den ersten Blick scheint hier wie dort alles zu passen. Auf den zweiten Blick fallen besonders die klapprigen Türgriffe im Innenraum des X3 negativ auf. Beim Mazda ist es in erster Linie ein Knarzen und Klappern, das auf schlechten Strecken die Karosseriestruktur heimsucht. Platz für Detailarbeit bleibt also bei beiden SUV – Kapitel eins des Vergleichstests geht aber dennoch an den großen CX-80, auch wenn er bei der Sicherheitsausstattung wegen nur optional verfügbarer oder gänzlich fehlender Features nicht mit dem serienmäßigen Assistenzarsenal des X3 mithalten kann.



